Porsche steigt bei Bugatti Rimac komplett aus

Porsche steigt bei Bugatti Rimac komplett aus
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Rimac Automobili

Sebastian Henßler
Sebastian Henßler
  —  Lesedauer 3 min

Porsche trennt sich vollständig von seinen Beteiligungen an Bugatti Rimac und der Rimac Group. Die entsprechenden Transaktionsvereinbarungen mit einem Erwerber-Konsortium unter Führung der New Yorker Investmentfirma HOF Capital wurden am 24. April unterzeichnet. Damit endet ein Kapitel, das 2021 mit der Gründung des Joint Ventures zwischen Porsche und der Rimac Group begonnen hatte.

Konkret gibt der Stuttgarter Sportwagenhersteller seine Minderheitsbeteiligung von 45 Prozent an Bugatti Rimac sowie seinen Anteil von 20,6 Prozent an der Rimac Group ab. Auf der Käuferseite steht neben HOF Capital auch BlueFive Capital als größter Investor, ergänzt durch eine Gruppe institutioneller Anleger:innen aus den USA und der EU. Finanzielle Details der Transaktion wurden nicht genannt. Der Vollzug steht noch unter dem Vorbehalt regulatorischer Freigaben durch die zuständigen Behörden und wird im Laufe des Jahres 2026 erwartet.

Nach Abschluss plant die Rimac Group, die Kontrolle über Bugatti Rimac zu übernehmen und eine strategische Partnerschaft mit HOF Capital und BlueFive Capital einzugehen. HOF Capital würde damit neben Rimac-Gründer und Bugatti-Rimac-CEO Mate Rimac zum größten Gesellschafter der Rimac Group aufsteigen.

Porsche-CEO Michael Leiters ordnete den Schritt als strategische Fokussierung ein: „Mit dem Verkauf unseres Anteils zeigen wir, dass wir Porsche auf das Kerngeschäft konzentrieren werden.“ Die Gründung des Joint Ventures habe den Grundstein für Bugattis Zukunft gelegt, und als Frühphaseninvestor habe Porsche zur Entwicklung von Rimac Technology zu einem etablierten Tier-1-Automobiltechnologieunternehmen beigetragen. Mate Rimac betonte seinerseits die Bedeutung der bisherigen Zusammenarbeit: „In dieser Partnerschaft haben wir eine starke Grundlage geschaffen, um unsere langfristige Vision noch schneller umzusetzen.“

Hinter den Kulissen wurde seit Monaten verhandelt

Die Transaktion kommt nicht überraschend. Bereits im Dezember 2024 hatte Porsche öffentlich über einen möglichen Rückzug aus dem Gemeinschaftsprojekt nachgedacht. Medienberichten zufolge prüfte der Automobilhersteller bereits zum damaligen Zeitpunkt seit Monaten, ob ein Ausstieg sinnvoll sein könnte. Die angespannte Lage in der Autobranche und notwendige Investitionen in neue Produktionsstandorte dürften den Ausschlag gegeben haben. Ein Verkauf der Anteile setzt Kapital frei, das Porsche an anderer Stelle einsetzen kann.

Gleichzeitig hatte Rimac bereits zuvor Interesse daran signalisiert, seinen Einfluss auszubauen. Obwohl Porsche auf dem Papier – durch die 45 Prozent an Bugatti Rimac und die 20,6 Prozent an der Rimac Group – rechnerisch einen erheblichen Einfluss besaß, lag die operative Führung stets bei Mate Rimac als CEO. Das Joint Venture beschäftigt heute rund 900 Menschen, verteilt auf Standorte in Zagreb und im französischen Molsheim, dem historischen Sitz von Bugatti. Technische Unterstützung erhält das Unternehmen bis Ende des Jahres noch von Bugatti Engineering – ein Überbleibsel aus der Zeit, als Bugatti direkt zum Volkswagen-Konzern gehörte.

Hisham Elhaddad, Mitbegründer von HOF Capital, bezeichnete die Marke als einzigartige Verbindung von Tradition und Innovation. Hazem Ben-Gacem von BlueFive Capital sprach von mehr als einer reinen Finanztransaktion und betonte das Ziel, „dieses Erbe für kommende Generationen zu bewahren.“

Während sich die Eigentümerstruktur neu sortiert, laufen im Hintergrund die Vorbereitungen für den Bugatti Tourbillon. Das Hypercar soll ab 2026 ausgeliefert werden und kombiniert einen V16-Motor mit drei Elektromotoren bei einer Systemleistung von rund 1340 kW.

Quelle: Porsche / Rimac – Pressemitteilung

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Sebastian Henßler

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Sebastian Henßler hat Elektroauto-News.net im Juni 2016 übernommen und veröffentlicht seitdem interessante Nachrichten und Hintergrundberichte rund um die Elektromobilität. Vor allem stehen hierbei batterieelektrische PKW im Fokus, aber auch andere alternative Antriebe werden betrachtet.

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