Besteuerung von E-Dienstwagen: Schweizer Regelung „eine Schande für ein zivilisiertes Land“

Besteuerung von E-Dienstwagen: Schweizer Regelung „eine Schande für ein zivilisiertes Land“

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Christoph Erni, CEO des Schweizer Ladehardware-Herstellers Juice Technology, geht mit seiner Regierung in einem auf Vision Mobility veröffentlichten Gastkommentar hart ins Gericht: Erni stößt die seiner Meinung nach völlig fehlkonstruierte Besteuerung von Dienstwagen in der Schweiz sauer auf. Wer einen Geschäftswagen privat nutzt, dem wird ein Privatanteil als geldwerte Leistung auf seinen Lohn aufgerechnet, das gilt in der Schweiz ebenso wie in Deutschland.

Da Deutschland jedoch die Elektromobilität umfassend fördern will, hat die Politik den Steuersatz für Dienstwagen im Vergleich zu Verbrennern auf ein Viertel heruntergekürzt, von 1 auf 0,25 Prozent. In Folge spart ein Mitarbeiter je nach Fahrzeugpreis, der als Grundlage für die Besteuerung dient, auch mal einen deutlich vierstelligen Betrag pro Jahr.

Und was machen die Schweizer?“, beginnt Erni seine Abrechnung mit der Schweizer Politik: „Einfach nichts“. Das Land wende einfach „die momentane Regelung – 0,8 Prozent pro Monat ungeachtet der Antriebsart – auf ein beliebiges E-Auto an“. Was dazu führe, dass ein Elektro-Dienstwagen bei der Besteuerung rund 75 Prozent teurer sei als ein vergleichbares Verbrennerauto. Dies sei „zweifellos nicht gerecht und vermutlich auch nicht so gewollt“, so Erni.

Die Schweizer „schießen sich ordentlich ins Knie“

Der CEO von Juice Technologies führt die Berechnung weiter fort, um zu zeigen, welche finanziellen Folgen die Dienstwagenbesteuerung für Schweizer E-Fahrer habe: „Auf zehn Jahre realistische Nutzungsdauer eines E-Autos hochgerechnet führt ein Mitarbeiter theoretisch Steuern und Sozialversicherung auf 380 (!) Prozent des Kaufpreises ab“. Dies sei „absurd“, so Erni.

Eine solche Regelung sei „eine Schande für ein zivilisiertes Land“. Die Schweizer „schießen sich ordentlich ins Knie“, so Erni, da es sich „mit so einer Ungerechtigkeit viele Unternehmen und Arbeitnehmer zwei Mal überlegen“ werden, ob sie auf ein klimafreundliches Elektroauto umsteigen „und sich als Dank für ihren visionären Schritt vom eigenen Staat abzocken lassen sollen.“

Die trägen Schweizer Behörden lassen alle Vorstöße im Sand verlaufen“, kritisiert Erni, und „die wegweisende deutsche Lösung“ werde „nicht einmal zur Kenntnis genommen. So kommt es, dass die Schweiz aktiv dafür sorgt, dass Fahrer von E-Geschäftsautos nicht nur nicht gefördert werden – im Gegenteil, sie werden aktiv bestraft.“

Quelle: Vision Mobility – Privatanteil bei E-Autos: Wie sich die Schweizer selbst ins Knie schiessen

Über den Autor

Michael ist freier Autor und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

