„Brauchen den Blick ins Innere der Batterie“

„Brauchen den Blick ins Innere der Batterie“
Copyright:

Twaice

Wolfgang Plank
Wolfgang Plank
  —  Lesedauer 2 min

Das politische Ziel scheint klar. Wohl ab 2030 sollen zumindest innerhalb der EU keine Neuwagen mehr mit Verbrennungsmotor zugelassen werden. Und: Trotz aller Debatten um Wasserstoff-Antriebe wird für die nähere Zukunft wohl eher das Akku-Auto den lokal emissionsfreien Antrieb verkörpern – zumal Batterien und Zellchemie nach Ansicht vieler Fachleute noch großes Potenzial für Entwicklungen bieten.

Auch Matthias Simolka bescheinigt dem Stromspeicher eine glänzende Zukunft. Er arbeitet als Ingenieur für Twaice Technologies – ein Unternehmen, das sich auf Software für vorausschauende Batterieanalyse spezialisiert hat. Auch wenn der Akku durch seine Produktion derzeit noch in der Kritik stehe, sagt er, dränge der Markt bei Lithium-Ionen-Batterien doch zunehmend auf hohe Nachhaltigkeitsstandards bei der Herstellung.

In seiner Analyse erklärt Simolka, auch das Recycling sowie geschlossene Wertschöpfungsketten würden zunehmend relevante Kriterien für Hersteller. Noch in diesem Jahr solle zudem mit einem EU-Entwurf die Grundlage für einen Batteriepass gelegt werden. Damit verbunden seien verbindliche Vorgaben und Standards für mehr Transparenz bei den sozialen, ökologischen und ökonomischen Eigenschaften der Batterien. In naher Zukunft, glaubt Simolka, könnten Akkus verstärkt mit weniger schädlichen und weniger seltenen Rohstoffen hergestellt werden. So gebe es erfolgversprechende Ansätze verschiedener Hersteller, Batterien ohne Lithium und stattdessen mit Natrium zu produzieren. Dies werde die Kosten senken und die Abhängigkeit von wertvollen Rohstoffen mindern.

Entscheidend sei aber vor allem, dem Stromspeicher zu einem zweiten Leben zu verhelfen. Hier hält er die Batterie-Analytik für unabdingbar. Ein Thema, dem sich sein Arbeitgeber verschrieben hat. Simolka: „Mit Hilfe von Software lässt sich für jeden Typus von Batterie deren Abnutzung und Alterungsprozess bei bestimmten Arten der Verwendung feststellen und prognostizieren.“ Dieser tiefe Blick sei unerlässlich.

Selbst komplexe Batteriesysteme könnten so effizienter, nachhaltiger und zuverlässiger werden, sagt der Ingenieur, der nach eigenen Angaben mehrere Jahre zu Alterungsprozessen an Akkus geforscht hat. Entsprechende Auswertungen würden einen langlebigeren Einsatz und eine Wiederverwendung in anderen Bereichen maßgeblich fördern. Mit Informationen zum „Gesundheitszustand“ der Batterie werde ein „Second-Life” von Batterien überhaupt erst ermöglicht – ohne die Sicherheit während des Betriebs zu beeinträchtigen.

worthy pixel img

Dir gefällt Elektroauto-News?

Mache uns zu deiner bevorzugten Quelle bei Google. Dadurch werden dir unsere neuesten Artikel und Testberichte in deiner Google-Suche häufiger angezeigt.

Google Preferred Badge - Elektroauto-News
Kostenlos & jederzeit in deinen Google-Einstellungen änderbar.
Wolfgang Plank

Wolfgang Plank

Wolfgang Plank ist freier Journalist und hat ein Faible für Autos, Politik und Motorsport. Tauscht deshalb den Platz am Schreibtisch gerne mal mit dem Schalensitz im Rallyeauto.

Artikel teilen:

Wird geladen...

Weiteres in Automobilindustrie

Automobiler Mittelstand meldet Standortkrise in Deutschland

Automobiler Mittelstand meldet Standortkrise in Deutschland

Sebastian Henßler  —  

Eine VDA-Umfrage unter 116 Unternehmen zeigt, dass sich die Geschäftslage im automobilen Mittelstand deutlich verschlechtert hat.

EU-Regulierung beschleunigt Chinas Fabrikoffensive in Europa

EU-Regulierung beschleunigt Chinas Fabrikoffensive in Europa

Sebastian Henßler  —  

Chinesische Autobauer sichern sich Produktionsstandorte in Europa, bevor ein neues EU-Gesetz Direktinvestitionen aus China erschwert.

„Made in Europe“: VW, Stellantis und Renault fordern simple EU-Regeln

„Made in Europe“: VW, Stellantis und Renault fordern simple EU-Regeln

Tobias Stahl  —  

Volkswagen, Stellantis und Renault wenden sich in einem gemeinsamen Schreiben an die EU – und fordern möglichst simple Regeln zum Schutz der hiesigen Automobilindustrie.

CATL-Chef dämpft Erwartungen an Festkörperbatterien

CATL-Chef dämpft Erwartungen an Festkörperbatterien

Sebastian Henßler  —  

Nicht Zeitpläne, sondern technische Durchbrüche entscheiden über die Zukunft der Festkörperbatterie. CATL-Chef Zeng erklärt, wo die Technologie heute steht.

Mercedes-Veteran: Warum deutsche Firmen den Mut verloren haben

Mercedes-Veteran: Warum deutsche Firmen den Mut verloren haben

Sebastian Henßler  —  

Harald Schlarb war 36 Jahre bei Mercedes, baute die Tesla-Gigafactory mit auf – und erklärt, warum deutsche Firmen das Risiko wieder lernen müssen.

Exklusiv: Wie Alpitronic seine Hypercharger vor Hackern schützt

Exklusiv: Wie Alpitronic seine Hypercharger vor Hackern schützt

Sebastian Henßler  —  

Alpitronic lässt seine Ladesäulen hacken – ohne Grenzen und mit KI-Unterstützung. Was dahintersteckt, zeigt ein exklusiver Besuch im Cybersecurity-Labor.

Was steckt hinter Alpitronics Testlabor? Wir waren vor Ort

Was steckt hinter Alpitronics Testlabor? Wir waren vor Ort

Sebastian Henßler  —  

Wie macht man einen Hypercharger fit für Norwegen, Arizona und die Türkei? Die Antwort liegt im Bozner R&D-Zentrum von Alpitronic.