VW-Chef Diess: „E-Autos brauchen bald keine Prämie mehr“

VW-Chef Diess: "E-Autos brauchen bald keine Prämie mehr"

Copyright Abbildung(en): Volkswagen AG

Volkswagen-Chef Herbert Diess plädiert für ein schnelles Ende staatlicher Förderung bei bestimmten Antriebsarten. „Elektroautos brauchen in wenigen Jahren keine staatlichen Kaufprämien mehr, denn dann sind sie in der Herstellung meistens nicht mehr teurer als ein Verbrenner„, sagte Diess in einem Interview mit der „WirtschaftsWoche“.

Nach diversen Studien – unter anderem von „Bloomberg New Energy Finance“ – dürften elektrisch betriebene Pkw und Transporter in Europa spätestens ab 2027 in allen Fahrzeugklassen in der Herstellung billiger als Verbrenner sein. Sollte der Gesetzgeber noch strengere CO2-Ziele für beschließen, könnten E-Autos bis 2035 in der gesamten EU 100 Prozent der Neuverkäufe ausmachen.

Noch attraktiver wären E-Autos im Vergleich mit anderen Fahrzeugen, wenn alle Antriebsarten bei der Förderung gleichbehandelt werden würden„, wird der Konzern-Boss weiter zitiert: „Der Diesel wird mit acht Milliarden Euro Steuervorteil pro Jahr gefördert, das ist ein Mehrfaches der staatlichen E-Auto-Kaufprämien.“ Kerosin für Flugzeuge hingegen sei nach wie vor sogar völlig steuerfrei. „Das verzerrt den Markt, ist schädlich für den Klimaschutz und sollte schnellstmöglich enden.

Neben der Umstellung der Autos auf Elektroantrieb will der VW-Konzern nun auch in das Geschäft mit neuen, klimafreundlichen Schiffsantrieben einsteigen. „50 Prozent der Schiffsmotoren weltweit kommen aus unserem Konzern„, sagte Diess. Die Motoren könnten in den kommenden 15 Jahren auf Erdgas umgerüstet werden und danach auf Ammoniak-Antrieb. Das würde gut in das Geschäftsmodell der MAN Energy Solutions passen – mit einem großen Hebel für den Klimaschutz. Allerdings müsse die Internationale Schifffahrtsorganisation IMO entsprechende Vorgaben machen, so Diess. Erst damit entstehe auch ein Markt für die neue Technik.

Das Unternehmen MAN Energy Solutions leitet seit 2020 ein Konsortium zur Entwicklung eines mit Ammoniak betriebenen Motors für die Schifffahrt. Die Technik gilt als Alternative zum Wasserstoffantrieb. Ammoniak ist ein sogenanntes E-Fuel und kann wie Wasserstoff klimaschonend mit erneuerbaren Energien hergestellt werden – gilt aber als einfacher und kostengünstiger zu handhaben.

Quelle: Wirtschaftswoche – Diess: Elektroautos in wenigen Jahren nicht mehr teurer als Verbrenner

Über den Autor

Wolfgang Plank ist freier Journalist und hat ein Faible für Autos, Politik und Motorsport. Tauscht deshalb den Platz am Schreibtisch gerne mal mit dem Schalensitz im Rallyeauto.

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Das ist schon der Diess, der das alles sagt und nicht der Hofreiter?

und der ID.3 (als Beispiel) wurde schon wie oft im Preis gesenkt?

Die ganze Rechnung geht nur auf wenn endlich mal die Förderungen für Ölmultis abgedreht werden und bei Benzin und Diesel der CO2 Foodprint in den Preis hinein gerechnet wird.

1€ / Liter fossile Treibstoffe / CO2 Abgaben für Holz / Gas und Ölheizungen und massiver Ausbau von öffentlichen Verkehrsmittel und erneuerbarer Energie.
Wasserstoff, weil man diese Kuh so gerne reitet darf nur in Umlauf gebracht werden wenn er tatsächlich grün ist und nicht aus Erdgas hergestellt wird.
Ab dem Moment ist eMobilität günstiger als Verbrenner, aber wird nicht heißen dass Mobilität jemals wieder günstig sein wird!

Stimmt, PHEVs brauchen keine Förderung, die sind sowieso überflüssig und in den meisten Fällen alles andere als umweltverträglich.

Genau, dann wenn man selbst eine Massenplattform für die Kompaktklasse fertig hat, „brauchen“ alle E-Autos keine Prämie mehr.

Schonmal daran gedacht, dass andere Hersteller noch nicht soweit sind? Aber das ist ja Konkurrenz…
Oder das höhere Klassen auch aufwändiger und teurer sind?

Diese Sogenannte Prämie war noch nie nötig sie ist eine reine subvention der Unternehmen zur Gewinnsteigerung und sonst nichts, der Bürger hat absolut gar nichts davon, da war schon danals so der 2500 Euro Prämie, da wurden Die Neuwagen auch plötzlich um 2500 Euro teuerer ca. 6 Monate nach dem auslaufen der Prämie sanken die Preise um 2500 Euro (Persönliche Erfahrung) „war wohl reiner Zufall“ „Ironie“
das gleiche jetzt wieder lässt sich vor allem beim Dacie Spring beobachten der baugleiche Renaul KZ-E in China mit minmal kleinerer Batterie kostet dort nur 9900 Euro vor Förderung!! in Deutschland 20.000 Euro und in Frankreich 17.000 Euro

Wenn der Eigenheim(zuhause)-Lader-Markt gesättigt ist wird der Akkumarkt stoppen. Der Ausbau der öffentlichen Ladestruktur wird lange brauchen um ausreichend vertrauenswürdig zu sein um sich ein Akkuauto zu kaufen. Solange wird sie ungenutzt rummstehen oder allenfalls von Eigenheimladern genutzt werden. Dauerparkplätze werden durch Ladeplätze dezimiert, obwohl sie nach dem Laden weiter gebraucht werden. Doppelte Suche, zum Laden, dann zum Dauerparken danach. Doppeltes Laufen dazwischen. Doppelter Platzbedarf, abends, zum Laden, dann zum Dauerparken. Die Gesellschaft wird gespalten, in Autobesitzer mit eigener Lademöglichkeit und NichtautobesitzerÖPNV / lange Verbrennerfahrer mit Warten auf Umbau zu H2verbrennern.
Denn die grössere „Dritte Welt“ kann sich eine Ladeinfrastruktur nicht leisten, aber mobile H2Tankstellen. Akkufahrer werden auf ihren Wagen sitzenbleiben, da es einen interessierten Gebrauchtwagenmarkt nicht geben wird. Allenfalls andere Eigenheimlader. Nebenbei, Wasserstoffwirtschaft mit dezentraler Speicherung wird einen zentralen Blackout verunmöglichen.

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