ADAC fordert transparente und faire Preise an Elektroauto-Ladesäulen

ADAC fordert transparente und faire Preise an Elektroauto-Ladesäulen

Copyright Abbildung(en): Raluca Grigore / Shutterstock.com

Was kostet eine Kilowattstunde Strom fürs Elektroauto? Mal 33 Cent, mal 79 Cent, je nach Anbieter und Vertrag. Woanders gibt’s Strom sogar geschenkt, etwa an manchen Supermärkten. Dieses Verwirrspiel, das vielen Elektroauto-Fahrern regelmäßig begegnet, kritisiert nun auch der Automobilclub ADAC. Zudem erschwere die intransparente Preisgestaltung an Ladestationen für Elektroautos den bevorstehenden und von Politik und Autoindustrie befürworteten Durchbruch der Elektromobilität. „Kunden können an der Ladesäule oft nicht erkennen, welche Preise abgerechnet werden“, sagte der ADAC-Vizepräsident für Verkehr, Gerhard Hillebrand, der Nachrichtenagentur DPA.

Er bemängelte auch die teils unfaire Preisgestaltung einiger Ladesäulenbetreiber, und hat damit wohl den Schnellladeanbieter Ionity im Visier, ein Gemeinschaftsunternehmen der Autohersteller VW, Daimler, Ford und BMW. Hier kann das Laden einer Kilowattstunde Strom bis zu 79 Cent kosten, falls der Nutzer ad-hoc ohne Vertrag laden möchte. Strom für 100 Kilometer Fahrt ist an solchen Säulen dann teurer als die entsprechende Menge Benzin oder Diesel. Bisher rechnete Ionity pauschal acht Euro pro Ladevorgang ab. „Von verbraucherfreundlichen Rahmenbedingen bei der Elektromobilität kann aktuell leider mit Blick auf das Laden nicht die Rede sein“, so Hillebrand weiter.

Der ADAC-Vize kritisierte, dass Ladesäulenbetreiber über enorme Preisaufschläge womöglich versuchten, vertragslose Kunden in Verträge zu zwingen. „Teilweise sind die Preise für das Ad-hoc-Laden doppelt so hoch wie jene für Vertragskunden.“ Preisunterschiede wie diese seien nicht akzeptabel, zudem gebe es keine technischen Gründe dafür. „So wird das Ziel der Ladesäulenverordnung unterlaufen, die Elektromobilität zu erleichtern und zu verbreiten.“

Quelle: Automobilwoche — Aufladen von E-Autos: ADAC fordert transparente Preispolitik // Autogazette — ADAC fordert transparente Preispolitik an Ladestationen

Über den Autor

Michael ist freier Journalist und schreibt seit 2012 fast ausschließlich über nachhaltige Mobilität, Elektro- und Hybridautos, Energiethemen sowie Umweltschutz.

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Ich versteh nicht warum die Staatsanwaltschaft nicht einschreitet, das ist reine Abzocke und richtet sich gegen die Elektromobilität.

Wieso wird nicht nach dem Verbrauch von KW sondern nach Minuten abgerechnet. Habe für eine Aufladung bei der EVN für 100 km € 19,50 bezahlt. Werde sicherlich bei keiner öffentlichen Ladesäule mehr tanken. So wird auf diese Weise E-Mobilität bewusst verhindert.
Kaufe mir Diesel oder Benzin betriebene Fahrzeuge aber kein E-Auto mehr.

So weit ich das bisher weiß ist das an den meisten Säulen mittlerweile so. Da war sich mal was mit Eichrecht usw. Man muss leider aufpassen. Unserer Stadtwerke bieten eine Ladekarten an und rechnen sowohl kWh als auch einen Zeittarif ab. Da werde ich schlicht nie laden, kann ich ja auch zu Hause und da bezahle ich nur die kWh. Es gibt anbietet wie EnBW oder Mainau, die nach kWh abrechnen. Maingau verlangt erst Zeitzuschlag ab 2h DC und 4h AC um dem blockieren entgegen zu wirken. Ad-hoc Laden ist so wie ich bisher gesehen habe immer mist und teuer. Habe letzten an einem 50kW Lader an der A7 mal 10min getestet und für gut 40km 2,80€ bezahlt.

die e-mobilität ist eine reine geldmacherei der Industrie und Regierung. die wollen nur ihre Taschen Vollstopfen auf kosten dee Bürger.

henrik, da gebe ich ihnen absolut recht. Feinstaub und CO2 reichen ja zum Atmen auch völlig aus… Saubere Luft wird massive überbewertet.

Wir brauchen wohl ein Netz aus mittelschnellen CCS Ladesäulen auf Autohöfen bzw. in Nähe der Autobahnabfahrten.
Die Ionitylader sind von den Investitionskosten her schon recht teuer und können von den derzeitigen Elektroautos nicht ausgelastet werden.
Solche Lader haben einen Vorteil, wenn die Wartezeit in der beruflichen Nutzung extrem teuer ist.
50kW Lader sind für die meisten auf der Langstrecke genutzten Elektroautos zu langsam und sollten in die Stadt um Fahrzeuge mit großen Akkus zwischenzuladen.
150kW Lader wären sinnvoll, man könnte die Leistung mit vielen Fahrzeugen wie Audi e-tron und den neuen ID.3 mit der größten Batterie gut ausnutzen.

