Volvo setzt in Europa auf Plug-in-Hybride und Range-Extender

Volvo setzt in Europa auf Plug-in-Hybride und Range-Extender
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Laura Horst
Laura Horst
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Noch vor wenigen Jahren wollte Volvo bis 2030 zur reinen Elektroautomarke werden. Das Ziel eines rein elektrischen Produktportfolios kündigte der damalige CEO Håkan Samuelsson 2021 an. Heute, in seiner zweiten Amtszeit, verfolgt der Volvo-Chef eine neue Strategie und zählt bis zum Ende der 2030er Jahre auf die Unterstützung von Verbrennertechnik.

„Wir brauchen eine zweite Generation von Plug-in-Hybriden, die uns bis zum Ende der 2030er Jahre trägt“, sagte Samuelsson gegenüber Automotive News Europe. Kunden müsse die Wahl gelassen werden, wann sie vollständig auf Elektroantriebe umsteigen wollen. Die zum Geely-Konzern gehörige Marke will bis zum Ende des kommenden Jahrzehnts weiterhin Autos mit Verbrennungsmotoren verkaufen, um auf die globale Nachfrage zu reagieren.

Elektroautos setzen sich langsamer durch, als man bei Volvo erwartet hatte. Als Reaktion gab der Hersteller das Ziel auf, bis 2030 nur noch E-Autos anzubieten, wie Samuelssons Nachfolger Jim Rowan im September vergangenen Jahres mitteilte. Stattdessen setzte der damalige CEO das neue Ziel, dass Elektroautos und Plug-in-Hybride bis 2030 zusammen 90 Prozent der Verkäufe ausmachen sollten.

Während Volvo zunächst die Lebensdauer der aktuellen Plug-in-Hybride verlängerte, sieht der im April dieses Jahres zurückgekehrte CEO Samuelsson vor, dass Volvo künftig mehr Modelle entwickelt, bei denen der elektrische Antriebsstrang die Hauptenergiequelle ist, während der Benzinmotor lediglich dazu dient, die Batterie wieder aufzuladen.

Ein Beispiel dafür ist der Volvo XC70, der im Mai dieses Jahres auf den chinesischen Markt kam. Mit einer elektrischen Reichweite von bis zu 200 Kilometern im chinesischen CLTC-Zyklus, was nach dem europäischen WLTP-Zyklus etwa 170 Kilometern entspricht, gilt er auch als Langstrecken-Plug-in-Hybrid. Mit der Kombination aus Elektro- und Verbrennungsmotor soll die Reichweite 1200 Kilometer betragen.

Wann der XC70 nach Europa kommt, ist derzeit noch nicht sicher. Auch wenn der CEO das kommende Jahr noch für zu früh hält, habe Volvo die „Ambition, das Modell so schnell wie möglich nach Europa zu bringen“. Eilig hat Samuelsson es vor allem deshalb, weil er gute Chancen sieht, dass der XC70 unter den Premiumherstellern den europäischen Nischenmarkt für E-Autos mit Range-Extendern für sich erobern könnte.

Bis dahin müsse man das Infotainment-System für den europäischen Markt anpassen, wo man – anders als in China – auf Google setze. Außerdem müsse das Modell die europäischen Emissions- und Sicherheitsstandards erfüllen. „Das braucht Zeit“, erklärte der Volvo-Chef.

Volvo will Range-Extender-Nische in Europa erobern

Der Hersteller will sich jedoch davor hüten, alte Fehler zu wiederholen. Beim EX90 führte die um zwei Jahre herausgeschobene Markteinführung dazu, dass Volvo die Chance verpasste, einer der ersten Premiumanbieter für große Elektro-SUVs zu sein. „Wäre er wie geplant auf den Markt gekommen, wären wir nahezu allein im Segment gewesen“, erklärte Samuelsson.

Nahezu konkurrenzlos ist dafür Volvos EX30, das im vergangenen Jahr bei den Elektroautoverkäufen in Europa den dritten Platz erreichte. Dazu dürfte auch der Einstiegspreis beigetragen haben, der unter dem mehrerer Volumenhersteller liegt.

Wie schnell die Nische für Range-Extender in Europa wächst, hängt zum großen Teil davon ab, wie die Europäische Kommission in Hinblick auf eine Lockerung der Emissionsvorschriften für elektrifizierte Autos entscheidet. Andere Premiumhersteller wie BMW, Mercedes-Benz und Audi haben bisher keine Pläne bekanntgegeben, die Technologie anbieten zu wollen. Samuelsson hofft daher, in der Nische die Führung unter den Premiumherstellern übernehmen zu können.

Range-Extender bedeutsam für den US-Automarkt

Für Volvo hängt die Entscheidung, sein Angebot an Modellen mit Range Extender zu erweitern, nicht von der EU-Gesetzgebung ab. Der Hersteller sieht den Range-Extender-Antrieb ohnehin als Übergangstechnologie für Kunden in den USA, weil viele Käufer dort zögern, auf reine Elektroautos umzusteigen.

In den USA soll ab 2028 auch die nächste Generation des beliebten XC90 hergestellt werden. Die Neuauflage soll auf einer deutlich überarbeiteten Plattform basieren, während der Einsatz des Range-Extender-Antriebs eine rein elektrische Reichweite von etwa 160 Kilometern ermöglichen soll.

Quelle: Automobilwoche – „Bis zum Ende der 2030er Jahre“: Volvo setzt auf Plug-in-Hybride

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