Studie rechnet mit 34 Millionen Elektroautos in Europa bis 2030

Studie rechnet mit 34 Millionen Elektroautos in Europa bis 2030

Copyright Abbildung(en): shutterstock / Lizenzfreie Stockfoto-Nummer: 576448054

Elektromotor, Hybrid oder doch Wasserstoff? Ein revolutionärer Wandel bewegt die Automobilindustrie: Um die elektrische, klimaneutrale und vollvernetzte Mobilität der Zukunft kämpfen Autohersteller, Zulieferer und neue Heraus­forderer. Etablierte Industrie­standorte mit Millionen von Arbeits­kräften müssen sich neu erfinden. Die Elektrifizierung ver­än­dert aber nicht nur die Autoindustrie rasant. Denn innovative Technologien und neue Geschäfts­modelle durchbrechen alte Branchengrenzen: Unternehmen aus dem Bereich Telekommunikation flirten mit Carsharing; Supermärkte machen mit Lade­säulen der klassischen Tank­stellen Kon­kurrenz; Elektroautos als Stromspeicher per Vehicle-to-Grid mit dem Netz verbunden fördern erneuerbare Energien; Chemie­unternehmen engagieren sich für Leicht­bau; und die großen Internet-Konzerne arbeiten am autonomen Fahren.

Das Marktforschungsunternehmen Ceresana hat den rasch wachsenden europäischen Markt für elektrisch angetriebene Personen­kraft­wagen unter­sucht, getrennt nach batterieelektrischen Autos (BEV) und Plug-in-Hybrid-Fahrzeugen (PHEV).

Automobilindustrie unter Strom

Die Transformation der Fahrzeugindustrie habe enorme wirtschaftliche Aus­wirkungen: Derzeit sind in Europa mehr als 357 Millionen Pkw unterwegs, davon 37 Prozent in Osteuropa inklusive Russland und der Türkei. Noch über­wiegen Autos mit Benzin- oder Diesel­motoren (ICE). Die Elektro­mobilität wird aber in vielen Staaten massiv gefördert und prescht von einem Rekord zum nächsten.

Gegen den allgemeinen Trend erreichten elektrisch angetriebene Fahr­zeuge im vergangenen Jahr einen Durchbruch: Während die Zahl der Neuzulassungen im Gefolge der Corona-Krise europaweit im Vergleich zu 2019 insgesamt um fast 21 Prozent einbrach, legten die Verkäufe von Elektroautos massiv zu. In Westeuropa haben PHEV und BEV nun bereits einen Anteil von 12,4 Prozent an den Neuzulassungen. Die europäischen Auto­produzenten Volks­wagen, BMW, Daimler und Renault konnten dabei gegenüber dem Branchenprimus Tesla und asiati­schen Herstellern wie BYD deutlich aufholen.

Fast alle europäischen Staaten fördern mit finanziellen und rechtlichen Anreizen den Kauf von emissionsarmen Fahrzeugen. Selbst vergleichs­weise arme Länder, wie z.B. Rumänien, Griechenland oder die Slowakei, gewähren großzügige Zuschüsse und Kredite für die Anschaffung von umweltfreundlichen Elektroautos. Gleichzeitig werden CO2-Emissionen von Verbrennungs­motoren bei Kfz-Steuern, Maut- und Park-Gebühren oder Versicherungen zunehmend mit Abgaben belegt. Die Produktion von Batterie-Systemen, aber auch die Ladeinfrastruktur wird massiv ausge­baut. Wesentliche Treiber der Elektromobilität sind die Vorgaben der Europäischen Union, die im Rahmen ihres „Green Deal“ die Grenzwerte für Treibhausgas-Emissionen immer weiter verschärft.

CleanTech erobert die grüne Zukunft

Die Analysten von Ceresana erwarten für ganz Europa, dass die Neuzulassungen von elektrisch angetriebenen Fahrzeugen (PHEV & BEV) bis 2030 auf mehr als 8,7 Millionen pro Jahr wachsen werden. Für BEV bedeutet dies einen durchschnittlichen Anstieg von 25 Prozent pro Jahr; PHEV sollen voraussichtlich um 11,7 Prozent zulegen. Mit Zuwächsen von rund 33,8 Prozent bei BEV und 29,2 Prozent bei PHEV erreichen die Länder in Osteuropa die höchsten Steigerungen – allerdings von einem vergleichsweise geringen Niveau aus.

Gleichzeitig dürften sonstige Antriebstechnologien, also vor allem Autos mit konventionellen Verbrennungsmotoren, in ganz Europa einen Rück­gang von insgesamt voraussichtlich 3,4 Prozent jährlich verzeichnen. Der Prognose von Ceresana zufolge werden im Jahr 2030 auf Europas Straßen fast 34 Millionen reine Elektroautos und 13,8 Millionen Plug-in-Hybride fahren. In Westeuropa steigt damit der Anteil von Elektroautos am gesamten Fahrzeugbestand von rund 1 Prozent im Jahr 2020 auf voraussichtlich 20 Prozent im Jahr 2030.

