Studie rechnet mit 34 Millionen Elektroautos in Europa bis 2030

Studie rechnet mit 34 Millionen Elektroautos in Europa bis 2030

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Elektromotor, Hybrid oder doch Wasserstoff? Ein revolutionärer Wandel bewegt die Automobilindustrie: Um die elektrische, klimaneutrale und vollvernetzte Mobilität der Zukunft kämpfen Autohersteller, Zulieferer und neue Heraus­forderer. Etablierte Industrie­standorte mit Millionen von Arbeits­kräften müssen sich neu erfinden. Die Elektrifizierung ver­än­dert aber nicht nur die Autoindustrie rasant. Denn innovative Technologien und neue Geschäfts­modelle durchbrechen alte Branchengrenzen: Unternehmen aus dem Bereich Telekommunikation flirten mit Carsharing; Supermärkte machen mit Lade­säulen der klassischen Tank­stellen Kon­kurrenz; Elektroautos als Stromspeicher per Vehicle-to-Grid mit dem Netz verbunden fördern erneuerbare Energien; Chemie­unternehmen engagieren sich für Leicht­bau; und die großen Internet-Konzerne arbeiten am autonomen Fahren.

Das Marktforschungsunternehmen Ceresana hat den rasch wachsenden europäischen Markt für elektrisch angetriebene Personen­kraft­wagen unter­sucht, getrennt nach batterieelektrischen Autos (BEV) und Plug-in-Hybrid-Fahrzeugen (PHEV).

Automobilindustrie unter Strom

Die Transformation der Fahrzeugindustrie habe enorme wirtschaftliche Aus­wirkungen: Derzeit sind in Europa mehr als 357 Millionen Pkw unterwegs, davon 37 Prozent in Osteuropa inklusive Russland und der Türkei. Noch über­wiegen Autos mit Benzin- oder Diesel­motoren (ICE). Die Elektro­mobilität wird aber in vielen Staaten massiv gefördert und prescht von einem Rekord zum nächsten.

Gegen den allgemeinen Trend erreichten elektrisch angetriebene Fahr­zeuge im vergangenen Jahr einen Durchbruch: Während die Zahl der Neuzulassungen im Gefolge der Corona-Krise europaweit im Vergleich zu 2019 insgesamt um fast 21 Prozent einbrach, legten die Verkäufe von Elektroautos massiv zu. In Westeuropa haben PHEV und BEV nun bereits einen Anteil von 12,4 Prozent an den Neuzulassungen. Die europäischen Auto­produzenten Volks­wagen, BMW, Daimler und Renault konnten dabei gegenüber dem Branchenprimus Tesla und asiati­schen Herstellern wie BYD deutlich aufholen.

Fast alle europäischen Staaten fördern mit finanziellen und rechtlichen Anreizen den Kauf von emissionsarmen Fahrzeugen. Selbst vergleichs­weise arme Länder, wie z.B. Rumänien, Griechenland oder die Slowakei, gewähren großzügige Zuschüsse und Kredite für die Anschaffung von umweltfreundlichen Elektroautos. Gleichzeitig werden CO2-Emissionen von Verbrennungs­motoren bei Kfz-Steuern, Maut- und Park-Gebühren oder Versicherungen zunehmend mit Abgaben belegt. Die Produktion von Batterie-Systemen, aber auch die Ladeinfrastruktur wird massiv ausge­baut. Wesentliche Treiber der Elektromobilität sind die Vorgaben der Europäischen Union, die im Rahmen ihres „Green Deal“ die Grenzwerte für Treibhausgas-Emissionen immer weiter verschärft.