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Richtig erkannt Michael. Tja die Eidgenossen, das perfekte Land mit schweren SUVs auch im Flachland. Leider haben auch dort erst die Wenigsten kapiert, dass wir der Nachwelt ein sauberes Kima übergeben müssen.
Ein Beispiel aus einer ländlichen Gemeinde (Ortsname wird nicht genannt) besorgte sich die örtliche Verwaltung ein E Auto zum Mieten aller Bürger.
So kamen in einem Jahr über 5000 Km zusammen.
Anlässlich der jährlichen Haupt-Bürgerversammlung ergriff ein Votant das Wort und verlangte eine Abstimmung: Dieses Auto, wegen, O Nutzen, wieder zu verkaufen und das Geld anders zu verwenden. Mit nur 2 Stimmen Mehrheit kam dieser Antrag durch. Reines Entsetzen beim Gemeindevorstand und man überprüft jetzt, das E Auto trotzdem zu behalten weil es vom Budget her im Bereich der Gemeindeverwaltung liegt.
Was gedeutet das.
Um dies zu verhindern hätte man an der Versammlung einen elektrisch , retorischen Vollprofi gebraucht,
um diese 3 Stimmen auch noch zu erhalten. Der Mainstream der Autofahrer interessiert sich nicht für den Klimawandel. Die Verbrenner waren doch gut, und sie werden es weiterhin bleiben…….
Auch dort müssen, wenn Massnahmen über den Geldbeutel nicht genügen, Verbote her , leider…….

So sieht das aus, einfach weiter machen und die Augen schließen, die Probleme können ja andere lösen. Was sagen solche Leute erst, wenn die Konsequenzen des Klimawandel in ihrem Dorf angekommen sind?? Was wenn klar wird, das dann Verzichten angesagt ist??

Vielleicht sollten wir aus der Schweiz mal zurück fragen, wie denn so eine Diskussion in einer Gemeinde auf bundesdeutschem Gebiet ausgegangen wäre? Immerhin ist ja im Grundgesetz festgehalten, dass alle Gewalt vom Volke ausginge und diese in Wahlen und Abstimmungen ausgeübt würde. Wahlen sind mir geläufig – wann fangt ihr denn mit Abstimmungen an? Oder ist dieser Demokratieprozess noch nicht reif genug?
P.S. Das der Antrag und die Annahme desselben Dummfug war, ist unbestritten. Dafür sind in meiner Gemeinde alle Anträge zur lokalen Umsetzung der Pariser Verträge locker durchgekommen. Und zwar generell im Stimmenverhältnis 3:1 dafür.
P.P.S: Nachdem die Schweiz doch ziemlich viel Geld ausgegeben hat, damit die Strecke Zürich München endlich durchgehend elektrifiziert wird (auf der Schweizer Seite ist das seit Jahrzehnten so), wurde heute der Betrieb aufgenommen auf dieser ehemaligen Dieselstrecke. Es wurden bisher vor die 4 Schweizer Wagen in Lindau immer zwei Dieselloks gespannt. Interessiert habe ich mal nachgefragt, warum eigentlich, denn so starke Gefälle gibt es ja auf dem Weg von Lindau nach München nicht? Antwort: Eine Lok für die Traktion und eine Lok läuft als Generator mit, damit man im Speisewagen auch Café kochen kann. Und dann kam noch ein Rat, der mich noch mehr verblüfft hat: „Bitte keinen Platz im Wagen direkt hinter den Loks buchen, denn da wo die Frischluft für den Schweizer Wagen angesaugt würde, hat die deutsche Lok ihren Auspuff.“ Habe „Danke!!“ gesagt und mich entsprechend umgesetzt.
Heute wurde ja nun die Strecke endlich eröffnet nach einer gefühlten Ewigkeit. Leider ist die erste elektrifizierte Fahrt gescheitert. In Deutschland wurde ein Zug der SBB auf ein Gleis ohne Strom umgeleitet. Im kleinen Ort Hergatz, in der Nähe zum Bodensee, wurde er auf ein nicht-elektrifiziertes Gleis umgelenkt und blieb prompt stecken, wie die Deutsche Bahn (DB) und die SBB bestätigen. Laut einem Zeugen wurde dabei die Stromleitung am Bahnhof beschädigt.Ich nehme mal an, dass wird dann nicht wieder passieren? Das Potential wäre ja immer noch da. Anders als in der Schweiz ist in Deutschland nicht das gesamte Schienensystem elektrifiziert. Besonders auf Regionalstrecken werden noch immer viele Züge mit Diesel betrieben.
Diese Welt ist voller Wunder – in der Schweiz genauso wie in anderen Ländern 🙂

