Speicher ermöglichen mehr als 80 Prozent eigenen Solarstrom im E-Auto

Speicher ermöglichen mehr als 80 Prozent eigenen Solarstrom im E-Auto

Copyright Abbildung(en): shutterstock / Lizenzfreie Stockfoto-Nummer: 1812967378

Die Elektromobilität ist unmittelbar mit dem Betrieb privater Ladestationen verbunden, wie eine aktuelle Untersuchung von EUPD Research zeigt. Mit Solarstrom vom eigenen Hausdach kann der zusätzliche Strombedarf eines Elektroautos ökologisch und kostengünstig gedeckt werden. Der stationäre Stromspeicher trägt hierbei wesentlich zur Integration des Solarstroms bei. Bei einem durchschnittlichen Fahrprofil mit 2500 kWh Stromverbrauch reicht bereits eine 7-kWp-Solaranlage mit entsprechendem Heimspeicher aus, um das Elektrofahrzeug zu gut 80 Prozent mit eigenem Solarstrom zu laden. Je nach Systemkonfiguration können mit Photovoltaik und Heimspeicher über 50 Prozent der Ladekosten gegenüber dem Haushaltsstrompreis eingespart werden, so das Marktforschungs- und Beratungsunternehmen in einer aktuellen Mitteilung.

Neben dem stetig wachsenden Angebot an voll- und teilelektrischen Fahrzeugen benötigt die Elektromobilität insbesondere eine adäquate Ladeinfrastruktur. Trotz eines starken Zuwachses an Ladestationen im öffentlichen Raum steht für den zukünftigen E-Autofahrer die eigene Ladestation klar im Fokus. Dies zeigt eine aktuelle Befragung des Bonner Beratungshauses EUPD Research unter gut 500 Hausbesitzern in Deutschland. Die Untersuchung im Auftrag des Stromspeicherspezialisten E3/DC offenbart, dass für drei Viertel der Befragten die heimische Ladestation die oberste Priorität besitzt. Mit deutlichem Abstand und lediglich sechs Prozent der Antworten wird das Angebot an Lademöglichkeiten beim Einkaufen bevorzugt. Für fünf bzw. vier Prozent der Befragungsgruppe bleibt die klassische Tankstelle an der Autobahn oder in der Stadt der wichtigste Ort für eine Ladestation. Nur für drei Prozent der befragten Hausbesitzer ist das Laden am Arbeitsplatz am wichtigsten.

Mit der Installation der heimischen Wallbox stellt sich die Frage, welcher Strom über die Ladestation in das Elektroauto geladen werden soll. Aktuell bieten in Deutschland gut 100 Energieversorger spezifische Autostromtarife an. Mit einem derartigen Stromtarif kann ein Durchschnittsfahrer gegenüber dem normalen Haushaltsstrom etwa 110 Euro pro Jahr einsparen. Mit der eigenen Photovoltaik-Anlage in Kombination mit einem Heimspeicher bietet sich die Option, lokal erzeugten Ökostrom direkt vom eigenen Hausdach in die Batterie des Elektroautos zu laden. Neben dem ökologischen Vorteil besteht zudem nochmals deutliches Kosteneinsparpotential im Vergleich zum Bezug aus dem Stromnetz. Die Nutzung des eigenen Solarstroms für die Elektromobilität ist jedoch mit Herausforderungen verbunden. Das im Tagesverlauf und jahreszeitlich schwankende Angebot an Solarenergie muss mit dem Ladebedarf des Elektroautos in Einklang gebracht werden.

Unter der Annahme, dass das E-Auto wochentags ab 17:00 Uhr, samstags am Nachmittag und sonntags am Vormittag an der Ladestation angeschlossen ist, kann eine Photovoltaik-Anlage mit sieben Kilowatt installierter Leistung über das Jahr 39 Prozent des Strombedarfs durch direkten Eigenverbrauch decken. Ergänzt um einen Heimspeicher mit sieben Kilowattstunden Nettokapazität verdoppelt sich die jährliche solare Deckung auf 81 Prozent, so EUPD Research.