CleanTech erobert die grüne Zukunft

Die Analysten von Ceresana erwarten für ganz Europa, dass die Neuzulassungen von elektrisch angetriebenen Fahrzeugen (PHEV & BEV) bis 2030 auf mehr als 8,7 Millionen pro Jahr wachsen werden. Für BEV bedeutet dies einen durchschnittlichen Anstieg von 25 Prozent pro Jahr; PHEV sollen voraussichtlich um 11,7 Prozent zulegen. Mit Zuwächsen von rund 33,8 Prozent bei BEV und 29,2 Prozent bei PHEV erreichen die Länder in Osteuropa die höchsten Steigerungen – allerdings von einem vergleichsweise geringen Niveau aus.

Gleichzeitig dürften sonstige Antriebstechnologien, also vor allem Autos mit konventionellen Verbrennungsmotoren, in ganz Europa einen Rück­gang von insgesamt voraussichtlich 3,4 Prozent jährlich verzeichnen. Der Prognose von Ceresana zufolge werden im Jahr 2030 auf Europas Straßen fast 34 Millionen reine Elektroautos und 13,8 Millionen Plug-in-Hybride fahren. In Westeuropa steigt damit der Anteil von Elektroautos am gesamten Fahrzeugbestand von rund 1 Prozent im Jahr 2020 auf voraussichtlich 20 Prozent im Jahr 2030.

Die aktuelle Studie von Ceresana berücksichtigt Veränderungen der Innovations- und Marktzyklen, Technologie und Effizienzsteigerung der Antriebsstränge, aber auch die spezifische Situation in den verschiedenen Ländern: Gesellschaftliche und ökonomische Trends wie Einkommensentwicklung, Fahrleistung, demografischer Wandel und Urbanisierung unterscheiden sich innerhalb Europa sehr. Von Kleinwagen über Mittelklasse- bis zu Luxus- und Sportwagen müssen Autohersteller ihr Produktportfolio und die Produktionskapazitäten für Elektroautos an die Ansprüche der jeweiligen Konsumenten anpassen. Das Bewusstsein für Umweltschutz und Nachhaltigkeit, das Interesse für Recycling und Kreislaufwirtschaft sind nicht überall gleich ausgeprägt – entsprechend auch nicht die staatlichen Subventionen und Förderprogramme. Der Ausbau der Ladeinfrastruktur und die Umsetzung der politischen und rechtlichen Vorgaben zum Klimaschutz werden mit unterschiedlich großem Enthusiasmus vorangetrieben.

Quelle: Ceresana – Pressemitteilung vom 22.03.2021

Über den Autor

Michael Neißendorfer ist E-Mobility-Journalist und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

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Wie schön, dass wir Marktforschungsinstitute wie Ceresana haben! Sind sie doch in der Lage, die Zukunft vorherzusehen. Und wenn es nicht ganz stimmen sollte, passen sie die Prophezeiung einfach der Realität an. Zum Schluss stimmt dann das Ergebnis und die Kasse des Marktforschungsinstituts auch. Das erleben wir beinahe täglich, vor allem in Pandemiezeiten.
Immerhin werden damit ein paar Arbeitsplätze gesichert. Das ist nach meiner Meinung aber auch der einzige Pluspunkt bei solchen Instituten. Glauben darf man das nicht, was die absondern. Und wer es trotzdem tut, ist selber schuld.

Letztlich ist das unter Berücksichtigung der politisch gesetzten Leitplanken und den Plänen der Hersteller eine konservative Vorhersage. Wenn 2030 20% des Bestandes elektrisch sind, bedeutet das, 2030 fahren noch 80% Verbrenner herum.

Die soziologische Frage ist nicht berücksichtigt , wie stark das Momentum gegen den Verbrenner wird, wenn die early majority beginnt, elektrisch zu fahren. Die Rogers-Kurve des Innovationszyklusses kann in unserer vernetzten Welt, wo wir dem Terror der „Überguten“ ausgesetzt sind, durchaus explodieren. Wie frühere Raucher oft die militantesten Nichtraucher sind.

