Audi: “Wir haben eine große Entscheidung zu treffen wie E-Autos aussehen sollen”

Audi AG muss sich ernsthafte Gedanken über E-Auto-Design machen

Copyright Abbildung(en): Audi AG

Audi meint es ernst mit der E-Mobilität. Wie sonst sollte man den Ausblick auf ein 12 Milliarden Euro Investment in die Elektromobilität deuten? Müssen Sie auch, wenn sie mit anderen Automobilhersteller Schritt halten wollen. Bis 2025 bringt Audi 20 E-Autos auf die Straße, davon die Hälfte mit rein elektrischem Antrieb und möchte im Jahr 2025 rund 800.000 Elektroautos und Plug-in-Hybride verkaufen“Deswegen stärken wir Investitionen in Elektromobilität und nehmen uns 12 Milliarden Euro vor, so Audi. Das richtige Design spielt hierbei eine entscheidende Rolle.

Autocar.co.uk hat sich hierzu mit Andreas Mindt, dem Leiter des Exterieur-Designs von Audi, unterhalten. Insbesondere das “richtige” Styling eines E-Autos stand im Mittelpunkt des Gesprächs. Mindt gab dabei ganz klar zu verstehen: “Wir haben eine große Entscheidung zu treffen wie E-Autos aussehen sollen”. Unter anderem gilt es daher zuvor mit einem Mythos aufzuräumen, dass Elektroautos keine Kühlung benötigen. Insbesondere bei entsprechenden “E-Superautos” oder Exemplaren wie dem e-Tron GT sei man bei Batterie und Motor auf eine gute Kühlung angewiesen.

Des Weiteren sei es ein Mythos, dass eine kurze Motorhaube sowie eine lange A-Säule beim E-Auto notwendig sein. “Wenn man das macht, wird das Armaturenbrett größer und man hat durch die Größe der Glasscheibe mehr Wärme im Inneren des Autos. Dann kann man die Wärme nicht mehr abführen, da das Energiemanagement in einem Elektroauto sehr gering ist”, so Mindt weiter. Bereits im August hatten wir durch einen Experten erfahren, dass das richtige Thermomanagement im E-Auto die Reichweite beeinflussen kann.

Künftig wird man vor allem am Kühlergrill der Audi E-Autos einer Veränderung erkennen. Statt einem “schwarzen Loch” gibt die Front einen Blick auf die Batterie frei, eingefasst in eine schwarze Maske. Dies bringt den Vorteil mit sich, dass man Sensoren im schwarzen Bereich verstecken kann. Damit diese nicht unangenehm auffallen. Dennoch zeigt sich Mindt selbstbewusst: “Man kann es selbst auf 100 Meter noch als Audi erkennen.”

Quelle: Autocar.co.uk – Audi design boss talks electric supercars and progressive styling

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12 Antworten

  1. Diese Mythen existieren nur im VW Konzern oder bei anderen deutschen Herstellern….Thermalmanagement ist sonst kein Fremdwort bei zukunftsgewandten Autoproduzenten….aber eben genau wegen diesem Mythos lädt z. B. der ach so günstige E Golf auf Langstrecke auch so schlecht….es fehlt ….richtig die Kühlung….beim ID3 hoffentlich vorhanden?!

  2. Audi – seid nunmehr über 20 Jahren bauen sie Fahrzeuge die mit Praktikabilität kaum noch etwas zu tun haben. Dass die E-Mobilität für diesen Hersteller eine besondere Herausforderung darstellt, ist kein Wunder. Bei einem nüchternen Elektrofahrzeug, dass anstatt auf “Performance” auf Sparsamkeit und Effizienz ausgerichtet sein sollte, bleibt für Emotionen, wie sie Audi vorgibt zu verpacken, kein Platz mehr. Bisher sieht es nicht so aus, als ob bei den Autoherstellern insgesamt die Einsicht über “Immer weiter so” triumphiert, sieht man sich die lange Reihe von elektrifizierten Beschleunigungsmonstern in SUV-Form an, die offenbar die einzig erfolgversprechende Bauform darstellen. So werden wir der Klimakatastrophe und dem Verkehrskollaps wohl kaum die Stirn bieten – weder im Fahrzeuginnenraum noch ausserhalb.