EUPD-Elektroauto-Solarstrom-PV-Anlage-Eigennutzung
EUPD Research

Je nach Fahrprofil verändert sich natürlich auch der Strombedarf für das Elektroauto. Ein Wenigfahrer mit 5000 km Fahrleistung und einem Strombedarf für das Elektromobil von 900 kWh kann bereits mit einer 6-kWp-PV-Anlage in Kombination mit einem 6-kWh-Speicher 80 Prozent des Jahres mit Solarstrom fahren. Mit steigender Fahrleistung erhöht sich entsprechend der Strombedarf, sodass der Durchschnittsfahrer bei einem Strombedarf für das elektrische Fahren von 2500 kWh bereits mit 7 kWp Photovoltaik und 7 kWh Speicherkapazität 81 Prozent solare Abdeckung realisieren kann. Für einen Vielfahrer mit 5000 kWh Strombedarf ist eine 12-kWp-PV-Anlage mit entsprechender Speicherdimensionierung erforderlich, um analog der anderen Fahrprofile mindestens 80 Prozent Solarstrom im Jahresdurchschnitt laden zu können.

Im Jahresverlauf wird klar ersichtlich, dass insbesondere im Winterhalbjahr der Heimspeicher unerlässlich ist, um den selbst produzierten Solarstrom für die Nutzung im Elektroauto zwischen zu speichern“, ergänzt Dr. Martin Ammon, Geschäftsführer der EUPD Research die Untersuchungsergebnisse.

Neben dem Ziel eines möglichst hohen PV-Eigenverbrauchsanteils am Ladestrom stehen auch die Ladekosten im Fokus der Analyse von EUPD Research. Für den Besitzer eines Elektroautos mit einem durchschnittlichen Fahrprofil und entsprechend 2500 kWh Jahresverbrauch reduzieren sich die Ladekosten des Elektroautos mit einer 7-kWp-PV-Anlage und einem 7-kWh-Heimspeicher bereits um 42 Prozent gegenüber dem aktuellen Haushaltsstrompreis von 31,9 Eurocent je Kilowattstunde.

Elektroauto-PV-Solarstrom-Ladekosten
EUPD Research

Mit einer 10-kWp-PV-Anlage und einem entsprechenden Speichersystem lassen sich bis zu 52 Prozent der Ladekosten einsparen. Dies entspricht für einen Durchschnittsfahrer mit 2500 kWh Ladestromverbrauch allein im Jahr 2021 bereits 415 Euro an Ersparnis. Durch den zu erwarteten weiteren Anstieg der Strompreise und die gleichzeitige Reduzierung der solaren Stromgestehungskosten wird sich die Ersparnis des Kunden bei den Ladekosten zukünftig weiter erhöhen.

Quelle: EUPD Research – Pressemitteilung

Newsletter

Erhalte jeden Montag, Mittwoch und Freitag aktuelle Themen wie „Speicher ermöglichen mehr als 80 Prozent eigenen Solarstrom im E-Auto“ sowie die neusten Informationen aus der Welt der Elektromobilität kostenfrei direkt ins eigene Postfach. Kuratiert aus einer Vielzahl von Webseiten und Blogs.
Ja, ich möchte den gratis E-Mail-Newsletter von Elektroauto-News.net abonnieren. Die Datenschutzerklärung habe ich gelesen. Die Einwilligung zum Versand des Newsletters kann jederzeit widerrufen werden. Hierzu reicht es auf den Abmeldelink zu klicken, welcher sich in jedem Newsletter befindet.

