Förder-Millionen für deutsche Batterie-Projekte

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Wolfgang Plank
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Für die Batterie-Vorhaben der Unternehmen ElringKlinger (Dettingen) und Manz (Reutlingen) hat das Bundeswirtschaftsministerium (BMWi) am gestrigen Dienstag zwei symbolische Bescheid-Urkunden übergeben. Das BMWi und das Land Baden-Württemberg fördern das Projekt von ElringKlinger mit rund 33,7 Millionen Euro, das von Manz mit rund 71,3 Millionen Euro.

Wie aus einer Mitteilung des Ministeriums hervorgeht, beabsichtigt Manz in seinem Projekt „Lithium-Batteriefabrik der Zukunft“ hocheffiziente Maschinen und Prozesse zur vollautomatisierten Herstellung von Lithium-Ionen-Batterien der Generationen 3 und 4 zu entwickeln. Prozesse und Anlagen basieren demnach auf einem neuen, digitalisierten und kostengünstigen Geschäftsmodell.

ElringKlinger bekommt die Zuschüsse für die Entwicklung und Industrialisierung eines innovativen Zellgehäuse-Designs, das zu einer wettbewerbsfähigen, europäischen Wertschöpfungskette bei Batterien beitragen soll. Durch die neuartige Gestaltung würden Bauteile und Komplexität ebenso reduziert wie der Verbrauch an energieintensiven Rohstoffen wie Aluminium und Kupfer.

Seit Anfang 2019 verfolgt das BMWi mit der Europäischen Kommission und weiteren EU-Mitgliedstaaten zwei IPCEI-Großprojekte (Important Projects of Common European Interest) zur Forschung und Entwicklung in der Batteriezell-Fertigung. Zur Förderung stellt das BMWi insgesamt bis zu drei Milliarden Euro bereit. Deutsche Unternehmen spielen nach Ministeriumsangaben in beiden Projekten tragende Rollen. In Summe würden in beiden Großprojekten allein in Deutschland durch 15 geförderte Unternehmen Innovationen mit Investitionen von über 13 Milliarden Euro angestoßen. Verteilt über alle Vorhaben entstünden so mehrere tausend qualifizierte Arbeitsplätze im Bereich umweltschonender Wertschöpfung.

Aus dem ersten Batterie-IPCEI sind bereits vier von der EU-Kommission genehmigte Projekte gestartet, aus dem zweiten IPCEI fünf. Den weiteren deutschen IPCEI-Vorhaben würden in den kommenden Wochen ebenfalls die Zuwendungsbescheide überreicht, heißt es dazu aus dem Ministerium.

Staatssekretär Tomas Bareiß erklärte, mit den Vorhaben von ElringKlinger und Manz würden grundlegende Bausteine der Batterie-Industrie entscheidend vorangebracht und Türen zu neuen Geschäftsfeldern aufgestoßen. Baden-Württembergs Wirtschaftsministerin Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut bekräftigte das Ziel, bis zum Jahr 2030 rund 30 Prozent der weltweiten Nachfrage nach Batteriezellen aus deutscher und europäischer Produktion bedienen zu wollen.

Quelle: Wirtschaftsministerium Baden Württemberg – Pressemitteilung vom 27. April 2021

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Wolfgang Plank

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Wolfgang Plank ist freier Journalist und hat ein Faible für Autos, Politik und Motorsport. Tauscht deshalb den Platz am Schreibtisch gerne mal mit dem Schalensitz im Rallyeauto.

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