Es zwingt einen doch niemand, an teuren Ladesäulen zu laden. Ist doch bei Tankstellen das selbe, man fährt weiter bis zur Nächsten.

Dann bleiben die halt leer, bis am anderen Ende der Leitung reagiert wird. Entweder der Preis sinkt auf ein marktübliches, akzeptables Niveau oder die Dinger werden irgendwann wieder abgebaut, weil sie nicht genutzt werden. Schade nur um die bis dahin geflossenen Fördermittel…

Ja, wo ein Wille…… Es ist schon ausgesprochen unangenehm mitzubekommen, dass die Gier bei großen Unternehmen ebenso groß ist. Auch hier sollte die von Lobbyisten regierte Politik reaieren?! Herr Scheuer wird auch hier schmunzelnd erörtern, dass alles richtig läuft.

Also ich lade wieder einmal an einer kostenlosen Ladesäule. Und dieses mittlerweile seitdem ich weiß, dass es nicht nur in Deutschland kostenlose CCS Ladesäulen gibt. Viel Spaß mit Eurem E-Auto.

Was passiert erst, wenn dem Bund Milliarden aus der Mineralölsteuer fehlen werden?
Meine Prognose: Es wird zum Ausgleich einen fetten Aufschlag auf „KFZ-Strom“ geben.
Und wer glaubt, das wird nicht passieren, weil Strom bei uns sowieso schon extrem teuer ist, wird bitter enttäuscht werden. Beweis: Niemand von der politischen Seite spricht von den Auswirkungen, wenn es wesentlich weniger Steuereinnahmen über die Tankstellen gibt.

Sie wissen, dass es die „Mineralölsteuer“ schon längst nicht mehr gibt? Sie wurde vor Jahren durch die „Energiesteuer“ ersetzt.

Im Grunde haben Sie natürlich trotzdem Recht, es ist mit Einbußen des Steueraufkommens zu rechnen und dem wird ganz sicher entsprechend begegnet. Dürfte nicht einfach werden, denn ein nicht unbedeutender Anteil der E-Fahrzeuge wird zu Hause geladen. Wie wird man das gegenüber dem Hausverbrauch abgrenzen? -> SmartMeter? Anmeldepflicht? Das wird spannend und entlarvend.

Fehlende Steuereinnahmen aus dem Verkauf von Benzin und Diesel können nahezu 1zu1 durch die steigenden Steuereinnahmen durch steigenden Strombedarf kompensiert werden (bei den aktuellen Steuersätzen, ohne zusätzliche Aufschläge beim Strom):
Steuer bei Benzin: ca. 89ct/L -> bei 7L Verbrauch 6,23€ (pro 100km)
Steuer bei Diesel: ca 68ct/L -> bei 6L Verbrauch 4,08€ (pro 100Km)
Steuern + EEG + Netzentgelte bei Strom: 10ct + 7ct + 7ct -> bei 18 KWh Verbrauch (inklusive Ladeverluste) 4,32€ (pro 100km)

Es ist anzunehmen, das aufgrund des bereits gut ausgebauten Stromnetzes die steigenden Netzentgelte Einnahmen nicht zu 100% für ihren ursprünglich gedachten Zweck benötigt werden.

Fazit: Wenn sich Deutschland den Diesel leisten kann (geringe Besteuerung), dann kann er sich auch auch die E-Mobilität leisten!

bezüglich Maingau ist noch anzumerken

wird über 4 Stunden geladen weil das KFZ nur 6 KWh (Nissan Leaf)
in der Stunde laden kann darf man noch 6 Euro Strafe zahlen obwohl man Strom bezieht.

Hier ist man bei Maingau als Nissan Leaf Fahrer wohl nicht erwünscht.

Wenn man nicht lädt ist das völlig ok. Ladesäulen sollten für Elektrofahrzeug frei sein.
Wer parkt in den Citys?
Es sind die Autos, die elektrisch 30 Kilometer weit kommen und es nah zum einkaufen haben und blockieren die Säulen.

Jede Zapfsäule MUSS anzeigen was der Sprit kostet! Da redet und faselt man über Eichgesetze und VERGISST das Wesentliche, die Forderung nach einer von weitem sichtbaren Anzeige des Preises und die Übermittlung an eine Zentrale Stelle um von dort Apps zur Planung versorgen zu können!

Es ist ja schon erfreulich, dass der ADAC sich nun für die E-Mobilität einsetzt – nachdem er nahezu jahrzehnte alle Versuche von E-Mobilität negatic beurteilt hat und lächerlich gemacht hat.
Würde der von uns bezahlte Verein für die Autofahrer arbeiten und sich nicht nur mit Rennsport und stolzen Chefetagen beschäftigen, die er sich noch von den Werbeaufträgen der Auto- und Mineraloelindustrie vergolden lässt – dann hätten wir evtl. seit 20 Jahren eine vernünftige E-Infrastruktur und bezahlbare Alltagsfahrzeuge!

Ein großes tankstellennetz Flächendeckend gibt es bereits űberEnbw
Dcc0. 49cent Ac0. 39cent optimal für Deutschland Schweiz und Österreich . Bist du ADAC Miedglied veringert sich der Preis für jeweils um 0.10cent für Benutzer

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