Wenn dann It-Places wie Sylt oder Monaco für Verbrenner genauso wenig befahrbar werden, wie alle Kurbäder und die Citys wie München, Hamburg, Berlin, dann schmälert das die Attraktivität von teuren Fahrzeugen mit Verbrennungsmotoren so sehr, dass auch Elektroauto-Phobiker einlenken müssen. Bleiben als Verbrennerfahrer abgehängte Landeier…

Es kann passieren, dass Verbrennerfahren bald sozial so wenig akzeptiert wird wie Müll in den Wald kippen. Da stelle ich lieber vorher schon um 😉

Meiner Meinung nach sind solche Studien von Leuten erstellt, die immer noch nicht die Zeichen der Zeit erkannt haben. Es wird davon ausgegangen, dass die Lebenseinstellung der Millenials und zukünftigen Generationen immer noch dieselbe sein wird wie vor 20 Jahren, demnach es immer noch ein Menschenrecht ist ein Auto besitzen zu MÜSSEN. So wie wenn alles die kommenden pr 100 in Harmonie bleiben würde, wie es immer war. Also der ganze Verbrennerwagen Park muss zwingend durch ein e-Wagen Park ersetzt werden. So wie wenn das irgendwo in einem Grundgesetz verankert wäre.

Ich weise darauf hin, dass wir und auch die Autofirmen erkennen sollten, dass gerade Leute, die in einer Stadt wohnen, ganz bewusst KEIN AUTO (egal ob Verbrenner, e-Auto, irgendwelche Hybriden) MEHR WOLLEN, PUNKT. Die Leute werden MEHR ÖV WOLLEN, mehr Parks in der Stadt, mehr Fahrräder etc. und sie werden das auch POLITISCH DURCHSETZEN, und das ist auch richtig so.

Ich könnte mir gut vorstellen, dass 2030 ein Bestand von 60 Mio Autos für ganz Europa genügen wird und dass 2030 schon bereits 50% -60% der Autos BEV sein werden. Da wir in Zeitnot sind wegen des Klimas wäre eh alles Andere peinlich.

Wir werden erkennen müssen, dass reihenweise Regierungen endlich mal ihre Sozi oder behäbig bürgerlichen Mehrheiten ablegen werden und dass mal eine wirklich progressive in die Zukunft denkende Schicht die Verantwortung übernehmen wird. Weg von diesem altertümlichen Denken des Alten Europa aus dem 20. Jahrhundert. Die ganze Autoindustrie mit ihren Mineralölseilschaften ist immer noch zu stark von diesem behäbigen und verknöchertem System geprägt, das einem neuen Denken und Bewusstsein endlich mal Platz machen müsste. Ein paar Gretas müssten uns endlich mal die Kappe waschen. Sie werden vermehrt bestimmen, wie SIE die Zukunft haben wollen und nicht wie wir sie verkrampft versuchen erhalten zu wollen.

Es ist doch nicht getan den alten Wein in neuen Schläuchen zu schlürfen. Deshalb so viel Auto wie nötig und diese dann aber nachhaltig mit BEV und wer halt will mit FCEV oder irgend ein Zwitter davon. Aber sicher einfach nicht mehr mit einem ICE Antrieb.

Leute, die Zukunft gestalten wollen, haben abgeschlossen mit dem alten gradlinigen Denken. Die wollen mehr. Die wollen die Grenzen neu definieren und diese Leute werden die Trends setzen und diese Leute sind vorwiegend ausserhalb dieses alten Europa zu finden. Diese Leute werden einfach Ihren Weg gehen und nach Lösungen suchen die Grenzen zu verschieben, ob das alte Europa da mitmachen will oder nicht. Die Zeiten sind reif, dass Leute mit dem unbändigen Willen neue Zeichen zu setzen wollen, Leuten wie Ferdinand Porsche, Henry Ford etc. Einige werden scheitern und das ist legitim. Aber viele werden stärker hervorgehen, um die alte Garde abzulösen. Das ist doch ganz normal und hat sich so über Jahrtausende bewährt.

