Bis zu zwei Jahre Wartezeit: Norweger unzufrieden mit Elektroauto-Herstellern

Norweger erwarten bis zu zwei Jahre Wartezeit auf ihr E-Auto

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Norwegen gilt als das Eldorado für Elektroautos schlechthin: Dank umfangreicher und vielgestaltiger Fördermaßnahmen ist dort mittlerweile fast jedes zweite neu zugelassene Fahrzeug ein Stromer. In Anschaffung sowie Betrieb ist ein E-Auto sogar günstiger als Benziner und Diesel. Ab 2025 sollen in Norwegen ausschließlich abgasfreie Autos neu zugelassen werden dürfen. Doch es gibt ein Problem: Viele Autohersteller kommen bei der Lieferung von Elektroautos nach Norwegen kaum hinterher, so die Automobilwoche.

Wir haben eine extrem große Nachfrage und für viele Modelle gibt es lange Wartelisten, besonders für die großen mit einer langen Reichweite“, so Petter Haugneland von der norwegischen Elektroauto-Vereinigung Norsk Elbilforening. Wenn die Industrie nicht nachkomme, sei sogar das Ziel für 2025 in Gefahr, warnt er.

Die Autohersteller bestätigen, dass momentan die Nachfrage – nicht nur in Norwegen – deutlich höher sei als das Angebot. VW etwa könne erst ab Ende 2019 mit dem ID und seiner neuen Elektroauto-Fabrik in Zwickau wirklich „massenfähig“ werden. Auch der koreanische Hersteller Kia kann die hohe Nachfrage nicht bedienen. „Die meisten Kunden müssen bis zu zwei Jahre warten, bis sie ihr Auto bekommen“, klagt Hallgeir Olsen, Verkäufer beim Kia-Autohaus Bertel O. Steen, der Automobilwoche zufolge. Kia hat für seinen Elektro-SUV Niro weltweit 10.000 Modelle für 2019 eingeplant. Die Jahresproduktion ist bereits vollständig ausverkauft. Allein in Norwegen stehen 7000 Interessenten auf der Warteliste für den e-Niro, doch nur 2000 von ihnen dürften ihren Wagen noch in diesem Jahr erhalten.

Bei Audi und VW sowie BMW hingegen hätten sich die Wartezeiten normalisiert, BMW etwa spricht von zwei bis drei Monaten. Viele Norweger sind dennoch der Meinung, dass die deutschen Autohersteller die Elektromobilität nicht komplett verstanden haben: „Für die deutschen Autobauer ist das ‘Elbil’ immer noch der typische Zweitwagen oder das Stadtauto, mit dem man zum Einkaufen fährt“, sagt Haugneland. Die Skandinavier hingegen erwarten ein Elektroauto mit Allradantrieb, hoher Reichweite und einer Anhängerkupplung: „Ich empfehle den deutschen Autobauern, die Entwicklung in Norwegen genau zu beobachten. Wir sind der ideale Testmarkt, der zeigt, wo es hingeht.“

Quelle: Automobilwoche – Zwei Jahre warten auf E-Autos: Norweger werfen Autobauern Verzögerung vor

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5 Antworten

  1. Zu : ” Die Skandinavier hingegen erwarten ein Elektroauto mit Allradantrieb, hoher Reichweite und einer Anhängerkupplung: „Ich empfehle den deutschen Autobauern, die Entwicklung in Norwegen genau zu beobachten. Wir sind der ideale Testmarkt, der zeigt, wo es hingeht.“
    …..sicherlich richtig, obwohl eine Anhängerkupplung – und auch Allradantrieb – mehr spezifisch norwegisch sind.
    Aber doch ein “Testmarkt” würde ich sagen. Eines kann man z.B. am norwegischen Markt studieren : der Anteil der Hybridfahrzeuge (PHEV) nimmt im Vergeich zu reinen Batteriefahrzeugen schon seit über einem Jahr ständig ab. Das kann auch in Deutschland geschehen, und die Automobilhersteller sollten das zur Kenntnis nehmen. Was man auch in Norwegen beobachten sollte, ist wie sich der Ausbau der Ladeinfrastruktur gestaltet bzw. auswirkt. Ein dritter, interessanter Punkt wird sein, wie wirkt sich der fortschreitende Umstieg auf e-Autos auf die Tankstellen aus. Was geschieht wenn ständig weniger Benzin verkauft wird ? Werden viele Tankstellen zumachen müssen ?
    Im übrigen hier ein paar Zahlen : im März hatten Dieselfahrzeuge 10,4 % und Benzinfahrzeuge 12 % Marktanteil in Norwegen

  2. Norwegen ist selbst ein bedeutender Rohölförderer und wird in ca. 11 Jahren (ausgehend von der heutigen Zulassungsquote) seinen Fahrzeugbestand weitgehend elektrifiziert haben. Es werden dann zwischen 70 und 80 % des Fahrzeugbestandes elektrisch sein.

    Zu diesem Zeitpunkt besteht bei uns noch nicht ein Mal ein Zulassungsverbot für Verbrenner. Als Urlaubsland ist Norwegen dann allerdings für die deutschen Stinker tabu. Das Tankstellennetz für Diesel und Benzin ist dann dort sehr sehr dünn.

    Im Erdölförderland wohlgemerkt. Für wen fördern die dann noch?

    Richtig……

    Huaaahhahahahah…

  3. Genau das ist das Problem in Deutschland. Wir finden immer Gründe, dass etwas nicht geht.
    Also darf es auch keine Anhängerkupplung geben, dass brauchen ja nur Norweger …

  4. Die Restaurants sind doch längst da!

    Die wurden gebaut um die Wartezeiten an den Toiletten zu überbrücken.

    Die Reichweiten limitierenden Faktoren sind die Blasen, die Mägen und Därme der Fahrer und Mitfahrer und nicht die Akkus.

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