Über die unterschiedlichen Risiken beim Fahren von E-Autos und Verbrennern

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Michael Neißendorfer
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Cambridge Mobile Telematics (CMT), laut eigener Aussage einer der weltweit größten Dienstleister im Bereich Telematik, hat seine neuesten Forschungsergebnisse zum Risiko beim Fahren von Elektro-, Hybrid- und herkömmlich angetriebenen Fahrzeugen vorgestellt. Die von CMT herangezogenen Daten stammen von Millionen von Fahrzeugen mit Telematiksystemen des Unternehmens.

Die neue Forschung zeigt unter anderem, dass Fahrer von Elektroautos einem höheren „Beschleunigungsrisiko“ ausgesetzt sind, welches zwischen 180 Prozent und 340 Prozent höher sei als beim Fahren herkömmlicher Verbrennerfahrzeuge. Was genau dieses Beschleunigungsrisiko ausmacht, lässt CMT leider offen. Es dürfte sich aber um den Hang zum besonders flotten Beschleunigen und das damit verbundene höhere Unfallrisiko handeln: Elektroautos sind dafür bekannt, aufgrund des unmittelbar zur Verfügung stehenden Drehmoments deutlich schneller beschleunigen zu können als Verbrenner – was so mancher E-Fahrer auch gerne nutzt. Das Topmodell des Tesla Model S etwa braucht nur gut zwei Sekunden, um auf Tempo 100 zu sprinten.

Der Schlüssel zur Reduzierung des Risikos für E-Fahrer sei ein tieferes Verständnis der Risikovariablen, die sich auf die Sicherheitsergebnisse auswirken, so CMT. Die Forschung von CMT untersucht deshalb die Unterschiede im Risiko beim Fahren von Verbrennern und Elektroautos über mehrere Variablen hinweg, wie etwa Fahrerermüdung, Fahrzeugreichweite, Ablenkungen beim Fahren und Geschwindigkeitsüberschreitung.

Zu den interessantesten Erkenntnissen gehören die Vergleiche zwischen Fahrern, die sowohl ein Elektroauto als auch ein Fahrzeug mit Verbrennungsmotor fahren. Dies ermöglicht ein besseres Verständnis des Risikos über unterschiedliche Fahrzeugplattformen hinweg“, erklärt Ryan McMahon, Vize-Strategiechef bei CMT. Spannend etwa seien Erkenntnisse über die Fahrweisen von Tesla- und Porsche-Eignern, die daneben auch noch andere Modelle fahren.

Bei Tesla-Fahrern sei die Wahrscheinlichkeit, mit ihrem Tesla einen Unfall zu verursachen, um fast 50 Prozent geringer als bei den anderen Fahrzeugen, die sie fahren. Und das, obwohl die E-Autos von Tesla dafür bekannt sind, viel Leistung auf die Straße zu bringen – und somit eigentlich ein höheres Beschleunigungsrisiko mit sich bringen.

Der gegenteilige Effekt sei bei Porsche-Fahrern zu beobachten. Bei ihnen ist die Wahrscheinlichkeit, dass sie mit ihrem Porsche einen Unfall verursachen, um 55 Prozent höher, als wenn sie mit einem anderen Fahrzeug unterwegs sind. Leider ließ CMT offen, ob es sich bei Porsche-Fahrern um Fahrer von Verbrennern oder des Taycan handelt, dem rein elektrischen Sportwagen der Zuffenhausener.

In einem Webinar will Ryan McMahon näher auf die Ergebnisse der Untersuchung eingehen und weitere Erkenntnisse über E-Auto- und Verbrenner-Fahrer aus der Auswertung von Telematik-Daten präsentieren. Das Webinar soll am 16. Juni stattfinden. Interessierte können sich hier anmelden.

Quelle: Cambridge Mobile Telematics – Pressemitteilung vom 24.05.2022

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Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer ist E-Mobility-Journalist und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über Stromnetze, erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

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