Tesla: Freie Werkstätten können nun Tesla Stromer reparieren

Tesla: Freie Werkstätten können nun Tesla Stromer reparieren

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kfzgewerbe.de verkündet Mitte Februar 2021, dass künftig unabhängige Kfz-Betriebe den uneingeschränkten Zugang zu Reparatur- und Wartungsinformationen der Marke Tesla erhält. Der Elektroautohersteller reagiert somit auf mehrere Beschwerden, welche bei der EU-Kommission eingegangen sind. Infolgedessen habe Tesla zum Jahreswechsel seine Plattform für Reparatur- und Wartungsinformationen entsprechend angepasst. Unabhängige Kfz-Betriebe können damit uneingeschränkt auf die Infos zugreifen.

Fraglich ist allerdings wie viele der freien Werkstätten diese Möglichkeit nun nutzen werden. Denn nur weil diese es können, heißt dies nicht, dass sie es auch umsetzen. Daher sind die Auswirkungen des Zugangs zum Reparatur-Portal auf den Markt nicht abschätzbar. Mitte 2020 hatten der deutsche Branchenverband Zentralverbands Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) und andere Marktteilnehmer bei der EU-Kommission Beschwerde eingelegt, dass Tesla nur seinen Partnern einen Zugang gewähre. Gemäß der geltenden Gesetzgebung muss allen Kfz-Betrieben ein diskriminierungsfreier Zugang zu Reparatur- und Wartungsinformationen sowie zur Diagnose- und Programmierungssoftware gewährt werden. Nach Angaben des ZDK verlangt Tesla momentan eine sehr hohe Gebühr (125 Euro pro Stunde) für die Nutzung der Diagnose- und Programmierungssoftware sowie ein geringeres Entgelt (30 Euro pro Stunde) für Wartungsinformationen über das technische Portal.

Eben diese hohen Gebühren stoßen unangenehm auf. Geht es nach Ansicht des ZDK verstoßen die erhobene Gebühr für die Diagnose- und Programmierungssoftware gegen die in der Typgenehmigungsverordnung (EU) 2018/858 verankerte Diskriminierungsklausel. Denn durch die hohen Gebühren sei es unabhängigen Kfz-Betrieben nicht möglich, den Kunden ein vergleichbares Serviceangebot gegenüber den autorisierten Tesla-Betrieben zu ermöglichen. Da die freie Werkstatt verständlicher Weise ihre Nutzungskosten der Diagnose- und Programmierungssoftware sowie der Wartungsinformationen dem Endkunden weitergeben muss, insofern man profitabel arbeiten möchte. „Wir werden daher auch dieses Problem an die zuständigen Stellen bei der Europäischen Kommission kommunizieren, um eine Verbesserung zu erwirken“, betont ZDK-Vizepräsident Wilhelm Hülsdonk.

Quelle: kfzgewerbe – ZDK erwirkt Zugang zu Wartungs- und Reparaturinformationen der Marke Tesla

Über den Autor

Sebastian Henßler hat Elektroauto-News.net im Juni 2016 übernommen und veröffentlicht seitdem interessante Nachrichten und Hintergrundberichte rund um die Elektromobilität. Vor allem stehen hierbei batterieelektrische PKW im Fokus, aber auch andere Alternative Antriebe werden betrachtet.

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„Fraglich ist allerdings wie viele der freien Werkstätten diese Möglichkeit nun nutzen“
– hier ist nicht die Frage der Quantität sondern der Qualität wesentlich entscheidend…
Nur die besten kommen durch!
Btw. Wiedermal ein grosser Schritt Richtung Massenmarkt 😉

Typisch für diese Firma. So lange nicht liefern, bis man von Behörden ernsthaft unter Druck gesetzt wird und dann eine neue Hürde aufbauen, die wieder erst per Beschwerde an die Behörde langwierig nachgeregelt werden muss. Danach werden sie vermutlich ein neues Spielchen erfinden. Ist genauso wie mit dem MCU-Tausch, der erst auf Urteil der NHTSA jetzt stattfinden soll. Ich meine, mir ist’s egal, wie Tesla mit seinen Käufern umgeht. Ich werde niemals betroffen sein. Aber es zeigt, den Umgang mit Kunden und das Kundenbild, das dahinter steht. Das nur, falls Tesla sich wundert, warum sein Anteil in Deutschland am Elektromarkt auf 9% abgestürzt ist.

Ich verstehe nicht, warum Tesla freien Werkstätten den Zugang erschwert.Es wäre doch genau in ihrem Interesse, wenn viele freie Werkstätten den Service wohnortnah anbieten würden, den sie nicht anbieten können. Das nächste Tesla Service Center liegt 180 km von mir entfernt. Das ist einer der Hauptgründe für mich, keinen Tesla zu kaufen. Eine Reparatur bedeutet für mich den Zeitaufwand eines ganzen Tages, wenn nicht sogar mehrere Tage. Ich muss das Fahrzeug bringen und abholen. Ein weiterer Grund ist der oft schlechte Service im Service Center, angefangen damit, dass man ihn nur mit einer App erreichen kann. Freie Werkstätten sind im Gegensatz zu Tesla auf Kundennähe und Service ausgerichtet. Man kennt sich persönlich, die Werkstatt ist per Telefon jederzeit erreichbar und Auge in Auge ist alles rund ums Auto geklärt, vom Reifenwechsel bis zur Reparatur eines Unfallschadens.

Last edited 11 Monate zuvor by Elektrisch unterwegs im Oldenburger Münsterland

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