Porsche 911 kommt mit „Hybridisierung aus dem Motorsport“

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Michael Neißendorfer
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  —  Lesedauer 3 min

Langsam aber sicher fällt die Tarnung von den 992.2-Prototypen ab, so die offizielle Baureihenbezeichnung der kommenden Faceliftversion des Porsche 911. Vor wenigen Tagen wurden erste Erlkönigbilder veröffentlicht, die den Sportwagen bei Erprobungsfahrten auf dem und um den Nürburgring zeigen. Zu sehen gab es Prototypen des Carrera Coupé bis zum Turbo S Coupé und Turbo S Cabrio, mit nur noch minimaler Beklebung. Und warum ist das Facelift des 911, das demnächst voll enthüllt werden soll, ein Thema auf Elektroauto-News? Ganz einfach: Erstmals soll es auch eine Hybridversion des legendären Sportwagens geben.

Dem geschulten 911er-Auge fallen bei den noch noch dezent getarnten Prototypen die überarbeiteten vorderen, nun senkrecht stehenden Lufteinlässe und die neuen Scheinwerfer auf. Die größte Neuerung aber ist für das Auge noch unsichtbar: Im Modelljahr 2025 erhält der Porsche 911 erstmals eine Hybridunterstützung. Porsche-CEO Oliver Blume ließ bereits verlauten, dass das Hybridsystem des 911 von dem des Le Mans-Rennwagens 919 Hybrid der Sportwagenklasse LMP1 inspiriert sei. Dieser wiederum mobilisiert 370 kW (503 PS) aus einem aufgeladenen V4-Ottomotor auf der Hinterachse und 294 kW (400 PS) über einen Elektromotor an der Vorderachse.

So viel brachiale Power wird der 911er sicherlich nicht unter die Haube bekommen, als fast schon gesetzt allerdings gilt, dass der 911 Hybrid die Marke von 700 PS knacken wird. Darauf deutet auch hin, dass Porsche in einer aktuellen Mitteilung über die Entwicklung der 911er-Motoren seit 1963 von einer „besonders sportlichen Hybridisierung“ spricht. Zum Vergleich: Der Ur-911er von 1963 mit seinem Sechszylinder-Boxermotor leistete 130 PS.

Konkret heißt es in der Mitteilung, dass „für ausgewählte Derivate der Baureihe 911“ eine „sehr sportliche Hybridisierung entwickelt“ habe, wie man sie aus dem Motorsport kennt. „Der Performance-Hybrid setzt die ­innovative Antriebsentwicklung des 911 nahtlos fort“, wird Frank Moser zitiert, der heute die Baureihen 911 und 718 leitet. „Der Fahrer profitiert beim Beschleunigen. Gleichzeitig haben wir damit eine Technologie an der Hand, mit der wir auf künftige Emissionsnormen vorbereitet sind.“

Der kroatische Sportwagenhersteller Rimac, der 2018 eine Entwicklungspartnerschaft mit Porsche eingegangen ist und das Elektro-Rekordfahrzeug Nevera baut, hat den Zuffenhausenern Berichten zufolge bei der Entwicklung des Hybridsystems geholfen. Es soll demnach auf 400 Volt ausgelegt sein statt den 800 Volt der beiden Vollstromer Macan und Taycan und über eine gut 2 kWh fassende Batterie verfügen.

Und wann wird der Porsche 911 vollelektrisch?

Weiterhin heiß diskutiert wird, wann auch der 911er einmal vollelektrisch wird. Porsche hat bereits mehrmals klargestellt, sein ikonisches Fahrzeug so lange es möglich ist mit Verbrennungsmotor auszuliefern. Im Jahr 2028 soll die neue Generation der Baureihe 994 debütieren, die Gerüchten zufolge auch als Plug-in-Hybrid entwickelt wird. Eine rein elektrische Version gilt in der 994-Baureihe noch als unwahrscheinlich, für die Generation danach aber als gesetzt. Wann genau Porsche den Hybrid-911er enthüllen wird und wie viel der Sportwagen kostet, ist noch nicht bekannt.

Quelle: Autoevolution – 2025 Porsche 911 Spied With Minimal Camouflage, Will Debut Summer 2024 / Porsche – Pressemitteilung vom 02.05.2024

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Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer ist E-Mobility-Journalist und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über Stromnetze, erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

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