Mercedes-Vans-Chef: Elektro-Plattform VAN.EA wird global ausgerollt

Mercedes-Vans-Chef: Elektro-Plattform VAN.EA wird global ausgerollt
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Mercedes Benz Vans

Felix Katz
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  —  Lesedauer 3 min

Mercedes-Vans-Chef Mathias Geisen will die neue Elektro-Plattform VAN.EA ab 2025 weltweit ausrollen – und zwar in den USA, China und Deutschland. Die Produktion hierzulande sei nur in einer Mischkalkulation möglich, erklärt er dem Branchenmagazin Automobilwoche.

Mercedes‑Benz Vans hat den Führungsanspruch bei der Elektromobilität fest in seiner Strategie verankert. Mit dem Vito E-CELL hatte Mercedes‑Benz Vans bereits 2010 einen lokal emissionsfreien Transporter im Angebot. Heute hat Mercedes-Benz alle Segmente elektrifiziert, vom Small Van über den Mid-Size-Van bis hin zum Large Van. Ab Mitte des Jahrzehnts möchte der Hersteller mit „VAN.EA“ (MB Vans Electric Architecture) die nächste Stufe seiner Elektrifizierungsstrategie umsetzen: Ab 2025 sollen dann alle neuen Modelle nur noch vollelektrisch sein. Noch in diesem Jahr  – ab dem dritten Quartal – startet die Kastenwagen-Variante des neuen eSprinter mit der höchsten Reichweite in den USA und Kanada, die Markteinführung in Europa folgt sukzessive ab Ende 2023.

Mercedes-Vans-Chef: Elektro-Plattform VAN.EA wird global ausgerollt
Mathias Geisen, Leiter Mercedes-Benz Vans | Bild: Mercedes Benz Vans
Mathias Geisen, Mercedes-Benz Vans

„Der Transporterbereich wird 2030 sicher nicht komplett elektrisch sein“

Im Gespräch mit der Automobilwoche erklärt der Manager: „Perspektivisch wollen wir VAN.EA-Modelle auch an unseren Stand­orten in den USA und in China bauen. Es handelt sich um eine globale Architektur.“ Jüngst verkündete die Marke, dass das Produktionsnetzwerk des eSprinter erweitert werden soll: Neben dem Mercedes-Benz-Werk in Düsseldorf wird der neue Mercedes‑Benz eSprinter künftig auch in Ludwigsfelde und in Charleston (South Carolina/USA) produziert, die V-Klasse für China in Fuzhou.

Für Europa werde Jawor in Polen eine entscheidende Rolle spielen, heißt es weiter. Nach Informationen, die dem Brachenmagazin vorliegen, will Mercedes mehr als 500 Millionen Euro in das neue Werk investieren – und das trotz der Absage des Partners Rivian, der als Investitionspartner infrage gekommen wäre. „Natürlich hätten wir mit dem Partner Rivian weitere Kostenvorteile bei Bau und Betrieb des Werks in Jawor gehabt. Die Entscheidung für den Business Case haben wir allerdings unabhängig von einer möglichen Kooperation getroffen“, erklärt Geisen im weiteren Gespräch. Eine Produktion in Deutschland rechne sich nur in der Mischkalkulation mit Polen. Damit habe Mercedes ein Alleinstellungsmerkmal, weil kein anderer Wettbewerber mehr große Transporter in Deutschland baue. Der Ford Transit entsteht in der Türkei, der VW Crafter schon seit Jahren ebenfalls in Polen. Im spanischen Vitoria lässt Mercedes die V-Klasse für Europa fertigen, wo später auch VAN.EA-Modelle gebaut werden sollen, heißt es weiter.

Mathias Geisen (43) hat den strategischen Kurs von Mercedes entscheidend mitgeprägt. Er zählt zu den Architekten der Neuausrichtung von Mercedes‑Benz und hat auch die Umsetzung dieser Strategie maßgeblich vorangetrieben. Ab 2019 war er für das gesamte Produktmanagement der Mercedes‑Benz SUV, Kompaktfahrzeuge und Elektroautos verantwortlich. Anschließend wechselte er als Leiter in die Konzernstrategie für Daimler und Mercedes‑Benz, bis er 2022 Leiter von Mercedes Benz Vans wurde. „In meinem ersten Jahr haben wir die Strategie weiter ­geschärft, ­dabei den Fokus auf die Elektromobilität gelegt und ­geschaut, wie wir unter diesen Bedingungen auch in Zukunft profitabel wirtschaften können. Wir wollen unseren Anteil an Elektromobilität maximal ausbauen, aber der Transporterbereich wird 2030 sicher nicht komplett elektrisch sein. Ich gehe ­jedoch von einem Anteil von weit über 50 Prozent bei Neufahrzeugen aus“, zitiert die Automobilwoche den 43-Jährigen. Damit dürfte der klassische Verbrenner im Transportsegment noch länger eine Rolle spielen als bei den Pkw.

Im Jahr 2022 wurden trotz anhaltender globaler Herausforderungen in den Bereichen Teileversorgung und Logistik weltweit mit rund 411.000 Einheiten 4 Prozent mehr Vans mit dem Stern an Kunden übergeben als 2021 (395.000 Stück). Davon waren 14.700 Elektro-Vans – ein Plus von 15 Prozent.

Quellen: Automobilwoche – „Mercedes Vans rollt E-Plattform global aus“ / Mercedes Benz Vans – Pressemitteilungen

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Felix Katz liebt alles, was vier Räder und einen oder gleich mehrere Motoren hat. Nicht nur Verbrenner, sondern vor allem Elektroautos haben es ihm angetan. Als freiberuflicher Autojournalist stromert er nicht nur fast jeden Tag umher, sondern arbeitet seit über zehn Jahren für viele renommierte (Fach-)Medien und begleitet den Mobilitätswandel seit Tag eins mit.

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