    1. Dem stimme ich voll und ganz zu. Ich warte immer noch, ob aus dem Concept-Car “Seat Minimo” Realität wird, oder ob es, wie sooft, bei einer Studie bleibt, obwohl Seat im letzten Frühjahr groß angekündigt hat, dass man damit die E-Mobilität revolutionieren will. Seitdem hört man nichts mehr davon. Für mich als Pendler, der täglich 35km eine Strecke alleine zurücklegt, wäre dies das Ideale Fahrzeug. Ein Sitz, plus etwas Kofferaum. Mehr Platz benötige ich nicht und wenn man sich mal die Belegung der Autos im täglichen Berufsverkehr ansieht, trifft dies wohl auf die allermeisten zu. In dieser Größe würde dieses Fahrzeug als Zweitwagen vielen völlig genügen um von A nach B zu kommen. Der Verbrauch läge wahrscheinlich weit unter 10kW auf 100 km und könnte problemlos, auch ohne Wallbox, an jeder Haushaltssteckdose in kurzer Zeit nachgeladen werden. Ich verstehe nicht, warum kein großer Hersteller sich wirklich an so ein Konzept heran wagt. Wird doch sonst immer die kleinste Nische zum erfinden einer neuen Fahrzeuggattung gesucht. Mir ist natürlich bekannt, dass es den Renault Twizzy gibt. Der ist aber nicht zu Ende gedacht und nicht Wintertauglich. War mir schon immer ein Rätsel, warum man den nicht wenigstens optional mit vernünftigen Türen anbietet.

      1. Ich glaube das Problem sind die erzielbaren Margen. Deswegen fangen alle Hersteller mit großen und teuren Autos an. Da sind die Gewinne größer um die Investitionskosten reinzuholen. Bei Kleinwagen ist die Marge sehr klein wegen kleinem Preis und der geringen Bereitschaft der Käufer für einen Kleinwagen mehr Geld als nötig auszugeben. Obwohl E-Autos natürlich aktuell gerade für Kurzstrecke und als Zweitwagen locker funktionieren. Die Konzerne müssen halt auch Geld verdienen. Selbst Tesla, die ja nun noch nicht ein einziges Jahr Gewinn gemacht haben, haben nicht gleich das Model 3 für 35.000€ (kann man das mittlerweile überhaupt bestellen?) sondern die deutlich teureren Model S und Model C gebracht? Bei einem Auto das sowieso 100.000€ kostet und sich nur betuchte Käufer leisten können, kann man auch mal ein paar 1000€ als Gewinnspanne drauf schlagen, weil das die Käufer mit genug Geld nicht interessiert. Ab einem gewissen Preis geht es mehr darum,

        1. Ab einem gewissen Preis geht es wohl mehr darum, dass der Kunde dieses bestimmte Model haben will und da ist es egal, ob das vergleichbare Auto vom anderen Hersteller 5000€ günstiger ist.

          1. Natürlich ist die Marge bei Kleinwagen sehr begrenzt, das ist mir klar. Aber wenn es möglich ist einen E-Up (oder deren Zwillinge) für ca. 21.000,- auf den Markt zu bringen, dann sollte doch so ein Kleinstfahrzeug für, sagen wir mal, knapp unter 10.000,- möglich sein. Zumal der Akku, der ja im Moment noch die größten Kosten verursacht, nur etwa 10kW groß sein muss um eine tägliche Pendlerstrecke von bis zu 100km hin und zurück locker abzudecken. Mich wundert es halt immer, dass ein solches Fahrzeugkonzept immer nur als das ideale Stadtauto diskutiert wird. Ich sehe es vielmehr als das ideale Pendlerauto, dass mit dem geringsten Energieaufwand, bei trotzdem autotypischem Komfort, eine einzelne Person von A nach B bringt.
            Wenn der Minimo wie in der Concept-Studie angedacht zu einem erschwinglichen Preis auf den Markt käme, wäre ich der erste Käufer.
            Bin gespannt, ob da noch mal was kommt.

