Geplante EU-7-Norm könnte Aus für Verbrenner bedeuten

Geplante EU-7-Norm könnte Aus für Verbrenner bedeuten

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Die zuständige EU-Kommission erarbeitet momentan neue Abgasgrenzwerte für Pkw, welche wohl gegen 2025 als Euro 7 scharfgestellt werden soll. Die deutsche Autoindustrie befürchtet mit der kommenden Norm schon jetzt ein Aus für Verbrennerfahrzeuge, sollten die neuen CO2-Grenzwerte wie erwartet deutlich strenger ausfallen als die bisherigen, die bei 95 Gramm CO2 je Kilometer für den Flottendurchschnitt liegen. „Mit der Einführung der geplanten EU-7-Norm wird die EU-Kommission Autos mit Verbrennungsmotor ab 2025 de facto verbieten“, sagte die Chefin des Branchenverbandes VDA, Hildegard Müller, der Deutschen Presse-Agentur.

Die EU-Kommission wolle vorschreiben, „dass künftig ein Fahrzeug in jeder Fahrsituation quasi emissionsfrei bleiben muss – sei es mit Anhänger am Berg oder im langsamen Stadtverkehr“, sagt Müller im Bezug auf eine Studie der EU-Kommission, welche die Basis für die Grenzwerte der neuen Euro-7-Abgasnorm festlegen soll. Das sei „technisch unmöglich und das wissen auch alle“, kritisiert Müller. Die geplanten Verschärfungen kämen einem Verbot von Autos mit Verbrennungsmotoren gleich, so die VDA-Chefin. Statt eines Verbotes fordert sie, wie bereits mehrmals zuvor, „Innovationen und Investitionen in E-Fuels und die Brennstoffzelle“. Nicht der Verbrenner sei das Problem, „sondern der Kraftstoff.“

Die EU hingegen setze ihren Schwerpunkt auf Elektromobilität, was Müller zufolge eine unausgereifte Idee sei, da es „in ganz Europa an einer ausreichenden Ladeinfrastruktur für E-Autos“ fehle, bemängelt die VDA-Chefin. Aber auch die Bundesregierung setzt aktuell einen klaren Fokus auf Batterie-Autos. Schon bei den Automobil-Förderungen, die im Rahmen der Corona-Hilfen verabschiedet wurden, gingen Verbrenner leer aus. Für reine E-Autos hingegen erhöhte die Regierung den Umweltbonus unter dem neuen Schlagwort „Innovationsprämie“ von bis zu 6000 auf bis zu 9000 Euro, zunächst befristet bis Ende 2021.

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) setzt sich allerdings bereits jetzt dafür ein, dass der Zeithorizont für die Innovationsprämie verlängert wird: Geht es nach ihm, soll das attraktive Förderinstrument bis 2025 beibehalten werden. „Ich möchte, dass die Hunderttausenden Beschäftigten in der Autoindustrie auch in 10 oder 15 Jahren noch gute Arbeitsplätze haben. Dazu leistet die Innovationsprämie einen wichtigen Beitrag“, begründet Altmaier sein Engagement in der Bild am Sonntag.

Quelle: Die Zeit – Autoindustrie: Strenge EU-Abgasnorm wäre Aus von Verbrenner

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na toll wie lange soll den der Deutschen Autoindustrie denn noch das Geld hinterhergeworfen werden
die preise werden erst dann nennenwert sinken wenn die Prämien (Subevention der Autohersteller) auslaufen
Denkt der Altmaier eigentlich auch mal an Morgen? oder nur von 12 Uhr bis Mittag
was passiert dann mit den Gebrauchtpreisen?

Aus für Verbrenner – gut.

Es geht ja nicht nur um die Umwelt, sondern auch um die Menschen, die den Verbrennerlärm erdulden müssen und Gesundheitsschäden erleiden. Ohne Verbrennerlärm gibt es weniger Stress und wenn auch noch die Höchstgeschwindigkeit auf 130 km/h begrenzt wird, dann haben auch die Autofahrer weniger Stress.

Allerdings werden wir noch über 10 Jahre den Lärm der Verbrenner erdulden müssen. Hier müsste der Gesetzgeber der Lärmpegel der alten Verbrenner begrenzen oder andere Maßnahmen ergreifen, da sonst die „Idioten“ mit den alten Verbrenner ihren Mitmenschen besonders nerven – auch mit Absicht.

„Nicht der Verbrenner sei das Problem, sondern der Kraftstoff.“
Super Plan. Wir stellen aus Strom mit 60% Verlusten E-Fuel her, verbrennen es in einem „effizienten/modernen“ Motor mit 75% Verlust, der schwerer, teurer und komplizierter als ein E-Antrieb ist und zudem auch mit E-Fuels Gestank und Lärm in die Gegend pustet. Wirklich eine Frechheit, dass sowas unterbunden werden soll.

Jetzt macht das alles einen Sinn, das VW eine grosse Softwareabteilung aufbauen will ;-)
Hoffendlich ist die bis 2025 voll einsatzbereit…

Wie ich die Briten beneide dass die diesen widerwärten von der Leyen Laden verlassen haben

Und sie jammern weiter. Elektrifizierung ist die Zukunft… die Investitionen werden vervielfacht… Die PR Sprüche der Deutschen Autolobby wie immer masslos und verlogen. Mit allen Mitteln sollen die Dreckschleudern noch gemolken werden. Hybride werden als Innovation verkauft und der Anschluss an die Gegenwart wird schon bald zu einem Bekenntnis für eine Aufgabe.
Die EU macht konsequent weiter und das ist gut so. Veraltete Technologien gilt es nicht mehr zu verhätscheln. Schade, dass die Deutschen Autoproduzenten mit allen Mitteln weiter auf Innovationsverhinderung setzen. Der Verkehrsminister stützt dabei das Reich der Ewiggestrigen. Er gehört ja auch dazu.

Immer diese JAMMERLAPPEN ,,, hat nicht schon der Katalysator das Ende besiegeln sollen? ABer in der Tat wird wohl für 99% das einfach gebaute E-Auto ausreichend sein! Die Presie werden noch durch die Batterien und die Hersteller hoch gehalten.

dass künftig ein Fahrzeug in jeder Fahrsituation quasi emissionsfrei bleiben muss – sei es mit Anhänger am Berg oder im langsamen Stadtverkehr“, sagt Müller im Bezug auf eine Studie der EU-Kommission, welche die Basis für die Grenzwerte der neuen Euro-7-Abgasnorm festlegen soll. Das sei „technisch unmöglich und das wissen auch alle“, kritisiert Müller.

Da liegt Frau Müller aber falsch – das ist technisch sehr gut möglich, wie die vielen heute schon verfügbaren BEV jederzeit belegen können. Man müsste nur für Neuerungen aufgeschlossen sein!!

Verbrenner-Neuzulassungsverbot für Privatfahrzeuge…je früher desto besser! Das Begasen von Mitmenschen reicht nicht (auch nicht als heilige Handlung). Es gibt schlicht viel zu viele Menschen und definitiv viel zu viele, die sich ein Auto leisten wollen und dies auch können.
Der 1:1 Ersatz der aussterbenden Verbrenner durch künftige BEVs und FCEVs ist daher eigentlich keine Endlösung und sollte für Privatleute möglichst teuer sein (wie der Mirai). Die Alternative (gleichzeitig für viele andere globale Probleme) wäre sonst ein Asteroidenabsturz wie vor 65 mio Jahren.

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