Deutsche würden im Schnitt 33.000 Euro für ein Elektroauto ausgeben

Deutsche würden im Schnitt 33.000 Euro für ein Elektroauto ausgeben

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Eine vom Schmierstoff-Hersteller Castrol veröffentlichte neue Studie zeigt die ausschlaggebenden Faktoren für die Kaufentscheidungen von Elektroautos auf, mit einigen interessanten Ergebnissen. Sie basiert auf den Meinungen von Verbrauchern, Flottenmanagern und Führungskräften der Automobilindustrie aus ganz Deutschland. Die Studie namens „Accelerating the EVolution“ zeigt, dass im Durchschnitt für deutsche Verbraucher ein Preis von 33.000 Euro, eine Ladezeit von 29 Minuten und eine Reichweite von 472 Kilometern mit einer einzelnen Aufladung die entscheidenden Punkte sind, um eine breite Akzeptanz von Elektroautos zu erreichen. Die Studie schätzt, dass der jährliche Markt für Elektroautos in Deutschland bis 2025 einen Wert von 27 Milliarden Dollar (umgerechnet gut 23 Milliarden Euro) erreichen könnte, wenn alle drei maßgeblichen Faktoren erfüllt werden.

„Die deutsche Automobilindustrie befand sich mitten in einer tiefgreifenden Umstellung in Richtung E-Mobilität, aber die Corona-Pandemie hat sich dann sehr nachteilig auf die gesamte Branche ausgewirkt. Jetzt ist es an der Zeit, wieder Fahrt aufzunehmen. Elektrofahrzeuge spielen eine zentrale Rolle für das Erreichen der Emissionsziele Deutschlands. Die Castrol-Studie „Accelerating the Evolution“ belegt, dass die Verbraucher bereit für den Umstieg sind. Sie verdeutlicht, auf welche Aspekte die hiesige Automobilindustrie ihr Augenmerk legen sollte, um eine flächendeckende Markteinführung von Elektrofahrzeugen zu beschleunigen.“ – Omer Dormen, Vice President Castrol Europa

Basierend auf einer Untersuchung von acht der weltweit wichtigsten Elektroauto-Märkte beleuchtet die Castrol Studie fünf maßgebliche Herausforderungen, die zu einem weiteren Wachstum im E-Auto-Markt beitragen und hebt die unterschiedlichen Prioritäten von Kunden und Flottenmanagern hervor. Im Folgenden die wichtigsten Erkenntnisse der Meinungsumfrage, die im Dezember 2019 und Januar 2020 durchgeführt wurde.

2025 – das Jahr des E-Autos?

Mehrheitlich gaben die deutschen Verbraucher an, dass sie den Kauf eines Elektroautos bis 2025 in Erwägung ziehen würden. Allerdings gaben fast zwei Drittel der Verbraucher (65 Prozent) an, dass sie eine „abwartende Haltung“ einnehmen. Drei von fünf Fuhrparkmanagern (61 Prozent) gaben an, dass sie auf den Umstieg der Wettbewerber warten, bevor sie selbst umsteigen.

Der Preis steht im Vordergrund

Der Preis hat für die Verbraucher in Deutschland oberste Priorität. 64 Prozent sagen, dass E-Autos derzeit ihr Budget überschreiten. Die Studie kommt zusätzlich zu dem Ergebnis, dass falsche Vorstellungen bezüglich der Wartungskosten die Verbraucher davon abhalten könnten umzusteigen: Ebenfalls 64 Prozent sagen, dass diese Kosten sie davon abhalten, ein vollelektrisches Fahrzeug zu kaufen. Dies zeigt, dass sich viele Verbraucher nicht bewusst sind, dass die durchschnittlichen Gesamtbetriebskosten eines Elektroautos über seine Lebensdauer zum Teil schon nach wenigen Jahren Nutzungszeit niedriger sind als die eines herkömmlichen Fahrzeugs mit Verbrennungsmotor.

Im Durchschnitt sind Verbraucher in Deutschland gewillt 33.000 Euro für ein Elektroauto zu bezahlen, dies liegt etwas über dem weltweiten Durchschnitt von 32.000 Euro. Laut der Studie sind Kunden in Japan mit 38.000 Euro bereit den höchsten Betrag für ein Elektrofahrzeug auszugeben. Die Verbraucher in Großbritannien hingegen sind mit 26.000 Euro deutlich preissensibler.

„Reichweitenangst“ ist unbegründet

Die Reichweite von Elektroautos steht an dritter Stelle der Prioritätenliste der deutschen Verbraucher. Drei von fünf Befragten sind der Meinung, dass die Reichweite eine erhebliche Hürde für die allgemeine Verbreitung von Elektrofahrzeugen darstellt. Im Durchschnitt erwarten sie eine Reichweite von 472 km ohne nachzuladen. Das entspricht in etwa der Entfernung von Düsseldorf nach Leipzig. Dieser Wert liegt leicht über dem allgemeinen Studien-Durchschnitt von 469 km. Allerdings ist im Zusammenhang mit dem Begriff „Reichweitenangst“ anzumerken, dass gleichzeitig fast drei Viertel der Verbraucher in der Studie (74 Prozent) angeben ihr Fahrzeug hauptsächlich für Pendel- oder Kurzstreckenfahrten nutzen, welche in Deutschland im Schnitt bei gut 30 Kilometern am Tag liegen.