Last edited 7 Monate zuvor by Jürgen Baumann

Das mit dem qualmenden Auspuff der deuschen Diesellokomotiven stimmt übrigens! Deshalb werden bei deutschen Diesel-Zügen, z.B. entlang des Bodensees oder eben durchs Allgäu, die „Erste“-Klasse-Abteile traditionell direkt hinter der stinkenden Lok eingereiht – weil darin ohnehin nie jemand mitfährt und es ergo auch keine Beschwerden gibt… Deutsche potentielle Erste-Klasse-Kunden fahren schon lange nicht mehr mit der Slum-Bahn, und schon gar nicht auf verrotteten Nebenstrecken wie München- oder Stuttgart-Zürich. Und wenn asiatische Touristen die Warnungen in ihren Reiseführern nicht ernst nehmen, sind sie wirklich selbst schuld.

Elektrifizierte öffentliche Verkehrsmittel wären theoretisch durchaus eine Lösung für diverse Verkehrsprobleme. Öffis funktionieren jedoch nur in einer halbwegs funktionierenden, sicheren Gesellschaft mit vitalen (Stadt)Zentren. Die gab’s aber im Großteil der EU schon vor Corona nicht, und es wird sie auch nie mehr geben. – Die Zukunft gehört daher eindeutig dem amerikanischen Modell: Wohnen in gated communities, Arbeiten im Home-Office, Online-Handel mit Drohnen-Auslieferung – und für alle nicht vermeidbaren Fahrten zum nächsten Flughafen elektrische SUV-Panzer, gerne auch autonome Google-Taxis…

In der Schweiz ist die Welt halt no h in Ordnung. Die Welt wird sich noch umschauen wenn es irgendwann mal an die Entsorgung der Sondermüllautos geht. Dann wird man sehen wie umweltfreundlich diese Dinger sind

Wir haben prima Schrottpressen. Da gehen jede Menge Verbrenner rein.

Die Geschichte des geschätzten Herr Erny ist nicht ganz vollständig. Der Nationalrat hat dazu die Debatte am 3.12.20 aufgenommen und mit 133 zu 48 Stimmen aus der SVP ein Postulat seiner Umweltkommission überwiesen. Wird ein vom Arbeitgeber zur Verfügung gestelltes Elektrofahrzeug privat genutzt, ergebe sich daraus eine vergleichsweise hohe Belastung mit Einkommenssteuer und Sozialversicherungen.Denn der Wert der privaten Nutzung des Fahrzeugs werde auf der Basis des vergleichsweise höheren Anschaffungspreises berechnet. Das Postulat fordert deshalb vom Bundesrat, eine befristete tiefere Besteuerung zu prüfen.
Also – alles halb so wild.

Stimmt, wenn man ignoriert, dass das Thema vor Jahren hätte geklärt werden müssen, dann ist es nur halb zu wild.
Vorrausschauend und langfristig beim Thema Umwelt wäre ein Novum für die Schweiz.

Nun das mit dem vorausschauend klären ist so eine Sache. Nehmen wir mal die Elektrifizierung des Eisenbahnnetzes. 1936 waren in der Schweiz bereits 71,7 Prozent (2144 km) des SBB-Netzes elektrifiziert mit Wirkungsgrad wire to wheel bis 99%.
Als alle Welt noch Dampflokomotiven baute, setzte die hiesige BBC zusammen mit der SBB auf die Elektrifizierung. Mit dem bekannten Ergebnis. 
BBC, die SBB und die Schweiz waren für Jahrzehnte anderen Ländern um Jahrzehnte voraus.
Und wir haben heute in der Schweiz eines der öko-effizientesten Bahnsysteme der Welt.
Ich kann mich noch gut an das Ende des regulären Dampfbetriebs der Deutschen Bahn im Oktober 1977 erinnern. Der typische Wirkungsgrad liegt hier ja bei 8 bis 10%.
Ich will jetzt nicht argumentieren, das vorausschauend und langfristig beim Thema Umwelt ein Novum wäre für Deutschland. Aber ich staune dann schon, dass eine Strecke wie München – Zürich erst im Jahre 2020 vollständig elektrifiziert werden konnte, nachdem wir doch eine ganze Menge Geld für die Elektrifizierung auf der deutschen Seite bereit gestellt haben. Aber nun läuft es ja und das die blöde Sache mit dem deutschen Bahnhof Hergatz, wo der elektrische Zug auf ein nicht elektrifiziertes Gleis gelenkt wurde und dabei einen der Pantographen verlor, ist in wenigen Wochen nur noch ein lustiges Detail.
Diese Welt ist voller Wunder – in der Schweiz genauso wie in anderen Ländern 🙂