Die gründen dafür Startups und sind alles Andere als reine Manager, also sogenannte „Verwalter“ des Status Quo. Man schraubt ein bischen an diesem und an jenem Rädchen, und dann wird das schon als DEN RIESEN ERFOLG ausgerufen.

Der Triggerpunkt für Leute wie Elon Musk und selbstverständlich vielen Anderen ist, wenn man diese Leute mit der Aussage konfrontiert, „das geht nicht“. Genau da hängen diese Leute ein und machen es möglich. Und selbstversändlich verschätzen auch die sich ab und zu mit dem Timing. Das war auch früher nicht anders. Sie David, haben immer noch nicht erkannt, dass die Zukunft diese Leuten gehört.

So wie „Volks Wagen“ (neu vielleicht „Volts Wagen“) und all die andere Deutschen Autobauer es in sich verinnerlicht haben darf es nicht weitergehen. „Ich bin der Grösste“, „Ich bin der Beste und Stärkste“, „Europa ist das Zentrum der Welt und niemand anders kann/darf besser sein“, „Es kann nur Einen geben“ und das muss auch die kommenden paar 100 Jahre so bleiben. Dann wird VW halt weltweit noch 2-3 Mio nachhaltige Autos herstellen, „so what“? Neue Hersteller werden ebenso viele produzieren. Ob Tesla dann auch nur 2 Mio verkaufen wird ist völlig irrelevant. Ich glaube das zwar nicht, aber history will tell. Es geht um die Welt und nicht nur immer um Europa.

Alle Zahlen hier in diesen Blogs werden immer nur auf Europa bezogen. Und damit wird ganz klar, dass wie man es auch immer dreht und wendet Deutschland und Europa immer als die grossen Sieger hervorgehen werden. Jeder klopft sich wieder frisch fröhlich auf die Schultern und erklärt: „Die Harmonie ist wieder hergestellt“. Und alle gehen beruhigt nach Hause und trinken genüsslich ein Bier. Das ist eine Selbsttäuschung. Jeder kann sich seine Torpfosten selber setzten, so dass sie für ihn immer von Vorteil sind. Klar Europa ist immer noch wichtig, aber Andere werden immer Wichtiger.

@David: Noch etwas, Sie erklären immer wieder, dass VW immer das günstigste Angebot haben wird und dass es damit sonnenklar ist, dass jeder der nicht VW kauft ein Dummkopf sein muss. So wie jeder der nicht bei Aldi und Lidl einkauft ein Dummkopf sein muss.
Und weiterhin gehen Sie immer davon aus, dass jeder der bereits einen VW hat auch wieder einen VW haben muss, so wie wenn der Käufer beim VW Kauf eine Klausel akzeptieren müsste, die verpflichten würde, nach 10 Jahren wieder einen VW zu kaufen. Was ist das nur für ein Denken.

Ich wundere mich, wo du die letzten 12 Monate warst. Es ist doch ein offenkundiger Trend zu mehr individueller Mobilität festzustellen. Und der geht weiter – es wird nicht die letzte Pandemie gewesen sein. Nur mal Deutschland: Der eigene Pkw (50 Mio.) der eigene Kamin (11 Mio.) die eigene Urlaubsflugreise (ca. 120 Mio./Jahr), der Einkauf im Discounter (46%) – glaubst du ernsthaft, die Menschen richten sich nach deinen moralin-sauren Sozialismus-Ansätzen?

Die machen, was sie wollen. Der Bestand an privaten Pkw wird etwas abnehmen, wenn autonomer Ersatz zu akzeptablen Preisen und zu akzeptablen Verfügungszeiten gerufen werden kann. Das wird nur in urbanen Gegenden und dort auch erst in 10-15 Jahren der Fall sein. Er wird dann eh abnehmen, weil die Babyboomer langsam anfangen zu sterben. Leute wie du, die noch zuhause Bier trinken.

