Lordstown Motors baut auf Staatskredit für Produktion eines Elektro-Pick-up

Lordstown Motors baut auf Staatskredit für Produktion eines Elektro-Pick-up

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Das Start-up Lordstown Motors, das einen Elektro-Pick-up auf die Straße bringen will, hat aus einem Programm des US-Energieministeriums ein Darlehen in Höhe von 200 Millionen US-Dollar (etwa 180 Millionen Euro) beantragt, um ein ehemaliges Werk von General Motors im Nordosten von Ohio für die Produktion von Elektroautos umzurüsten. „Wir sind der Meinung, dass wir der staatlichen Hilfe würdig sind. Wir wollen kein Almosen – wir wollen einen Kredit“, sagte Lordstown-Motors-CEO Steve Burns in einem Interview mit der Nachrichtenagentur Reuters. „Es wird zwar schneller mehr Jobs geben, wenn wir ihn bekommen. Wir sind aber auch ohne ihn überlebensfähig“, fügte er hinzu.

Burns traf sich einer eigenen Aussage nach bereits für ein einstündiges Gespräch mit Energieminister Dan Brouillette, auch mit Beamten aus dem Büro für Darlehensprogramme des Energieministeriums habe er sich bereits beraten. Burns gab weiterhin bekannt, dass Lordstown Motors auf der Detroit Auto Show im Juni eine fahrbare Version seines Elektro-Pick-ups vorstellen will. Er hofft, die Produktion zum Jahresende aufnehmen zu können.

Laut Burns baut das Unternehmen auf eine Finanzierung aus dem Advanced Technology Vehicles Manufacturing-Programm des Energieministeriums, das vor gut zehn Jahren bereits Darlehen an Ford, Tesla und Nissan zur Umrüstung von Fabriken vergab. Seit 2011 wurden allerdings keine dieser Kredite mehr vergeben. Nissan und Tesla haben ihre Kredite bereits wieder zurückgezahlt.

Lordstown Motors möchte elektrische Nutzfahrzeuge bauen, die kostengünstig für Flottenkunden und sicherer sowie produktiver als Konkurrenzprodukte sein sollen. Das erste Modell namens Endurance verfügt an jedem Rad über einen eigenen Radnaben-Motor. Es wäre das erste serienmäßige E-Auto mit diesem Antrieb, der die Anzahl der beweglichen Teile und somit die Anfälligkeit für Defekte stark reduziert und einen Allradantrieb gewährleistet. Die Gesamtleistung soll bis zu 447 kW / 608 PS betragen, die Höchstgeschwindigkeit gut 130 km/h an. Die Reichweite für den fünfsitzigen Pick-up gibt Lordstown Motors mit mindestens 320 Kilometern an.

Lordstown verlangt laut seiner Website einen Basispreis von 52.500 Dollar, umgerechnet gut 47.500 Euro. Die Bestelllisten sind bereits geöffnet: Für 1000 Dollar können künftige Kunden das Fahrzeug reservieren.

„Es ist cool, etwas wieder zum Leben zu erwecken“

Das Schicksal des weitläufigen Werks in Lordstown wurde zu einem Politikum, nachdem GM im November 2018 dessen Schließung bekannt gab. Eine überparteiliche Gruppe aus Ohio habe sich bereits an Energieminister Brouillette gewandt und ihm ihre „starke Unterstützung“ für das Darlehen kundgegeben. Die Schließung des Werks in Nordost-Ohio, in dem 50 Jahre lang Autos produziert wurden, habe der Region einen „schweren Schlag“ versetzt.

Die Lordstown Motors Corp, die sich zu 10 Prozent im Besitz der Workhorse Group befindet, kaufte die Anlage für 20 Millionen US-Dollar (etwa 18 Millionen Euro). „Es ist cool, etwas wieder zum Leben zu erwecken“, sagte Burns über das reaktivierte Werk.

Das Unternehmen bemüht sich außer dem Staatskredit auch um zusätzliche Mittel und befinde sich in fortgeschrittenen Gesprächen mit einem großen strategischen Investor, sagte Burns. Auch GM hatte im vergangenen Jahr zugestimmt, Lordstown Motors 40 Millionen US-Dollar (etwa 36 Millionen Euro) für den Erwerb und die Umrüstung der Anlage zu leihen. Burns hofft, das Darlehen von GM „in wenigen Wochen“ zurückzahlen zu können. Der Lordstwon-CEO plant, im Juli mit Crash-Tests zu beginnen, im September rund 400 Stundenarbeiter einzustellen und im November oder Dezember mit der Produktion zu beginnen.

Lordstown ist nicht der einzige Hersteller, der einen Elektro-Pick-up auf die Räder stellen will. Das Elektroauto-Startup Rivian, unterstützt vom Internetgiganten Amazon.com und Ford, plant den Bau eines Elektro-Pickups ab Ende 2020. GM plant den Bau seines ersten Elektro-Pickups ab Ende 2021. Auch Tesla plant bis Ende 2021 den Baubeginn für seinen Cybertruck.

Quelle: Reuters — Lordstown Motors pursuing $200 million U.S. retooling loan, will show EV truck at Detroit show

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