In Deutschland sieht es nur auf dem ersten Blick besser aus, wenn da nicht die fast gleich hohe Förderung der PHEVs wäre. Leicht elektrisierte Verbrenner, die vermutlich nie ein Ladekabel sehen, werden im Verhältnis ungerecht hoch gefördert. So bleibt in diesem direkt Vergleich eMobil fahren eine teurere Fortbewegungsform als mit der Mogelpackung PHEV. Hier fehlt ebenfalls das Bekenntnis zur eMobilität und Klimaschutz in Deutschland.

Stimmt es, dass PW mit elektrischen Fensterhebern schon als förderwürdiger Mild-Hybrid durchgehen?

Last edited 7 Monate zuvor by Jürgen Baumann

Die Förderung ist bei uns wirklich bedenklich. Die Regelungen sind Kantonsabhängig.
Als Einwohner des Kanton Schaffhausen habe ich keinerlei Förderung oder Steuerbegünstigung.
Immer wieder beneide ich Euch, wenn von Kaufprämien die Rede ist.

Ich hätte auch gerne eine öko prämie hiec in der schweiz. Da gäbe es tatsächlich noch aufholbedarf. Allerdings macht es die schweiz nicht schmutziger. Wir haben einfach andere prioritäten. Wenn man zum beispiel die energieproduktion vergleicht, findet man nicht viele länder, welche ökologischer sind. Und genau das ist auch der haupt-punkt, ob ein ev sauber fährt oder nicht. Viele geförderte elektroautos welche braunkohlenstrom tanken ist lediglich heuchelei.

Vorsicht – Braunkohle spielt immer weniger eine Rolle in Deutschland. Man muss schon einen Strommix wie in Polen oder Litauen haben, um wirklich nicht auf der guten Seite zu liegen mit Elektroautos. Während Deutschland auch einen klaren Plan hat aus den AKW auszusteigen, leisten wir uns in der Schweiz einen ziemlichen Dinosaurierpark an völlig überholten AKW’s, wenn ich mal an Beznau I + II denke. In allen EU Ländern läuft es jetzt in Richtung Erneuerbare. Lass uns lieber darüber nachdenken, wie Leibstadt und Gösgen ersetzt werden. Das wird nicht einfach.

Der vergleich, der energieproduktion, diente lediglich als beispiel. Im bezug zu „andere prioritäten“. Ein anderes beispiel wäre z.b. auch die neat-bahn. Europa hat es beschlossen, aber die schweiz ist das einzige land, welches seinen verpflichtungen erfült hat. Und mal ganz erlich. Strassen mit stark reduziertem lkw verkehr, wäre doch für autofahrer und strassenbelag ein segen. Dementsprechend auch für die umwelt. Unsere akw’s könnten wir längst in rente schicken, wäre da nicht ein grosser konservativer bevölkerungsanteil. Alternativen zur energieproduktion sind schon lange vorhanden. Bin mir nicht mehr ganz sicher, aber ich glaube er heisst Achmed Khan. Er hat ein buch verfasst „synergien“, in welchem er alle möglichkeiten zur energiegewinnung beschreibt. Es gibt sehr viele möglichkeiten. Aber die menschheit sieht nur windkraft und solar. Schade eigentlich.