Verbotszonen können die Alternativen durchaus beschleunigen…
Bis 2030 müssen 2% des Kerosins synthetisch sein. Das macht Flugreisen teurer. Vielleicht sind die Reisen oder der Kraftstoff irgendwann auch nicht mehr steuerbefreit. Lasst uns einfach mal abwarten wie sich die Bedingungen und Vorraussetzungen in den nächsten Jahren ändern.

Denn eines ist absolut sicher: Die Union wird nach der nächsten Wahl nicht einfach durchregieren können (also gar nichts ändern) wie das die letzen 16 Jahre der Fall war…

Es gibt aber eben auch einen Gegentrend. Junge Leute die allen Ernstes fordern, dass ihre zukünftige Nahrungsmittelversorgung nicht für überflüssigen Konsum in der Gegenwart geopfert wird. Die eben was dagegen haben, wenn die Software die Hardware zerstört. Und dann werden die die Software eben ändern, sobald die Mehrheit dafür da ist. Trend zu individueller (hochmotorisierter) Mobilität hin oder her.

Wir haben eben ganz unterschiedliche Ansichten wie die Zukunft der Mobilität insgesamt aussehen und auf welchem Weg diese Ziele erreicht werden sollen.

Die Menschen sind nicht da, um einer jetzt schon viel zu grossen Branche das Überleben zu sichern, die ein viel zu grosses Klumpenrisiko ganz besonders für Deutschland darstellt. Wir Schweizer haben auch so eines und das sind die Grossbanken. Denen wurden die Flügel im Investment Banking auch immer noch viel zu wenig gestuzt (siehe Credit-Suisse und Hedge-Funds).

Wenn die Regierungen endlich mal die Rahmenbedingungen auf pro Klima stellen würden, und ich meine nicht nur hie und da ein klein wenig.

Rahmenbedingungen, die kraftstoffmässig auf dem Verursacherprinzip beruhen würde und so ausgerichtet sind, dass breite PS-Schultern kräftig an die Transformation zur Nachhaltigkeit beitragen und so vielleicht kleinen PS-Schultern den Umstieg erlauben oder erleichtern. Und das ohne Staatssubventionen, die nur wieder unsere Kinder belasten.
Ich sage, es ist eine Frage des Willens bis eine bestimmte kritische Masse in der Politik erreicht ist und dann geht das plötzlich. Eine Chance für Deutschland in diesem Herbst.

Ich bin überzeugt, dass wenn diese Rahmenbedingungen richtig gesetzt werden, wir alle ohne Einbussen des Wohlstandes / Lebensqualität unserer Generationen und derjenigen unserer Kinder, sehr wohl machbar ist. Hin zu anderen Formen von Mobilität, viel mehr und affordable ÖV auf breiter Ebene, viel weniger Autos und diese dann aber nachhaltig. Und das Alles im Kontext pro Lebensmittelversorgung aus der Umgebung in einer modernen Dienstleistungsgesellschaft.

Ein andere Möglichkeit wäre, die aber auch politischen Willen benötigt, den CO2 Grenzwert von 95 g/km schrittweise auf z.B. 20 g/km zu reduzieren. Was glaubst Du was das für eine Schub an Kreativität bei den Autofirmen auslösen könnte.

Verwenden wir doch ganz einfach mal unsere Energie konzentriert auf: Überwinden des Status Quo asap. So kommen wir vielleicht auch schneller aus der Frühjahresmüdigkeit heraus. 🙂

Last edited 6 Monate zuvor by Markus Doessegger

In Zukunft wird es mehr Autos geben. Wenn man animmt das mehr Beschäftigte teilweise im Homeoffice arbeiten, werden mehr Autofahrer seltener und weiter in die Grossstadt zum arbeiten pendeln. Günstige Monatskarten können nur sinnvoll benutzt werden, wenn man jeden Arbeitstag in den Betrieb muss. Wenn es in Zukunft bezahlbare vollautomatisierte Elektroautos gäbe, dann könnte man die Fahrzeit für andere Tätigkeiten nutzen z.B. im Auto frühstücken und würde sich noch mindestens 1/4 Fahrstunde weiter vom Wohnort entfernt bewerben.

