Tesla: Freie Werkstätten können nun Tesla Stromer reparieren

Tesla: Freie Werkstätten können nun Tesla Stromer reparieren
Copyright:

Christopher Lyzcen / Shutterstock.com

Sebastian Henßler
Sebastian Henßler
  —  Lesedauer 2 min

kfzgewerbe.de verkündet Mitte Februar 2021, dass künftig unabhängige Kfz-Betriebe den uneingeschränkten Zugang zu Reparatur- und Wartungsinformationen der Marke Tesla erhält. Der Elektroautohersteller reagiert somit auf mehrere Beschwerden, welche bei der EU-Kommission eingegangen sind. Infolgedessen habe Tesla zum Jahreswechsel seine Plattform für Reparatur- und Wartungsinformationen entsprechend angepasst. Unabhängige Kfz-Betriebe können damit uneingeschränkt auf die Infos zugreifen.

Fraglich ist allerdings wie viele der freien Werkstätten diese Möglichkeit nun nutzen werden. Denn nur weil diese es können, heißt dies nicht, dass sie es auch umsetzen. Daher sind die Auswirkungen des Zugangs zum Reparatur-Portal auf den Markt nicht abschätzbar. Mitte 2020 hatten der deutsche Branchenverband Zentralverbands Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) und andere Marktteilnehmer bei der EU-Kommission Beschwerde eingelegt, dass Tesla nur seinen Partnern einen Zugang gewähre. Gemäß der geltenden Gesetzgebung muss allen Kfz-Betrieben ein diskriminierungsfreier Zugang zu Reparatur- und Wartungsinformationen sowie zur Diagnose- und Programmierungssoftware gewährt werden. Nach Angaben des ZDK verlangt Tesla momentan eine sehr hohe Gebühr (125 Euro pro Stunde) für die Nutzung der Diagnose- und Programmierungssoftware sowie ein geringeres Entgelt (30 Euro pro Stunde) für Wartungsinformationen über das technische Portal.

Eben diese hohen Gebühren stoßen unangenehm auf. Geht es nach Ansicht des ZDK verstoßen die erhobene Gebühr für die Diagnose- und Programmierungssoftware gegen die in der Typgenehmigungsverordnung (EU) 2018/858 verankerte Diskriminierungsklausel. Denn durch die hohen Gebühren sei es unabhängigen Kfz-Betrieben nicht möglich, den Kunden ein vergleichbares Serviceangebot gegenüber den autorisierten Tesla-Betrieben zu ermöglichen. Da die freie Werkstatt verständlicher Weise ihre Nutzungskosten der Diagnose- und Programmierungssoftware sowie der Wartungsinformationen dem Endkunden weitergeben muss, insofern man profitabel arbeiten möchte. „Wir werden daher auch dieses Problem an die zuständigen Stellen bei der Europäischen Kommission kommunizieren, um eine Verbesserung zu erwirken“, betont ZDK-Vizepräsident Wilhelm Hülsdonk.

Quelle: kfzgewerbe – ZDK erwirkt Zugang zu Wartungs- und Reparaturinformationen der Marke Tesla

worthy pixel img
Sebastian Henßler

Sebastian Henßler

Sebastian Henßler hat Elektroauto-News.net im Juni 2016 übernommen und veröffentlicht seitdem interessante Nachrichten und Hintergrundberichte rund um die Elektromobilität. Vor allem stehen hierbei batterieelektrische PKW im Fokus, aber auch andere alternative Antriebe werden betrachtet.

Artikel teilen:

Wird geladen...

Weiteres in Elektroauto Hersteller

Bidirektionales Laden (V2G): Polestar arbeitet an virtuellem Kraftwerk

Bidirektionales Laden (V2G): Polestar arbeitet an virtuellem Kraftwerk

Felix Katz  —  

Polestar entwickelt für das bidirektionale Laden ein virtuelles Kraftwerk. So sehen die Potenziale und Herausforderungen der Vehicle-to-Grid-Technologie aus.

Caterham Project V: bildschön und leicht, aber teuer

Caterham Project V: bildschön und leicht, aber teuer

Felix Katz  —  

Caterhams Project V soll 2026 auf die Straßen kommen – für mindestens 90.000 Euro. Das Konzeptmodell kommt von einem bekannten Designer.

VW setzt auf lokale Kooperationen in China

VW setzt auf lokale Kooperationen in China

Maria Glaser  —  

Um sich weiterhin erfolgreich auf dem chinesischen Markt für Elektroautos zu behaupten, arbeitet VW eng mit Unternehmen vor Ort zusammen.

EnBW feiert 1000 Schnellladestandorte für E-Autos

EnBW feiert 1000 Schnellladestandorte für E-Autos

Michael Neißendorfer  —  

1000 Standorte in ganz Deutschland: EnBW betreibt eines der größten Schnellladenetze für Elektroautos bundesweit.

Zeekr 001 und X: Bestellstart in Schweden und den Niederlanden

Zeekr 001 und X: Bestellstart in Schweden und den Niederlanden

Felix Katz  —  

Die Zeekr-Modelle 001 und X können in Schweden und den Niederlanden vorbestellt werden. Der Auslieferungsstart ist im Herbst.

„Kaum erfüllbar und realitätsfern“: Widerstand gegen Euro 7 wächst

„Kaum erfüllbar und realitätsfern“: Widerstand gegen Euro 7 wächst

Felix Katz  —  

Die geplante Euro-7-Abgasnorm scheint auf der Kippe zu stehen. Mehrere EU-Staaten und Autohersteller wollen eine weitere Senkung der Grenzwerte verhindern.

Batterieproduktion in Europa in Gefahr?

Batterieproduktion in Europa in Gefahr?

Hannes Dollinger  —  

Eine neue Studie besagt, dass bis zu 68 Prozent der bis 2030 in der EU geplanten Lithium-Ionen-Batterie-Produktionen gefährdet sind.