Ich nehme an, dass Sie mit „öko prämie“ Staatssubventionen meinen. Mit Verlaub aber das betrachte ich definitiv als den falschen Weg. Solche „Öko Prämien“ wie Sie es nennen, sind Gelder, die der Staat eigentlich gar nicht hat, sich also auf Kosten zukünftiger Generationen verschulden muss. Die Schweiz hat das Verursacherprinzip gewählt. Wie bei so vielen Dingen, die wir wohlweislich ohne Murren schon seit Jahrzehnten akzeptiert haben.

Siehe Sackgebühren beim Abfall. Wer mehr Abfall produziert, bezahlt mehr. Simple einfach.
Sehen Sie das ist genau so etwas, das ich nicht verstehe. Wir bezahlen für 1 35Liter Kehrrichtsack einen Preis von ca. 80 Rappen. So viele Leute füllen diesen Sack bis zur Hälfte, max 2/3. 20, 30, 50 Rappen und es juckt keinen. Aber, Oh Weh, ein paar wenige Rappen mehr für den Liter Benzin und auf einen Schlag kollabiert die ganze Wirtschaft. Sehen wir dann ganz genau hin, wer da so am lautesten meckert, dann stellen wir fest, dass es vor Allem noch diejenigen mit den fettesten Teile von Mercedes, Audi und BMW sind. Solange ein grosser Teil unserer Gesellschaft so denkt, wird das Klima immer die Nummer 2 auf dem Rücken haben.

Ja die Schweiz ist eigentlich auf dem richtigen Weg, aber meiner Meinung nach eben viel zu halbherzig.

Vielleicht eine Parallele zur aktuellen Covid-19 Situation. Weil uns mit der Situation in den Spitälern das Wasser bis zum Hals reicht, heisst die Parole: „Wir müssen, koste es was es woll, die Fallzahlen runter bringen.“ Und siehe da, zumindest in der überwiegenden Mehrzahl sind alle dabei. Schwarze Schafe wird es immer und überall geben, dennoch 90% haben es kapiert.
Exakt dasselbe würden wir sehen, wenn wir ab Morgen oder Übermogen keine Wassermelonen oder Kiwis mehr auf unseren Tellern landen würden, weil wegen Stürmen und Typhoonen keinerlei Cargo schiffe mehr in Rotterdam Ihre Fracht lichten könnten. Ein Aufschrei sondergleichen. Möglicherweise wäre dann innert 1-2h schon bereits wieder in allen Supermärkten das Toilettenpapier Alle, die Regale mit Pasta und Risotte lehr. Nur dann ist es halt eben schon zu spät, wie bei der Titanic.

Wir können leider diese Situation nicht simulieren, wir haben also nicht einmal 1 Versuch. Das Klima ist kein Verhandlungsparter, mit dem wir einen „New Deal“ machen können. Es wartet nicht bis wir uns sozial so gut organisiert haben, dass wir diesem „D-Day“ getrost entgegen sehen können.

Wer nur bei möglichst hohe Subventionen oder Goodies seinen Hintern hochkriegt, der hat den Ernst der Lage nicht verstanden, sondern handelt leider nur aus Opportunität, zwar im Sinne des Klimas und das ist das einzig positive an Subventionen. Ja Sie haben recht, eigentlich ein sehr trübeseeliges Zeugnis für uns als Gesellschaft insgesamt.

Batterien können nur geladen und nicht betankt werden, wenn wir jetzt einmal von BEV ausgehen. FCEV’s sind ja auch Elektroautos.

Sehen Sie, bei Verbrennern sind Sie chancenloss mit erneuerbaren Energien zu fahren. Benzin/Diesel, that’s it, Period.

Bei Elektroautos hingegen, haben Sie die Möglichkeit nachhaltig erzeugte Energie zu benutzen. Wir müssen möglichst schnell zu einem möglichst hohen Anteil nachhaltig erzeugter Energie kommen. 100% ist das Optimum, das wir anstreben sollten.