Ihren Anmerkungen entnehme ich, dass fast ganz Deutschland grenzenlos in ihre Autos verliebt sein müssen. Da kann ich von Glück reden, dass wir in der Schweiz nicht wirklich eine Autoindustrie haben. Nun gut, ich bin wirklich froh, dass in der Schweiz der ÖV (Zug, Schnellbahnen, Busse, Trams, etc.) sehr gut ausgebaut ist, so dass ich, wenn ich mich einigermassen gut organisiere, ohne Auto auskommen würde. Nun ich benutze mein BEV, mein Fahrrad und den ÖV gleichermassen und bin daneben auch noch Fussgänger.

Wenn der Staat in Deutschland endlich mal die Rahmenbedingungen auf pro ÖV stellen würde, dann müssen Sie keine Angst mehr haben, dass die Fahrkarten des ÖV mit dem Individualverkehr konkurenzfähig werden. Ist einfach nur eine Frage der Einstellung der Leute, im Herbst die Weichen anders zu stellen. Baden Würtenberg macht es vor. Andere werden folgen. Wie gesagt, die Einsicht, der Wille und Common Sense muss bei den Leuten vorhanden sein, sonst bleibt es halt leider beim Status Quo.

Seit Jahren beobachte ich die Reaktionen bei Wahlen und Abstimmungen der Bevölkerung in Zürich, der grössten Stadt der Schweiz. Vor 2 Jahren gab es noch 2 Autofahrspuren in eine Richtung, heute 1 Autospur und 1 Fahrradspur. Ich mache mit Ihnen eine Wette, dass es in 2 Jahren 2 Fahrradspuren geben wird. Und so wird die Bevölkerung der Stadt, nicht irgendwelche Fundis, das so beschliessen, bis die Stadt autofrei sein wird. Und das ohne Einbussen der Lebensqualität der Urbanen Bevölkerung. Ganz einfach, weil sich die Lebenseinstellung gerade der Urbanen Bevölkerung generell in eine andere Richtung entwickelt als Sie das prognostitieren. Das ist legitim und das wird auch an der Wahlurne so beschlossen werden. Stellen Sie sich vor, die Leute leben, arbeiten und geniessen ihr Leben in der Stadt und das alles OHNE Auto. Und so wird das auch in den kommenden 10-20 Jahren das Stadtbild sein. Die Greta Generation wird dann schon fast 30 Jahre alt sein und die werden ganz simple einfach die aussterbenden Generationen bei Wahlen überstimmen. So einfach geht das, legitim und demokratisch. Wer in der Stadt wohnt/arbeitet/lebt braucht kein Auto und will auch kein Auto mehr.

Übrigens ich wohne auf dem Lande und bin alles Andere als ein grüner oder roter Fundi aber ich höre genau zu, analysiere die Aussagen der Leute und stelle fest, dass es in diesem Jahzehnt schon eine demokratisch Mehrheit geben wird, die keinesfalls ein Auto, weder ICE noch EV, haben möchte, ja sogar gänzlich ablehnt.

Leute im Homeoffice organisieren sich neu, werden kreativ und brauchen immer weniger ein Auto. In meiner Firma gibt es 150 Tiefgaragenplätze, davon sind momentan ca. 30 besetzt. Alle Leute wohnen min. 15km von der Firma entfernt. Ca. 3/4 der Leute kommen entweder mit dem ÖV oder dem Fahrrad zur Arbeit. Das war vor Corona so und wird es auch irgendwann nach Corona sein.

Last edited 6 Monate zuvor by Markus Doessegger

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