Nachfrage nach kürzeren Ladezeiten

Als zweitgrößte Hürde wurde die Ladezeit für die allgemeine Verbreitung von Elektroautos identifiziert. Verbraucher in Deutschland gaben an, dass sie eine durchschnittliche Ladezeit von 29 Minuten erwarten, bevor sie den Kauf eines E-Autos in Erwägung ziehen. Zwei von drei Verbrauchern gaben in der Studie zudem an, dass sich ihrer Meinung nach Elektroautos nur dann im Straßenbild durchsetzen werden, wenn die Dauer des Ladevorgangs ähnlich kurz ist wie die Zeitspanne, in der ein Fahrzeug mit Verbrennungsmotor aufgetankt wird.

„Die Automobilindustrie hat als Reaktion auf die Corona-Pandemie bereits unter Beweis gestellt, was sie erreichen kann, indem sie ihre Fähigkeiten zur Herstellung dringend benötigter medizinischer Geräte einsetzte. Angesichts der kontinuierlichen Verbesserung der Elektroauto-Technologie besteht die Herausforderung jetzt darin, den Weg in eine emissionsärmere Zukunft fortzusetzen und die EVolution so schnell wie möglich voranzutreiben. Die Senkung der Preise und der Ladezeit von Elektroautos bei gleichzeitigem Ausbau der Reichweite, der Ladeinfrastruktur sowie der Fahrzeugauswahl wird entscheidend sein, um die Verbraucher zum Umstieg zu bewegen“ – Mandhir Singh, Chief Executive Officer bei Castrol

Die Studie „Accelerating the EVolution“, verfasst auf Englisch, die eine vollständige Übersicht über die Untersuchung und detaillierte Ergebnisse enthält, kann hier als PDF heruntergeladen werden.

Quelle: Castrol – Pressemitteilung vom 11.09.2020

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4 Antworten

  1. Erschreckend ist, dass die Leute tatsächlich glauben, dass die Ladezeiten den Tankzeiten eines Verbrenners entsprechen müssen. Niemand scheint sich darüber im Klaren zu sein, wie kurz 20 bis 30 Minuten sind, in denen man die meisten Fahrzeuge heute schon von 20 auf 80% laden kann. Lediglich Mitarbeiter im Außendienst oder sonstige “Terminreisende” haben ein Problem mit den Ladezeiten, die eventuell nicht zum Businessplan passen. Alle Anderen verplempern genug Zeit auf Rasthöfen, um ein E-Auto zu laden ohne wirklich Zeit zu verlieren. Hinzu kommt, dass sich Akkugrößen und Ladezeiten in den nächsten 5 Jahren deutlich verbessern werden um auch “Anspruchsvolle” zu befriedigen.

    1. 472 km erwartete Reichweite ist aus meiner Sicht total sinnfrei. Ich muss kein Maßstab für deutsche Autofahrer sein, aber nach meiner Erfahrung kommt man seit >20 Jahren auf langen Autobahnfahrten selten auf eine Durchschnittsgeschwindigkeit von über 110 km/h. 472 Reichweite bedeuteten dann mehr als vier Stunden Fahrt ohne Pause. Sorry, aber schwachsinniger geht´s doch wirklich nicht mehr. Weiterhin wird im Artikel eine durchschnittliche tägliche Fahrt im Auto von gerade mal 30 km angegeben. Wenn ich denn allenfalls drei oder vier mal im Jahr lange Stecken zurücklegen will (für Vielfahrer pp. stellt sich diese Sache natürlich anders dar), ist die erreichbare Reichweite für mich überhaupt kein Thema. Dann mache ich halt ein oder zwei Pausen mehr. Was ich aber erwarte, ist eine zuverlässig gegebene Möglichkeit, eine Zapfsäule zu finden, die die benötigte Leistung für schnelles Laden ermöglicht und ich erwarte ein akzeptables Bezahlsystem. Dieser zigfach in YouTube eindrucksvoll dargestellte derzeitige Zynismus mit nicht funktionierenden Karten und Handyapps, ggf. nötigen NFC Chips oder gar nötig werdenden Telefonaten mit Tesla in Kalifornien ist nicht hinzunehmen und erscheint mir neben den überhöhten Preisen für relativ simple Technik (e-Motoren gibt es seit ? 150 Jahren), eine Begründung zu sein, warum viele von uns mit ihrem ersten eAuto nicht vor 2015 planen.

  2. Ja da hast du recht, wenn ich von 50 bis 80 % lade, ist es noch kürzer, oder.?
    Ich bekomme mein BEV nächste Woche, lade zu Hause, fast nur kurzstrecke, ich sehe da kein Problem mit laden, so wie es viele machen können, die ein Eigenheim oder Guten Vermieter haben. Lange Strecken plant man halt, auch kein Problem, wer bis null Prozent Ladung fährt, macht das wohl auch mit seinem Verbrenner.

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