Es hilft doch nichts einfach nur immer mit dem worst-case Scenario Kohlekraftwerke aus Polen zu argumentieren. Das ist keine positive Haltung, sondern ist so etwas wie: „Ok, es ist halt so, finden wir uns also damit ab.“ Wir können ja damit die Elektrofahrzeuge allesamt in die schmutzige Ecke stellen und die ganze Übung abbrechen. Mit dieser Einstellung sind viel, zu viel unterwegs, die ebenfalls helfen könnten, das Ruder schnell und unwiderruflich herumzureissen.

Es gibt da so einen Spruch von einer gewissen Iron Lady“: „There is no alternativ“, obwohl natürlich in einem andern Kontext ausgesprochen. Aber es postuliert wenigsten den Ernst der Situation. Also wir müssen wie heute bei Covid-19 das Ruder herumreissen, es gibt keine Alternative.

Last edited 7 Monate zuvor by Markus Doessegger

Leider ist ihr text sooooo lang und meine mittagspause soooo kurz. Aber ich gebe ihnen in den meisten punkten recht. Ausser auf das „fehlende“ geld des staates. Wer milliarden für neues kriegsspielzeug hat, aber nicht für nachhaltige subventionen, hat die prioritäten schlicht falsch gesetzt.

Ich kann diese Probleme nicht verstehen. Der Arbeitnehmer hat schon einen gewaltigen Vorteil gegenüber jemanden der ein Fahrzeug selber finanzieren muss und auch unterhalten muss. Dabei dürft es vollkommen egal sein ob es ein E-Fahrzeug oder ein Verbrenner ist.
Mir kommt es immer vor als wenn bei den E-Auto fahrern es gar nicht um die Umwelt geht sondern einfach nur ums Geld. die größte Frechheit in Deutschland ist sowieso dass diese Fahrzeuge von dem steuerzahler subventioniert werden Punkt wenn jemand ein E-Auto fahren möchte soll er gefälligst auch den entsprechenden Preis bezahlen.

E Autos sind in der BRD billiger als in der Schweiz. Richtig mit der Schienenelektrifizierung ist man südlich vom Rhein vor allem dank der NEAT durch den Gotthard , Aushängschild. Sowohl für Güter als auch Personen. Aber mit den ,,Erneuerbaren,, müssen die Eidgenossen von allen Nachbarländern noch viel lernen. Der Verglich mit dem Dieselzug, na ja. Die Strecken von Lindau nach Wangen im Allgäu oder Schaffhausen nach Singen sind noch Uebergangslösungen. Von dort weg gibt es bereits moderne Schnellverbindung Richtung Norden und nach Wien per modernen Siemenszügen.
Das alte Lok-Diesel-System, Hybrid wie im Auto, ist weltweit teilweise immer noch in Betrieb und unverwüstbar .Mal richtig im Schwung laufen die elektrisch fast von alleine weiter.Vor allem in ebenem Gelände.
Die Strecke Bangkok (Thailand) nach Singapore ist zu empfehlen, bevor sie jetzt auch durch eine elektrische Schnellverbindung ersetzt wird.

„BRD“, wo ist das?

Sie haben schon recht, dass auch die Schweiz so einiges aufzuholen hat (KKW’s, PV Anlagen auf den Flachdächern so mancher Office- und Einkaufsgebäuden).
Ganz wichtig ist aber auch zu beachten, dass wir eine Topographie haben die zu 2/3 aus Felsen/Bergen besteht. Das macht die Sache nicht immer so ganz einfach. Dann kämpfen wir auch immer gegen das Zweckbündniss aus grünen Fundamentalisten, Wutbürgern aller Art und SVP, warscheinlich das gösste Hinderniss für eine objektive Zukunft.

Aber es gibt Leuchtürme, z.B. das Dorf Anwil, das während 2 Wochen in einem vergangenen Sommer ausschliesslich nur mit Elektroautos unterwegs war, um den Einwohnern einmal aufzuzeigen, wie die Zukunft in 2030 aussehen könnte und was sie noch für Vorbereitungen treffen müssten, um die doch recht grossen Umstellungen auf diesem Weg, meistern zu können. Habe dem Organisator meinen Tesla Roadster während dieser Zeit zur Verfügung gestellt und habe mich in die ÖV geschwungen.