Fakten & MeinungenDiskutiere mit der E-Community

Abonnieren
Benachrichtige mich bei
20 Comments
Inline Feedbacks
View all comments

Strom aus dem Sprecher kostet aber mehr als direkt von der Sonne. Idealerweise lädt man dann, wenn die Sonne voll scheint. Dank Home-Office sollte das in Zukunft häufiger möglich sein. Dann kann man sich nämlich einfach einen kleinen Speicher nur für die Bedürfnisse des Hausstroms holen. Ein Speicher ist nämlich teuer, im Winter leer und im Sommer voll. Dann lieber das Geld in mehr PV-Module stecken und so lange wie möglich von der Sonne zehren. Der Akku vom Auto ist eh bezahlt und steht für den Überschuss zur Verfügung.

Farnsworth

wir haben 15,8kwp am Dach, 22kwh BYD Speicher, intelligente, PV geführt Ladung für 2 Autos mit zusammen 120kwh Batterie, PV geführte Warmwasserproduktion und alles auf Eigenverbrauch optimiert, sogar Waschmaschine und Geschirrspüler sind hier eingebunden.

im Winter kommt gerade so viel vom Dach um den Hausbedarf zu decken, Speicher wird ganz selten über 40% geladen,, klar ab März verkaufen wir mehrere MWh monatlich an die Energiegemeinschaft, aber im Winter muss Strom für Autos und Wärmepumpe aus Wasserkraftwerk zugekauft werden und dies sind deutlich mehr als 35% im Jahresmittel…

Bei uns sind seit März 2020 9,6 kWp auf dem Dach (SMA) und 7,68 kWh Batteriespeicher (BYD) im Keller. In der Garage stehen 100 kWh Autobatterie mit ca. 12-15k jährliche Fahrleistung. Die Wallbox ist ein go-e Charger home+.

Die PV-Anlage und die Wallbox habe ich mit einem Raspi verbunden.
Die Wallbox hat den großen Vorteil, dass es eine exzellent dokumentierte Softwareschnittstelle gibt. Die SMA Anlage war etwas schwieriger anzubinden, hat aber geklappt.

Die Software (Eigenentwicklung) auf dem Raspi lädt das Auto, wenn genügend Strom vom Dach kommt und sorgt dafür, dass bei Sonnenuntergang der Batteriespeicher im Keller zu 100% gefüllt ist, um das Haus über Nacht zu versorgen. Das geht natürlich nicht in den Wintermonaten.

Wir speisen nicht ins Netz ein und sparen uns somit die ganze Bürokratie rund um dieses Thema, bei einer theoretischen Einspeisevergütung von ca. 200€ jährlich.

Von März 2020 bis Feb 2021 sehen die Zahlen folgendermaßen aus:
Gesamtverbrauch: 12369 kWh

Dieser teilt sich wie folgt auf:
Netzbezug: 5102 kWh (41,25%)
Batterieentladung: 1867 kWh (15,01%)
Direktverbrauch: 5410 kWh (43,74%)

Beim aktuellen Strompreis von 0,29€ pro kWh (zertifizierter Ökostrom) ergibt sich eine Rendite von knapp 9%. Steigende Energiepreise verbessern das Ergebnis in der Zukunft.

Die Untersuchung im Auftrag des Stromspeicherspezialisten E3/DC offenbart,

was der Auftraggeber möchte. Wenn man allerdings nachrechnet, kommt raus, dass ein Speicher keine Kosten spart und zudem noch Energie verbraucht (etwa 20% Verlust). Eine Maximalbelegung des Dachs ist hingegen meistens rentabel!

Interessant wird die Sache erst, wenn Bürger und Arbeitgeber ihren PV-Strom über einfache Wallboxen verkaufen dürfen und einfache Stromzähler für die Abrechnung reichen. Der Staat kann ja die 19% MwSt. kassieren.

Spezielle Haftpflichtversicherungen bzw. eine Erweiterung deckt die Risiken beim PV-Stromverkauf ab.

Die Arbeitnehmer laden während der Arbeitszeit ihre E-Autos und versorgen abends ihre Häuser und Wohnungen mit dem Strom aus dem E-Auto, dann kämen auch Bürger ohne PV-Anlage an günstigen Ökostrom.

