Porsche beim Absatz mit 15 Prozent im Minus

Porsche beim Absatz mit 15 Prozent im Minus
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Michael Neißendorfer
Michael Neißendorfer
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Der Autohersteller Porsche hat im ersten Quartal in Summe knapp 61.000 Fahrzeuge (Vorjahr ca. 71.500) in Kundenhand übergeben. Das entspricht einem Rückgang von 15 Prozent. Wesentliche Gründe sind das Produktionsende des 718 mit Verbrennungsmotor, die Anlaufphase des vollelektrischen Macan im Vorjahr sowie entfallene Steuervergünstigungen für Elektro- und Hybridfahrzeuge in den USA.

Gleichzeitig ist die Modellreihe 911 bei den Kunden weiterhin begehrt: Im ersten Quartal des neuen Geschäftsjahrs liegt der Elfer mit einem Plus von 22 Prozent über Vorjahr. Über alle Modellreihen hinweg gab es einen ausgewogenen Derivatemix mit einem ausgeprägten Anteil an GTS-, Turbo- oder GT-Modellen. Insgesamt blieb die Absatzstruktur über die einzelnen Vertriebsregionen hinweg ausbalanciert.

Der Elektro-Cayenne soll den Aufschwung markieren

„Nach dem Auslauf des 718 mit Verbrennungsmotor und den starken Auslieferungen des vollelektrischen Macan zum Marktstart liegen wir unter Vorjahr, insgesamt aber im Bereich unserer Erwartungen. Die hohe Nachfrage beim 911 und der große Anteil an Top-Derivaten zeigen uns eindrucksvoll: der Kern unserer Sportwagenmarke ist unverändert stark“, sagt Matthias Becker, Vorstand für Vertrieb und Marketing der Porsche AG. „Der Fokus in den kommenden Monaten liegt nun auf der Markteinführung des vollelektrischen Cayenne. Dieser wird ab Sommer an die ersten Kundinnen und Kunden übergeben.“

Unter den Vertriebsregionen bleibt Nordamerika mit rund 18.300 Auslieferungen weiterhin an der Spitze. Nach einem außergewöhnlich auslieferungsstarken Vorjahreszeitraum – auch durch den Anlauf des elektrischen Macan – liegt die Region aktuell 11 Prozent unter 2025. Der Heimatmarkt Deutschland liegt mit knapp 7800 Auslieferungen leicht über dem Niveau des Vorjahreszeitraums (+4 Prozent). Europa (ohne Deutschland) hat im ersten Quartal rund 14.700 Fahrzeuge in Kundenhand übergeben (-18 Prozent). Der Rückgang erklärt sich hauptsächlich mit dem starken Anlaufeffekt des vollelektrischen Macan im Vorjahr.

In China wurden gut 7500 Fahrzeuge an Kunden übergeben (-21 Prozent). Wesentliche Gründe für den Rückgang bleiben das weiterhin herausfordernde Marktumfeld im chinesischen Markt und der Fokus auf einen wertorientierten Absatz. In der Vertriebsregion Übersee- und Wachstumsmärkte konnten gut 12.600 Fahrzeuge übergeben werden. Das entspricht einem Rückgang von 20 Prozent. Gründe hierfür sind unter anderem das Produktionsende der Modellreihe 718 mit Verbrennungsmotor sowie der erfolgreiche Marktstart des vollelektrischen Macan im Vorjahreszeitraum.

Bei den Modellreihen erzielte der Cayenne mit mehr als 19.000 Auslieferungen (-4 Prozent) die größte Nachfrage. Die vollelektrische Variante des Cayenne wird ab Sommer stufenweise in die Märkte eingeführt. Der 911 wurde im ersten Quartal fast 14.000 Mal ausgeliefert. Das entspricht einem Zuwachs von 22 Prozent im Vergleich zum Vorjahresquartal. Damit unterstreicht Porsche seinen Anspruch als Sportwagenschmiede.

Vom Macan wurden insgesamt mehr als 18.200 Fahrzeuge ausgeliefert. Davon entfallen rund 10.100 Stück auf die Variante mit Verbrennungsmotor. Diese bietet Porsche in den meisten Ländern außerhalb der EU weiterhin parallel an. Das Verbrennermodell wird noch bis Sommer 2026 produziert. Auf die vollelektrische Variante des Macan entfallen knapp 8100 Stück. In Summe entspricht dies einem Rückgang von 23 Prozent für die gesamte Modellreihe Macan im Vergleich zum Vorjahresquartal. Wesentlicher Grund ist der verlangsamte Hochlauf der Elektromobilität, der erfolgreiche Marktstart des elektrischen Macan im Vorjahreszeitraum sowie der Auslauf von Steuervergünstigungen für Elektro- und Hybridfahrzeuge in den USA.

Von der Modellreihe Panamera wurden im ersten Quartal knapp 4500 Exemplare ausgeliefert. Der Rückgang von 42 Prozent ist vor allem darauf zurückzuführen, dass im starken Panamera-Markt China ab April die attraktiven „Pure Editions“ eingeführt werden. Dies führte zu einer temporären Angebotslücke bei Panamera-Modellen im ersten Quartal. Die „Pure Editions“ wurden speziell für den chinesischen Markt entwickelt und verfügen über ein attraktiveres Interieur- und Exterieurpaket. Die Modelle 718 Boxster und 718 Cayman verzeichneten knapp 1800 Auslieferungen – 60 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Die Modellreihe 718 wird seit Oktober vergangenen Jahres nicht mehr produziert. Von der Modellreihe Taycan wurden im ersten Quartal gut 3400 Fahrzeuge an Kunden übergeben. Dies entspricht einem Rückgang von 19 Prozent.

Mit Blick auf den weiteren Verlauf des Jahres sagt Matthias Becker: „Die eingeschränkte Produktverfügbarkeit ist in unserer Planung für 2026 berücksichtigt. Wir arbeiten eng mit unseren Vertriebsregionen zusammen und werden uns konsequent darauf konzentrieren, die Nachfrage und das Angebot gemäß unserer Strategie ‘Value over Volume’ auszusteuern.“

Quelle: Porsche – Pressemitteilung vom 10.04.2026

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Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer ist E-Mobility-Journalist und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über Stromnetze, erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

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