Umweltbonus-Anträge im Juli auf Jahreshoch

Umweltbonus-Anträge im Juli auf Jahreshoch
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Sebastian Henßler
Sebastian Henßler
  —  Lesedauer 4 min

Wir sind bereits in der Mitte des August angekommen. Höchste Zeit also für einen Blick auf die Juli-Bilanz zur Entwicklung des Umweltbonus bzw. die Kaufprämie für Elektroautos. Im Dezember 2022 waren es noch 228.982 Anträge, die neu hinzugekommen sind – stark getrieben durch die Kürzung der Förderung für E-Autos und dem Wegfall der Prämie für Plug-in-Hybride ab Anfang 2023. Im Juni ’23 wurde ein neues Jahreshoch erreicht. Welches nur einen Monat später gerissen werden konnte.

Es scheint ein Auf und Ab zu sein, welches uns noch eine Weile begleiten dürfte. Im Juni 2023 war aber ein neuer Höchststand erreicht, welcher nur ein paar Tage später nochmals deutlich stärker übertroffen wurde.

Die Anträge für Fahrzeuge mit alternativem Antrieb verzeichneten im Juli 46.526 Neuzugänge. Exakt aufgeschlüsselt sind dazugekommen: 46.521 Anträge für Elektroautos, drei Anträge für Plug-in-Hybride sowie zwei Förderanträge für Brennstoffzellen-Fahrzeuge. Der erste Monat, in dem PHEV – zwar auf niedrigem Niveau, aber dennoch – einen Abschwung hingenommen haben.

1.253.492 Anträge für reine E-Autos, 804.885 für Plug-in-Hybride und 458 für Brennstoffzellen-Fahrzeuge

1.253.492 Anträge für reine E-Autos, 804.885 für Plug-in-Hybride und 458 für Brennstoffzellen-Fahrzeuge – so lautet die Bilanz aller bisher gestellten Umweltbonus-Anträge seit der Einführung der Förderung, welche in Summe 2.058.835 Anträge auf die Kaufprämie für Fahrzeuge mit alternativem Antrieb ergeben.

Wie im Koalitionsvertrag vereinbart, konzentriert sich die Förderung für elektrische Fahrzeuge seit 1. Januar 2023 nur noch auf Kraftfahrzeuge, die nachweislich einen positiven Klimaschutzeffekt haben. Das bedeutet konkret, dass die Förderung – der sogenannte Umweltbonus – seitdem auf batterie- und brennstoffzellenbetriebene Fahrzeuge konzentriert wird. Plug-in-Hybride werden seitdem nicht mehr gefördert.

Konkret wird der Kauf von reinen Elektroautos (batterie- oder brennstoffzellenbetrieben) ab Januar 2023 je nach Kaufpreis mit 3000 bis 4500 Euro bezuschusst. Ab dem 1.9.2023 soll der Kreis der Antragsberechtigten zudem auf Privatpersonen begrenzt werden. Für E-Autos über 45.000 Euro Nettolistenpreis entfällt der Umweltbonus ab dem 1. Januar 2024 vollständig.

Anträge nach Antragsteller im Detail im Juli 2023

Interessant ist auch, wer den eigentlich die Anträge für den Umweltbonus stellt. Beantragt werden kann die Kaufprämie für E-Autos sowohl von Privatpersonen, als auch Unternehmen, Stiftungen, Körperschaften und Vereinen. Nachfolgend betrachten wir im Detail, wie sich die gestellten Anträge auf die einzelnen Antragssteller aufteilen. Hierdurch ergibt sich folgendes Bild.