Ein anderes Bespiel, eine Gemeinde im Kanton Graubünden lebt seit einigen Jahren bereits nachhaltig Energieautark (Solar und Bio). Allerdings, im Verkehr gibt es noch einiges zu tun. Trotzdem, wenn solche Beispiele Schule machen, dann werden wird irgendwann ein KKW obsolet.

Der Kanton Zürich stellt per default allen privaten Haushalten zu 100% Strom aus Wasserkraft zur Verfügung. Wer gerne möchte kann für einen Teil davon mit Solarstrom mixen. Heute garantiert die Kraftwerksgesellschaft, dass das Stromprodukt, also die Vollversorgung seiner elektrischen Energie zu 100% aus erneuerbaren Resourcen hergestellt wird, grossmehrheitlich auch Wasserkraft.

dazu:
„EKZ und EWZ haben Atomstrom verbannt
Das EKZ-Grundprodukt besteht nun aus Wasserkraft. Mit sogenannten Upgrades kann zusätzlich Strom aus Biomasse, Wind- oder Sonnenenergie bezogen werden. Atomstrom für Privathaushalte liefern die EKZ nicht mehr.“ Dezmber 2015
2017 gab es allerdings noch 13% schmutzige Importe. Diese müssen so schnell wie möglich zu 100% verschwinden, so dass auch die Industriellen Stromabnehmer voll nachhaltigen Strom beziehen.

Meine Eigentumswohnung in einem 8 Familien Mehrfamilienhaus hat 2 Erdsonden (geologisch überprüft und zertifiziert) sowie eine Wärmepumpe (Projekt wurde als sehr fortschrittlich bezeichnet und prämiert). Meine Heizrechnung ist zwischen 50-60 Franken (Euro) pro Heizperiode.

Meine Eltern wohnen in einem Haus, das mit Erdgas beheizt wird (inkl. Warmwasseraufbereitung). Ist sauteuer. Mit der Option, Biomasse als Ersatz zu haben. Aktuell bin ich bei 50%/50%.

Ich rechne damit, dass mit der Erstarkung der GLP (Grün Liberalen) bei den letzten Wahlen als auch in Zukunft, sich diese Bilanz noch weiter verbessert.

Also es läuft schon einiges in die richtige Richtung, halt vielerorts noch zu halbherzig.
Ein signifikante Erhöhung der Mineralölsteuer wäre schon lange notwendig, abgestuft je nach Grösse der Verbrennerbolide.

Diejenigen Kräfte, die da so auf die Bremse treten, kommen auch in der Corona Pandemie eher schlechter an im Volk, so dass wir vielleicht doch in den kommenden Wahlen nochmals eine gössere Verschiebung in Richtung Grün-Liberal sehen und damit dann endlich mal die Dämme brechen. Think Positiv.

Ganz wichtig ist, dass wir Elektroautomobilisten immer häufiger auf der Strasse Präsenz zeigen. Wir im Tesla Club arbeiten mit unseren fast 1400 MG tatkräftig daran. Auch die nachkommenden Generationen (Schule) ist ein sehr wichtiges Zielpublikum.

Last edited 7 Monate zuvor by Markus Doessegger

Seit ca. 1784 gibt es keine eidgenossen mehr. Napoleon machte aus der eidgenossenschaft die helvetische republik. Seit Ca. 1887 sind wir schweizer. Nicht mehr und nicht weniger. Nur braunes pack schimpft sich (fälschlicherweise) noch eidgenossen.

