Jaguar auf dem Weg zur reinen E-Automarke

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Sebastian Henßler
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Nach dem Erfolg des Jaguar I-PACE – unser Testberichtsowie der unterschätzten Nachfrage nach dem ersten E-Fahrzeug des Unternehmens, stehen alle Zeichen auf E-Mobilität. Bereits Ende 2016 hat Jaguar Land Rover (JLR) bestätigt, dass bis 2020 die Hälfte des Produktportfolios als Elektrofahrzeuge oder Plug-In-Hybride erhältlich sein wird.

Alle Zeichen auf Voll-Elektrifizierung bei Jaguar

Mitte des Jahres 2018 durften wir dann erfahren, dass JLR seine Investitionen in die E-Mobilität spürbar steigern wird. Um rund ein Viertel wird die ursprüngliche Investitionssumme auf 13,5 Milliarden Pfund (rund 15,3 Milliarden Euro) erhöht. Das Geld soll genutzt werden, um künftig elektrifizierte Versionen für alle seine Modelle entwickeln und anbieten zu können. Bis 2024 will man seine Modellpalette gar komplett erneuern. So sind einem Bericht von Autocar zufolge vier neue Baureihen geplant.

In einem aktuellen Bericht von Autocar gibt es nun weitere Informationen zur Entwicklung des Unternehmens. So scheint es bereits einen ausgearbeiteten Strategieplan der Produktingenieuren des Unternehmens geben, der vorsieht, dass Jaguar bis Mitte des nächsten Jahrzehnts zum größten Teil voll elektrifiziert unterwegs sein wird. Sollte sich dies bewahrheiten könnte die konventionelle Fahrzeugpalette von Jaguar in den nächsten fünf bis sieben Jahren auslaufen und durch vollelektrische Fahrzeuge ersetzt werden.

Die Elektrifizierung  im oberen Preissegment von Jaguar scheint demnach auch greifbar nah. So sei eine elektrische Variante des XJ geplant. Ein elektrisches Hypecar scheint auch noch nicht abgeschrieben. Wie wir bereits wissen wird auch die elektrifizierte Version des Jaguar E-Type, welchen Harry und Meghan gefahren haben, als vollelektrische Version auf die Straße kommen.

Auch die Modelle XE und XF, die 2023 auslaufen werden, könnten Elektro-Nachfolger erhalten. Ein brandneuer I-Pace sei für 2025 wahrscheinlich, da dann die Modelle E-Pace und F-Pace eingestellt würden, heißt es weiter im Bericht von Autocar.

Jaguar rückt näher an die E-Auto-Produktion heran und macht sich Gedanken über den Produktionskreislauf

Geht es nach einem aktuellen Artikel des Manager-Magazins, wird Jaguar Land Rover (JLR) nicht nur sein eigenes Fahrzeugportfolio elektrifizieren, sondern auch in die Endmontage von Batterien für Elektroautos einsteigen und dafür eine Produktion aufbauen. So brauche man zwar keine eigene Zellfabrik, werde aber die Herstellung der Batteriemodulepakete nah an die Fahrzeugmontage bringen. Laut Dr. Wolfgang Ziebart von Jaguar steht hier jedoch ein Wandel bevor. Künftig werden aus seiner Sicht eher kleinere, leichtere, kostengünstigere Akkupacks zum Einsatz kommen.

Auch über Recycling macht man sich Gedanken. In erster Linie geht man bei JLR aber auch von einer Second-Life-Lösung aus. Denn selbst bei 70 Prozent Kapazität sind bei einer 90-Kilowattstunden-Batterie immer noch 60/65 Kilowattstunden zur Nutzung verfügbar. Aus Sicht von Ziebart noch eine ganz erhebliche Kapazität, wenn diese beispielsweise mit einem Batteriespeicher für eine Solaranlage zu Hause verglichen wird, der vielleicht 10 Kilowattstunden Kapazität hat.

Ausrichtung von Jaguar Land Rover spielt ebenfalls eine Entscheidung auf dem Weg zur reinen Elektroauto-Marke

Auch das Verhältnis zwischen Land Rover und Jaguar spielt eine wichtige Rolle, bei der Entscheidung eine reine E-Ausrichtung anzugehen. So könnte der Fokus auf Elektromobilität für Jaguar die letzte Chance darstellen, sich zu einer selbsttragenden Marke zu entwickeln, und den CO2-Durchschnitt des Unternehmens derart zu verringern, dass Land Rover künftig keine oder nur wenige E-Modelle fertigen müsse. Was in Hinblick auf die Ausrichtung der Marke durchaus nachvollziehbar wäre.

Quelle: Autocar – Jaguar considers transformation to EV-only brand

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Sebastian Henßler

Sebastian Henßler

Sebastian Henßler hat Elektroauto-News.net im Juni 2016 übernommen und veröffentlicht seitdem interessante Nachrichten und Hintergrundberichte rund um die Elektromobilität. Vor allem stehen hierbei batterieelektrische PKW im Fokus, aber auch andere alternative Antriebe werden betrachtet.

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