PV-Anlagenbetreiber könnten als dörfliche oder städtische Energiegemeinschaft die Stromversorgung übernehmen. Die bisherigen fossilen Stromerzeuger, dann als Staatsbetriebe, würden nur die Lücken füllen.

Häuser und Wohnungen würden über elektrische Erdwärmepumpen im Winter mit Wärme und im Sommer Kälte versorgt, so dass auch in Zeiten des Klimawandels die Räume im Sommer angenehm kühl bleiben.

Gas oder Erdöl würden nur die großen Konzerne brauchen und dann als „Umweltschweine“ dastehen oder sie schauen, das auch sie so viel wie möglich über Ökostrom machen – fürs Image und die Umwelt.

Ein Traum? – er könnte wahr werden, wenn es keine Stromkonzerne und deren Lobby geben würde.

Die einfache Frage : WARUM kann ein AUTO nicht 399 Kilo oder weniger wiegen und warum
sind dann 12-15 Kw Leistung nicht genug?*
Meine 4 Small-grids laden so etwas voll.
Ist sogar nur 340 kilo leicht.. Titan. Carbon. Graphitakku ( nicht Lithiumionen aus der Steinzeit)
Selber gebaut. Und Design. musst halt können. und wollen.

*STVO :

Stadt 30 / 50 km/h ( dort messe ich im Mittel 27,8km/h..)
Land 60-90km/h
60% der User rollen am Tag ganze 45 km weit. 45 km.

ausgenommen unsere Lieferfahrer die ihren Pool in Kapstadt reinigen müssen und den Pinsel in Olso holen..

Fangt mal nachdenken an.. :)

Der Autor schreibt zwar über Solarenergie, scheint sich aber nicht eingehend mit dem Thema Speicher plus Elektroauto beschäftigt zu haben.

Der Strom aus meiner 9,6kWp- Anlage reicht im Sommer locker aus, den 10kWh Speicher im Keller zu laden. Doch bei den 4 erwachsenen Personen in unserem Haus ist dieser am nächsten Morgen regelmäßig leer.

Wollten wir damit auch noch ein E- Auto laden ginge das immer zu Lasten des Haushaltsstroms, welcher dann zugekauft werden müsste.

Die Speicher in der Kurve sind eindeutig unterdimensioniert und sollten besser doppelt so groß sein, wie dort angegeben.

Im Sommer wäre dann die Möglichkeit gegeben, das Auto regelmäßig des Nachts zu laden.

Unser neues E-Auto wird bisher vorzugsweise am Wochenende bei Sonnenschein geladen, was auch noch die Umwandlungsverluste eliminiert, die beim Umweg über den häuslichen Speicher anfallen.

Die Behauptung, im Winter aus dem, wie auch immer dimensionierten Speicher zusätzlich ein Auto laden zu können, ist vollkommen illusorisch. Sie dürfte sich nur in den seltensten Fällen erfüllen, Bilderbuchwetter vorausgesetzt.
Von November bis Februar lag unsere Solardeckung bei 15 Prozent (ohne E-Auto).

Da würde ich aber lieber den Zweitwagen als Speicher nutzen. Der steht eh die meiste Zeit vor der Tür. Ein Auto zum Preis eines eUp mit bidirektionaler Lademöglichkeit 8-)

Diese News könnten dich auch interessieren:

Geely stellt Lifestyle-Marke Radar mit RD6 Pick-Up vor
Retro-Flitzer Renault 5 Turbo 3E: Zum Driften geboren
BMW könnte, will aber keine E-Autos mit mehr als 1000 km Reichweite bauen

Deine Anmeldung zum Newsletter:
Ein letzter Schritt fehlt noch.

Vielen Dank für deine Anmeldung zum Newsletter von Elektroauto-News. Du erhältst in Kürze eine E-Mail, in der sich ein Link zur Freischaltung deiner E-Mail-Adresse befindet. Erst durch die Bestätigung des Links dürfen wir deine E-Mail-Adresse zum Versand unseres Newsletter freischalten (Double-Opt-In).