Markus, ein richtiger Europäer weiss das BRD immer noch Bundesrepublik Deutschland heisst. Liegt nördlich der Schweiz.
Miguel, Du hast im Geschichtsunterricht offenbar nicht am Fenster gesessen. Die Helvetier gab es schon vor den Römern. Wer glaubst Du, dass dies ist auf der Schweizergeldmünze ist? ( Pass auf mit Deinen rassistischen Bemerkungen , sonst schmeisst Dich Sebastian raus)

Ich weiss wirklich nicht, wer von uns beiden da etwas falsch verstanden hat. Also ich bin nicht Historiker, vielleicht aber Sie.

Was ich nur weiss ist, Dank an die ARD, dessen Programm ich in der Schweiz auch empfangen kann, dass am 3. Oktober 1990 die Herstellung der Einheit Deutschlands vollzogen wurde und dass damit die beiden Staaten BRD und DDR aufgehört haben zu existieren. Womöglich lag ich da die letzten 30 Jahre falsch.

Was aber so faszinierend ist, wir leben im Kanton Zürich und die Heimat meiner Mutter ist Schaffhausen. Ich bin ja sehr oft mit meinen Eltern vor dem besagten Datum bei Lottstetten über die Grenze in die „Bundesrepublik Deutschland“=Innschrift des Grenzschild gefahren. Auch heute fahre ich oft mit meinem Tesla über denselben Grenzübergang. Aber eigenartigerweise steht heute als Innschrift auf dem Grenzschild=“Deutschland“ und überall auf Google Maps steht „Deutschland“ !
Können Sie mir das erklären?

Ich nehme mal an dass Sie Deutscher sind und deshalb Ihnen das sehr leicht fallen sollte. Falls nicht bitte ich Sie um Entschuldigung.

Also der lateinische Name für Schweiz ist Helvetia und der von allen Staaten der Erde anerkannte amtliche Name für Helvetia ist Schweizerische Eidgenossenschaft. Und somit ist der lateinische amtliche Name = Confoederatio Helvetica, im Klartext ein föderalistischer, demokraticher Staat in Mitteleuropa.

Die wiederum von allen Staaten dieser Erde anerkannte Fahne ist das Weisse Kreuz auf Quadratischem Roten Hintergrund und sein Rufname ist wiederum Schweizerische Eidgenossenschaft.

An unserem Bundeshaus (Parlamentsgebäude in Bern) stehen die lateinischen Worte: Curia Confoederationis Helveticae, also die Versammlung der Schweizerischen Eidgenossen. Das ist das mittelgrosse Gebäude mit der grünen Kuppe am Ende der Berner Alstadt hoch über dem Fluss Aare.

Auf jeder Webseite unserer Staatlichen Behörden steht : Schweizerische Eidgenossenschaft.

Hinten auf unseren PkW’s, LkW’s klebt so eine ovale Etikette mit den Buchstaben CH = Confoederatio Helvetica, also wiederum auf Deutsch Schweizerische Eidgenossenschaft. Diese wird von allen anderen Staaten eingefordert sobald wir die Grenze überqueren.

2 Dinge, die ich von Ihnen einfordern möchte:

  1. Erklären Sie bitte der EV Gemeinde hier, was Sie nicht verstanden haben !
  2. Stehen Sie immer noch zu Ihren Worten und erklären Sie öffentlich 8.6 Millionen Schweizer Eidgenossen als braunes Pack.

Und Sie wollen Schweizer sein? Oder eben auch Schweizer Eidgenosse?
Natürlich sage ich auch, wenn mich jemand fragt, von wo ich komme: „ich bin Schweizer“

Wie auch immer bleiben Sie gesund

Last edited 7 Monate zuvor by Markus Doessegger

Sieht man mal, dass man diese schrottigen E-Karren ordentlich bevorteilen muss, damit sich das Ganze irgendwie rechnet. Schön in die eigene Tasche gelogen ist das. So wie das in Deutschland getrieben wird, ist es einfach nur völlig technologiefremde Planwirtschaft. Hauptsache der Strom kommt aus der Steckdose. Wie hier manche E-Auto-Verfechter auf dieser ungerechtfertigten Bevorteilung beharren, ist schon lächerlich 😀

Vollmundige Behauptungen, keine Argumente. „Where is the Beef?“

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