  • Privatperson: 856.448
  • Freiberuflich tätige Person: 9
  • Unternehmen: 1.018.575
  • Unternehmen mit kommunaler Beteiligung: 10.543
  • Privatunternehmen: 12
  • Verein: 820
  • Eingetragener Verein, gemeinnütziger Investor: 6.610
  • Kommunale Betriebe: 1.221
  • Kommunaler Zweckverband: 204
  • Kirche, kirchl. Einrichtung, anerkannte Religionsgem.: 2
  • gemeinnützige Organisation: 2
  • Stiftung: 1.197
  • Körperschaft: 14.903
  • Eingetragene Genossenschaften: 1
  • Einzelunternehmer: 21

Unternehmen als auch Privatpersonen stellen in Summe eine vergleichbare Anzahl an Umweltbonus-Anträgen. Die Anfang des Jahres angedeutete Verschiebung hin zu Unternehmen hat stattgefunden, dürfte ab Herbst 2023 dann aber stark einbrechen, da dann entsprechend E-Autos aus der Förderung entfallen.

Denn generell mag der Schwerpunkt auf Unternehmen daran liegen, dass es eine Steuerentlastung für Elektro-Dienstwagen gibt. Denn der Bundesrat hat der von der Bundesregierung vorgeschlagenen Förderung von Elektrofahrzeugen bei der Dienstwagenbesteuerung zugestimmt. Die Dienstwagenregelung wurde zudem, mit Wirkung vom 31. Juli 2019, bis Ende 2030 verlängert und sogar auf 0,25 Prozent-Punkte herabgesenkt.

Umweltbonus-Ranking der Hersteller und Modelle bis August 2023

Unverändert bleibt es an der Spitze des Rankings. Volkswagen hat sich dort mit 290.028 gestellten Anträgen deutlich von seinen Marktbegleitern ab- und festgesetzt. Die Anzahl der Anträge bei Mercedes-Benz (188.700) sind im Vergleich zum Viertplatzierten BMW (163.221), eher weniger stark gewachsen. Großes Wachstum bei der Anzahl der gestellten Anträge gibt es bei beiden Herstellern aber nicht. Aber wie du gelesen hast, musste BMW seinen dritten Rang im Ranking abgeben.

Tesla hat sich mit 163.538 gestellten Anträgen auf den Umweltbonus in die Top 3 bewegt. Nun ist es nur noch eine Frage der Zeit, bis Tesla auch Mercedes-Benz einholt. Grob überschlagen dürfte man bei den aktuellen Zulassungszahlen noch dieses Jahr damit rechnen, dass Tesla den zweiten Platz für sich einnimmt. Renault (135.221 Anträge) haben die US-Amerikaner bereits hinter sich gelassen.

Auf Rang sechs folgt Hyundai mit 119.367 gestellten Anträgen. Gefolgt von Audi, welche ihren siebten Rang verteidigen konnten, mit 113.934 Anträgen, diesen wohl so schnell aber auch nicht aufgeben müssen. Denn die Abstände dahinter werden größer. Mit bereits größerem Abstand gesellen sich Opel (80.794), Seat (76.917) sowie Kia (76.479) hinzu.

Auf Modellebene betrachtet zeichnet sich folgendes Bild:

Betrachten wir die gestellten Anträge je Bundesland, ergibt sich folgendes Bild:

  • Baden-Württemberg: 309.318
  • Bayern: 699.470
  • Berlin: 453.683
  • Brandenburg: 104.181
  • Bremen: 51.188
  • Hamburg: 57.277
  • Hessen: 234.369
  • Mecklenburg-Vorpommern: 204.718
  • Niedersachsen: 207.792
  • Nordrhein-Westfalen: 689.525
  • Rheinland-Pfalz: 596.678
  • Saarland: 121.540
  • Sachsen: 77.740
  • Sachsen-Anhalt: 80.275
  • Schleswig-Holstein: 95.443
  • Thüringen: 101.226
  • Unbekannt: 32.624

Weitere Informationen finden Interessenten direkt hier beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa)

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Sebastian Henßler

Sebastian Henßler

Sebastian Henßler hat Elektroauto-News.net im Juni 2016 übernommen und veröffentlicht seitdem interessante Nachrichten und Hintergrundberichte rund um die Elektromobilität. Vor allem stehen hierbei batterieelektrische PKW im Fokus, aber auch andere alternative Antriebe werden betrachtet.

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