Porsche zieht die Konsequenzen aus seiner laufenden Neuausrichtung und trennt sich von drei Tochtergesellschaften. Vorstand und Aufsichtsrat der Dr. Ing. h.c. F. Porsche AG haben beschlossen, die Cellforce Group GmbH, die Porsche eBike Performance GmbH sowie die Cetitec GmbH nicht weiterzuführen. Insgesamt sind mehr als 500 Mitarbeiter:innen von dem geplanten Stellenabbau betroffen.
Vorstandsvorsitzender Dr. Michael Leiters begründet den Schritt unmissverständlich: „Porsche muss sich wieder auf sein Kerngeschäft fokussieren. Das ist die unabdingbare Grundlage für eine erfolgreiche strategische Neuausrichtung. Das zwingt uns zu schmerzhaften Einschnitten – auch bei unseren Tochtergesellschaften.“ Die Entscheidung fällt wenige Wochen nach der angekündigten Veräußerung der Porsche-Anteile an Bugatti Rimac und der Rimac Group – ein weiteres Signal, dass das Unternehmen sein Portfolio konsequent verschlankt.
Am deutlichsten zeigt sich das beim Batterieentwickler Cellforce Group GmbH mit Sitz in Kirchentellinsfurt. Das Unternehmen wurde gegründet, um Hochleistungszellen für den Motorsport und sportliche Straßenfahrzeuge zu entwickeln. Im Rahmen der nun verfolgten technologieoffenen Antriebsstrategie sieht Porsche für Cellforce jedoch keine ausreichend tragfähige Perspektive mehr. Die Geschäftsleitung wird Gespräche mit dem Betriebsrat zur Schließung einleiten. Rund 50 Mitarbeiter:innen sind betroffen.
Neuausrichtung: Porsche schließt drei Tochtergesellschaften
Größer fällt der Einschnitt bei der Porsche eBike Performance GmbH aus. Das Joint Venture mit Sitz in Ottobrunn wurde aufgebaut, um leistungsstarke E-Bike-Antriebssysteme zu entwickeln und international zu vermarkten. Grundlegend veränderte Marktbedingungen im E-Bike-Segment haben die wirtschaftliche Grundlage des Unternehmens jedoch erodiert. Die Betriebsschließung betrifft neben dem bayerischen Standort auch Zagreb – insgesamt rund 350 Mitarbeiter:innen.
Hinzu kommt die Cetitec GmbH in Pforzheim, die spezialisierte Software für Datenkommunikation nicht nur für Porsche, sondern für den gesamten Volkswagen-Konzern entwickelt hat. Auch hier haben sich Marktumfeld und interne Entwicklungsumfänge verschoben. Die Geschäftsleitung wird Gespräche mit dem Betriebsrat zur Schließung aufnehmen. Betroffen sind rund 60 Mitarbeiter:innen in Deutschland sowie 30 weitere am Standort in Kroatien.
Die drei Schließungen folgen einer gemeinsamen Logik: Porsche zieht sich aus Feldern zurück, die zwar thematisch zur Elektromobilität oder zur Konzerndigitalisierung passen, aber nicht zum engeren Kerngeschäft rund um Sportwagen und Premiumfahrzeuge zählen. Ob und in welcher Form einzelne Aktivitäten oder Technologien innerhalb des Konzerns weitergeführt werden, ließ das Unternehmen offen.
Quelle: Porsche – Pressemitteilung









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