Erste Fahrt im neuen Hyundai Kona EV

Erste Fahrt im neuen Hyundai Kona EV
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Hyundai

Stefan Grundhoff
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  —  Lesedauer 4 min

Hyundai legt seinen Kona neu auf und der soll gerade als Elektroversion viele neue Kunden finden. Das Design des Crossovers ist eigenwilliger geworden – die Technik umso überzeugender. Reichweitenbolzerei und Leistung ohne Ende ist nicht die Sache des Hyundai Kona EV. Anders als viele andere Marken bei den neuen Elektromodellen hält sich der Koreaner auch in seiner neuen Generation überraschend zurück. Er will stattdessen mit hoher Alltagstauglichkeit und einem sparsamen Verbrauch locken.

Da wundert es nicht, dass die Motorleistung mit 114 kW / 156 PS vergleichsweise überschaubar ist. Der 4,35 Meter lange Crossover wird als Elektroversion allein über die Vorderachse angetrieben und holt aus dem vergleichsweise kleinen Akkupaket von 48,4 kWh eine elektrische Reichweite von 360 Kilometern. Nicht viel, aber voll ausreichend für viele Kunden, die auf den Preis schauen, der bei 42.000 Euro beginnen soll. Um kostenbewusst zu sein, ist es auch nichts mit der pfeilschnellen 800-Volt-Ladetechnik, die Hyundai unter anderem bei seinen Modellen Ioniq 5 / 6 anbietet. Der Kona EV ist mit 400-Volt-Technik unterwegs. Von 10 auf 80 Prozent lädt der Koreaner in knapp über 40 Minuten.

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Wem das kleine Akkupaket nicht reicht, der kann wie bei der aktuellen Generation des Hyundai Kona EV die größere Batterie mit ihren 65,4 kWh ordern, die nicht nur Reichweiten von 500 Kilometern garantieren soll, sondern auch an die leistungsstärkere Version mit 160 kW / 218 PS gekoppelt ist. Wer kein Elektromodell will, kann den Hyundai Kona unverändert auch mit zwei Benzinmotoren von 120 und 198 PS bekommen oder als Hybridversion mit 114 kW / 156 PS ordern. Der 198-PS-Turbobenziner ist dabei der Einzige, der auch als Allradversion angeboten wird. Anzunehmen ist, dass eine später folgende N-Sportversion ebenfalls zum Allradler wird, die bisher fehlte.

Bereits mit dem kleinen Elektromotor und den 114 kW / 156 PS ist der koreanische Fronttriebler durchaus flott unterwegs. Für die meisten Kunden dürfte es daher kaum eine Veranlassung geben, sich für die leistungsstärkere Version mit dem großen Akkupaket zu entscheiden. Der Kona EV ist nicht zuletzt durch den cW-Wert vom 0,27 schön leise und für die Kompaktklasse sehr komfortabel abgestimmt. Das Platzangebot durch den Längenzuwachs im Vergleich zum bisherigen Modell (plus 15 cm) ordentlich und so lässt es sich Dank des 2,66 Meter langen Radstandes vorne wie hinten gut sitzen, wobei die Beinauflagen länger sein könnten.

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Fahrer und Insassen blicken auf zwei jeweils zwölf Zoll große Bildschirme für Instrumente und Navigation / Entertainment, die durch haptischen Klimataster darunter ergänzt werden. Der Kofferraum ist für ein Fahrzeug dieser Klasse stattlich, denn hinter der elektrischen Heckklappe stehen mindestens 466 Liter zur Verfügung, die sich durch Umlegen der Rücksitze auf rund 1300 Liter erweitern lassen. Teppiche und Dachhimmel bestehen aus recycelten Plastikflaschen, während die klimatisierten Sitze auf Wunsch mit ökologisch verarbeitetem Leder bezogen sind.

Dabei präsentiert sich der Innenraum mit seinen zahlreichen Ablagen, den großen Displays und zahlreichen Direktbedientasten deutlich volumentauglicher als das Äußere, denn das Design des neuen Hyundai Kona EV dürfte nicht jedem potenziellen Kunden gefallen. Zu polarisierend sind nicht nur Front und Heck mit ihren markanten Leuchteneinheiten nebst durchgehenden LED-Bändern, sondern gerade auch die Flanken mit zahlreichen Kanten und Fugen an Radhäusern und Türen.

Der Ladestecker befindet sich wie bisher an der Front des Kona. Deutlich zugelegt hat der Hyundai Kona EV nicht nur bei seinen Dimensionen, sondern gerade auch den Fahrerassistenzsystemen. Es piepst und blinkt, dass man kaum weiß, die einzelnen Funktionen zu deaktivieren, wenn man einmal zwei km/h zu schnell unterwegs ist oder eine Begrenzungslinie überfährt. Aus besonders engen Parklücken geht es nunmehr jedoch auch per Fernbedienung heraus – bequemer geht es kaum.

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Stefan Grundhoff

Stefan Grundhoff

Stefan Grundhoff ist seit frühester Kindheit ausgemachter Autofan. Die Begeisterung für den Journalismus kam etwas später, ist mittlerweile aber genau so tief verwurzelt. Nach Jahren des freien Journalismus gründete der Jurist 1994 das Pressebüro press-inform und 1998 die Beratungsfirma press-inform consult.

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