Kia-Manager über Elektroautos: „Die Nachfrage ist viel höher als unsere Produktionskapazität“

Kia-Manager über Elektroautos: „Die Nachfrage ist viel höher als unsere Produktionskapazität“
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KIA

Michael Neißendorfer
Michael Neißendorfer
  —  Lesedauer 3 min

Der südkoreanische Autohersteller Kia hat mit dem neuen e-Soul und dem e-Niro zwei sowohl technisch als auch preislich interessante Elektroautos im Programm. Dementsprechend liegt die Wartezeit für die beiden Modelle momentan bei etwa einem Jahr.

Vor allem der SUV e-Niro, weitestgehend baugleich mit dem Kona Elektro von Konzernschwester Hyundai, ist heißbegehrt. Die vollelektrische Version des Niro wurde Anfang dieses Jahres in Europa auf den Markt gebracht und kommt bald in die USA. Das komplette Modelljahr ist bereits ausverkauft, wie Kias Marketingleiter für Europa Alper Celik im Gespräch mit InsideEVs erklärte: „Die Nachfrage ist viel höher als unsere Produktion“, sagte er. Alle 10.000 für die weltweiten Märkte vorgesehenen Fahrzeuge haben bereits einen Besitzer.

Die Produktion hochfahren um die hohe Nachfrage bedienen zu können, sei nicht ohne weiteres möglich, so Celik, da die Versorgung mit Batterien begrenzt sei. Weltweit gibt es nur wenige Anbieter von Batterien, wie etwa LG Chem, SK Innovation und Panasonic. „Dies sind die Hauptlieferanten und ihre Kapazität ist begrenzt“, so der Kia-Manager. „Das liegt auch daran, dass die Mineralien begrenzt sind. Wir sind mit allen Lieferanten im Gespräch und verhandeln, aber sie beliefern auch viele andere Autohersteller.“ Zudem sind die Zulieferer wiederum auf Sublieferanten angewiesen. Das mache es schwierig, sich ausreichend mit Akkus für Elektroautos einzudecken. Auch andere Autohersteller, wie etwa Audi, haben ähnliche Probleme bei der Batterieversorgung.

„Warum wechseln wir zur Elektrik? Wir tun dies im Interesse einer grünen Umwelt. Wir bringen diese Technologie in den gesellschaftlichen Mainstream ein und holen sie raus aus der Nische. Wir müssen die ganze Gesellschaft elektrisieren.“ – Alper Celik, Senior Product Manager bei Kia Motors Europe

Celik sagte auch, dass die Rohstoffe und fertigen Batterien immer noch teurer als erhofft seien. Um die 170 Dollar (etwa 150 Euro) kostet Kia eine Kilowattstunde Akku. Im rein elektrischen Niro sorgen 64 Kilowattstunden für mehr als 400 Kilometer Reichweite. Dies entspricht gut 11.000 Dollar (etwa 9800 Euro) allein für den Akku des Kia e-Niro, fast ein Drittel des Verkaufspreises von 34.300 Euro. Kia erwartet, wie auch viele andere Experten und Autohersteller, in Zukunft eine Verbesserung der Batterieversorgung sowie eine Verringerung der Batteriekosten.

Dank der speziellen Plattform für seine Fahrzeuge kann Hyundai-Kia eine erhebliche Erweiterung seiner E-Palette erreichen. „Wir werden fast unser gesamtes Angebot an bestehenden Fahrzeugen elektrifizieren“, sagte Celik im Gespräch mit InsideEVs. Bei der Reichweite reiner Elektroautos von Kia sollen in einigen Jahren mindestens 500 Kilometer Standard sein. Und das zu den wie bei der Marke üblich günstigen Preisen.

Quellen: InsideEVs – Kia Vies To Become Industry’s Mass-Market Maker of EVs / Ecomento – Kia über Elektroauto-Lieferprobleme: “Die Nachfrage ist viel größer als unsere Kapazität”

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Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer ist E-Mobility-Journalist und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über Stromnetze, erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

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