„Digitaler Zwilling“ von TWAICE verspricht weniger Zeitaufwand und Kosten im Batterie-Entwicklungsprozess

„Digitaler Zwilling“ von TWAICE verspricht weniger Zeitaufwand und Kosten im Batterie-Entwicklungsprozess
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TWAICE

Sebastian Henßler
Sebastian Henßler
  —  Lesedauer 2 min

TWAICE ist entstanden als Ausgründung aus der TU-München und widmet sich der erheblichen Lebensdauerverlängerung von Lithium-Ionen-Akkus durch Echtzeitanalyse und Optimierung entsprechender Parameter. Umgesetzt wird dies durch die eigens entwickelte Software des Unternehmens. Mit Hilfe von digitalen Zwillingen informiert das Programm von TWAICE präzise über den „Gesundheitszustand“ einer Lithium-Ionen-Batterie.

„Digitaler Zwilling“ spart bereits vor Produktion Kosten für Unternehmen

Künftig müssen Automobilhersteller nicht erst Batterie-Prototypen fertigen, um diese in Alltagssituationen zu bewerten. Dank TWAICE können bestimmte Anwendungsfälle bereits vor dem Bau der Batterie am digitalen Zwilling berechnet werden. Entsprechend legen sie dann die Größe des Akkus fest und vermeiden teure Fehlkalkulationen.

„100.000 Elektroautos entspricht über eine Milliarde Euro an Batteriewert, hier lohnt sich das Optimieren.“ – Stephan Rohr, einer der Gründer von TWAICE

Ein nicht zu unterschätzender Kostenfaktor. Hat die Vergangenheit bereits gezeigt, dass Batterien zu groß oder zu klein geplant wurden, weil vorab keine Fahrdaten verfügbar waren. Mit einem digitalen Zwilling hingegen können solche Daten zuverlässig errechnet werden.

„Die Batterie ist für bis zu 40% der Herstellungskosten von EFahrzeugen verantwortlich. Durch reduzierte Entwicklungskosten und Überdimensionierung kann die Wettbewerbsfähigkeit also deutlich erhöht werden.“ – Stephan Rohr, einer der Gründer von TWAICE

Sowohl Automobilhersteller, als auch Produzenten von Nutzfahrzeugen, Elektrowerkzeugen oder stationären Batteriespeichern nutzen mittlerweile die Softwarte des Start-Ups, um ein besseres Verständnis für die Prozesse im Innern ihrer Batterien zu erhalten. Für die Anwender bedeutet der Einsatz des „Digitalen Zwilling“ weniger Zeitaufwand und Kosten schon im Entwicklungsprozess.

Wartung, Garantiefälle und Reparaturen einfacher durchzuführen

Mit einem digitalen Batterie-Zwilling könnten defekte Module oder Zellen der Batterie präventiv und zielgerichtet ersetzt werden. Bislang sind dazu aufwändige Tests und Diagnoseverfahren üblich, in denen nach einer Schwachstelle gesucht wird.

Durch die Software von TWAICE soll es möglich sein technisch defekte Batteriezellen deutlich schneller und genauer zu lokalisieren. Hierdurch soll sogar die prädiktive Wartung möglich werden. Dies bedeutet, dass Komponenten so frühzeitig ausgetauscht werden , dass sie nicht auch noch andere Teile beschädigen.

Hierdurch sollen sich bei der Wartung zehn Prozent des Materialeinsatzes und sogar 30 Prozent der Personalkosten einsparen lassen. Sollte die Batterie tatsächlich einmal ausfallen, hilft die TWAICE-Software wieder: Mit den gewonnenen Daten wird schnell klar, ob ein Garantiefall eintritt und wer den Schaden zu tragen hat.

Im Rahmen einer Seedfinanzierung konnte sich das Start-Up im September 2018 1,2 Millionen Euro sichern, um die Produktentwicklung weiter voranzutreiben. Mehr als ein halbes Jahr später erhöht das Start-Up, zur Sicherung seines rasanten Wachstums, die Seed-Finanzierung auf 3,2 Millionen Euro.

Quelle: TWAICE – Pressemitteilung vom 28. August 2019

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Sebastian Henßler hat Elektroauto-News.net im Juni 2016 übernommen und veröffentlicht seitdem interessante Nachrichten und Hintergrundberichte rund um die Elektromobilität. Vor allem stehen hierbei batterieelektrische PKW im Fokus, aber auch andere alternative Antriebe werden betrachtet.

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