          2. Das Auto ist mit Sicherheit sinnvoll und die Reichweiten Kritiker habe sich ja vermutlich auch noch nie so wirklich überlegt, wie viel sie im Alltag eigentlich überhaupt fahren und wenn sie mal wirklich die Reichweite brauchen.
            Ich fürchte bei einem 10.000€ Flitzer wird’s dann auch nichts mehr mit der Umweltprämie weil der Hersteller seinen Anteil nicht mehr leisten kann (siehe e.Go die jetzt die Preise anheben musste weil der Herstelleranteil die Marge auffrisst).

            Man kann sicher in den nächsten Jahr gespannt sein, wie sich die Sparte entwickelt. Zumindest VW scheint ja endlich richtig ernst zu machen. Bei BMW und Daimler habe ich da noch meine Zweifel.

  3. Jööö, Audi hat panische Angst vor Kleinwagen, Stadtautos, Effiziente Formen. Schade, das man nicht mal etwas zurückblicken kann. Der A2 war seiner Zeit weit voraus, und andere kleinere Audi modelle über Jahrzehnte fette Umsatzbringer. Jetzt sieht man aber offenbar nur noch eine Richtung, mit 500 KW und 2,5T, in die Sackgasse.

  4. Welch ein dummes unqualifiziertes Geschwätz! Wenn man einen Experten braucht, der einem erklärt, dass große Glasflächen viel Wärme erzeugen, sollte man sich einen einfacheren Job suchen.

  5. Der e-tron GT ist ja nichts anderes als ein Porsche Taycan. Der Taycan ist ein (Super-)Sportwagen und die wird es auch immer geben. Es wird immer reichere Menschen geben, die sich solch ein Auto kaufen wollen. Gleichzeitig können durch diese sehr teuren Fahrzeuge durch Quersubventionierung auch kleinere Fahrzeuge zu einem erschwinglicheren Preis angeboten werden. Das ist bei ICEV heute ja auch schon der Fall. Kleinwagen werfen seit langem nichts ab, das führt aktuell dazu, dass viele vom Markt verschwinden, weil die Abgasreinigung einfach zu teuer ist. Diese Fahrzeuge müssen also als erstes elektrifiziert werden und annehmbare Preise haben. Auch das kann man dann quer subventionieren.

    Wer würde sich denn ein solches Kleinstfahrzeug kaufen? Ganz ehrlich, ich auch nicht. 10.000 Eur sind auch eine Menge Geld, die nutze ich lieber dafür, mir etwas richtiges zu kaufen als eine Keksdose mit der ich außer die 100km Hin-/Rückfahrt zu meiner Arbeit nichts anfangen kann. Es ist ja nicht so, dass ich das Auto nur brauche und fahre, um damit zur Arbeit zu kommen. Aus Prinzip möchte ich dabei kein SUV, aber die perfekte Symbiose wäre für mich sicherlich eine Mischung aus ID3 und der Sportlichkeit des Model 3. Tesla zeigt ja, dass man mit dem Model 3 sehr sparsam unterwegs sein kann, wenn man will, aber eben auch sportlich Spaß haben kann. Ein Auto, welches nur die Vernunft und Sparsamkeit bedient, kaufe ich nicht. Und das Model 3 mit 1,8t wiegt auch nicht (viel mehr) als ein normaler Golf (7er Variant 1,7t), bietet aber (den Passagieren) mehr Platz und Fahrspaß. Das Model Y wird dann auf gleicher Basis massig Platz bieten.
    Neue Technik wird immer von der Luxusklasse her eingeführt, anders geht es marktwirtschaftlich nicht bzw. nur mit irren Subventionen.

  6. Für eine Firma wie Audi, die einfach immer größere und schmutzigere, stark aufgeladene Diesel auf ein Performance Fahrwerk gesetzt hat ist die Zukunft natürlich kompliziert. Nachhaltigkeit und Zukunftsfähigkeit sind bei A8 und Q7 niemals angedacht gewesen. Mit smarten und energieeffizienten Fahrzeugen Geld zu verdienen ist für ein Unternehmen das lieber betrogen hat, als sich den neuen technischen Herausforderungen zu stellen, extrem schwer.

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