Bis zu zwei Jahre Wartezeit: Norweger unzufrieden mit Elektroauto-Herstellern

Bis zu zwei Jahre Wartezeit: Norweger unzufrieden mit Elektroauto-Herstellern
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Michael Neißendorfer
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  —  Lesedauer 2 min

Norwegen gilt als das Eldorado für Elektroautos schlechthin: Dank umfangreicher und vielgestaltiger Fördermaßnahmen ist dort mittlerweile fast jedes zweite neu zugelassene Fahrzeug ein Stromer. In Anschaffung sowie Betrieb ist ein E-Auto sogar günstiger als Benziner und Diesel. Ab 2025 sollen in Norwegen ausschließlich abgasfreie Autos neu zugelassen werden dürfen. Doch es gibt ein Problem: Viele Autohersteller kommen bei der Lieferung von Elektroautos nach Norwegen kaum hinterher, so die Automobilwoche.

Wir haben eine extrem große Nachfrage und für viele Modelle gibt es lange Wartelisten, besonders für die großen mit einer langen Reichweite“, so Petter Haugneland von der norwegischen Elektroauto-Vereinigung Norsk Elbilforening. Wenn die Industrie nicht nachkomme, sei sogar das Ziel für 2025 in Gefahr, warnt er.

Die Autohersteller bestätigen, dass momentan die Nachfrage – nicht nur in Norwegen – deutlich höher sei als das Angebot. VW etwa könne erst ab Ende 2019 mit dem ID und seiner neuen Elektroauto-Fabrik in Zwickau wirklich „massenfähig“ werden. Auch der koreanische Hersteller Kia kann die hohe Nachfrage nicht bedienen. „Die meisten Kunden müssen bis zu zwei Jahre warten, bis sie ihr Auto bekommen“, klagt Hallgeir Olsen, Verkäufer beim Kia-Autohaus Bertel O. Steen, der Automobilwoche zufolge. Kia hat für seinen Elektro-SUV Niro weltweit 10.000 Modelle für 2019 eingeplant. Die Jahresproduktion ist bereits vollständig ausverkauft. Allein in Norwegen stehen 7000 Interessenten auf der Warteliste für den e-Niro, doch nur 2000 von ihnen dürften ihren Wagen noch in diesem Jahr erhalten.

Bei Audi und VW sowie BMW hingegen hätten sich die Wartezeiten normalisiert, BMW etwa spricht von zwei bis drei Monaten. Viele Norweger sind dennoch der Meinung, dass die deutschen Autohersteller die Elektromobilität nicht komplett verstanden haben: „Für die deutschen Autobauer ist das ‚Elbil‘ immer noch der typische Zweitwagen oder das Stadtauto, mit dem man zum Einkaufen fährt“, sagt Haugneland. Die Skandinavier hingegen erwarten ein Elektroauto mit Allradantrieb, hoher Reichweite und einer Anhängerkupplung: „Ich empfehle den deutschen Autobauern, die Entwicklung in Norwegen genau zu beobachten. Wir sind der ideale Testmarkt, der zeigt, wo es hingeht.“

Quelle: Automobilwoche – Zwei Jahre warten auf E-Autos: Norweger werfen Autobauern Verzögerung vor

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Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer ist E-Mobility-Journalist und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über Stromnetze, erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

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