Die aktuelle Studie von Ceresana berücksichtigt Veränderungen der Innovations- und Marktzyklen, Technologie und Effizienzsteigerung der Antriebsstränge, aber auch die spezifische Situation in den verschiedenen Ländern: Gesellschaftliche und ökonomische Trends wie Einkommensentwicklung, Fahrleistung, demografischer Wandel und Urbanisierung unterscheiden sich innerhalb Europa sehr. Von Kleinwagen über Mittelklasse- bis zu Luxus- und Sportwagen müssen Autohersteller ihr Produktportfolio und die Produktionskapazitäten für Elektroautos an die Ansprüche der jeweiligen Konsumenten anpassen. Das Bewusstsein für Umweltschutz und Nachhaltigkeit, das Interesse für Recycling und Kreislaufwirtschaft sind nicht überall gleich ausgeprägt – entsprechend auch nicht die staatlichen Subventionen und Förderprogramme. Der Ausbau der Ladeinfrastruktur und die Umsetzung der politischen und rechtlichen Vorgaben zum Klimaschutz werden mit unterschiedlich großem Enthusiasmus vorangetrieben.

Quelle: Ceresana – Pressemitteilung vom 22.03.2021

Newsletter

Erhalte jeden Montag, Mittwoch und Freitag aktuelle Themen wie „Studie rechnet mit 34 Millionen Elektroautos in Europa bis 2030“ sowie die neusten Informationen aus der Welt der Elektromobilität kostenfrei direkt ins eigene Postfach. Kuratiert aus einer Vielzahl von Webseiten und Blogs.
Ja, ich möchte den gratis E-Mail-Newsletter von Elektroauto-News.net abonnieren. Die Datenschutzerklärung habe ich gelesen. Die Einwilligung zum Versand des Newsletters kann jederzeit widerrufen werden. Hierzu reicht es auf den Abmeldelink zu klicken, welcher sich in jedem Newsletter befindet.

Fakten & MeinungenDiskutiere mit der E-Community

Abonnieren
Benachrichtige mich bei
10 Comments
Inline Feedbacks
View all comments

Wie schön, dass wir Marktforschungsinstitute wie Ceresana haben! Sind sie doch in der Lage, die Zukunft vorherzusehen. Und wenn es nicht ganz stimmen sollte, passen sie die Prophezeiung einfach der Realität an. Zum Schluss stimmt dann das Ergebnis und die Kasse des Marktforschungsinstituts auch. Das erleben wir beinahe täglich, vor allem in Pandemiezeiten.
Immerhin werden damit ein paar Arbeitsplätze gesichert. Das ist nach meiner Meinung aber auch der einzige Pluspunkt bei solchen Instituten. Glauben darf man das nicht, was die absondern. Und wer es trotzdem tut, ist selber schuld.

Letztlich ist das unter Berücksichtigung der politisch gesetzten Leitplanken und den Plänen der Hersteller eine konservative Vorhersage. Wenn 2030 20% des Bestandes elektrisch sind, bedeutet das, 2030 fahren noch 80% Verbrenner herum.

Die soziologische Frage ist nicht berücksichtigt , wie stark das Momentum gegen den Verbrenner wird, wenn die early majority beginnt, elektrisch zu fahren. Die Rogers-Kurve des Innovationszyklusses kann in unserer vernetzten Welt, wo wir dem Terror der „Überguten“ ausgesetzt sind, durchaus explodieren. Wie frühere Raucher oft die militantesten Nichtraucher sind.

Wenn dann It-Places wie Sylt oder Monaco für Verbrenner genauso wenig befahrbar werden, wie alle Kurbäder und die Citys wie München, Hamburg, Berlin, dann schmälert das die Attraktivität von teuren Fahrzeugen mit Verbrennungsmotoren so sehr, dass auch Elektroauto-Phobiker einlenken müssen. Bleiben als Verbrennerfahrer abgehängte Landeier…

Diese News könnten dich auch interessieren:

Mit dem Nissan Ariya vom Nordpol zum Südpol
Volkswagen startet in Emden zweite deutsche E-Auto-Fertigung
Polestar investiert in XFC-Technologie von StoreDot

Deine Anmeldung zum Newsletter:
Ein letzter Schritt fehlt noch.

Vielen Dank für deine Anmeldung zum Newsletter von Elektroauto-News. Du erhältst in Kürze eine E-Mail, in der sich ein Link zur Freischaltung deiner E-Mail-Adresse befindet. Erst durch die Bestätigung des Links dürfen wir deine E-Mail-Adresse zum Versand unseres Newsletter freischalten (Double-Opt-In).