Kulanz nach Förderstopp: Händler sind oft die Leidtragenden

Kulanz nach Förderstopp: Händler sind oft die Leidtragenden
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Dacia

Daniel Krenzer
Daniel Krenzer
  —  Lesedauer 2 min

Nachdem die Förderung von Elektroautos in Deutschland kurzfristig gestoppt worden ist, haben viele Hersteller reagiert und den ganzen oder zumindest Teile des wegfallenden Umweltbonus selbst übernommen. Wie nun ein Bericht der Automobilwoche darlegt, verlangen viele Hersteller jedoch von ihren Händlern, dass sie davon einen mehr oder weniger großen Anteil selbst tragen.

„Wer die Prämie verspricht, sollte sie auch bezahlen“, sagte demnach Arne Joswig, Präsident des Zentralverbands Deutsches Kfz-Gewerbe. Nach der Bundesregierung seien es nun die Hersteller, die sich aus der Verantwortung stehlen wollen. Joswig führt dazu aus: „Es geht nicht, vorne ein Versprechen zu machen und hinten die Marge für den Händler auf null zu setzen.“ In den vergangenen Monaten seien die Margen vielerorts ohnehin schon zusammengestrichen worden.

So verlange Skoda – dem Bericht nach als einzige VW-Tochter – von seinen Händlern eine Beteiligung von 1500 Euro. Dies galt auch für Hyundai bis zum Jahresende 2023, seitdem müssen die Händler 1000 Euro übernehmen. Bei Toyota sollen die Händler zehn Prozent der aus Kulanz gewährten Prämie übernehmen, bei Stellantis sind es offenbar 20 Prozent. Die Automobilwoche rechnet vor: Beim Jeep Avenger mit einer Händlermarge von fünf Prozent blieben dem Partner nur wenige Hundert Euro. Bei einem Beitrag von 900 Euro (20 Prozent von 4500 Euro) zahle er sogar drauf. Die Händler beugen sich aber offenbar mehrheitlich dieser Aufforderung der Hersteller, um keine Klagen zu riskieren – und keinen unnötig großen Vertrauensverlust bei den Kunden.

Interessant ist in diesem Zusammenhang, dass unter anderem mit Volkswagen und Renault die ersten Hersteller ihre Elektroautos nach Wegfall der Förderung inzwischen deutlich günstiger anbieten. Am gravierendsten ist dies beim Dacia Spring, der vorübergehend 10.000 Euro günstiger wird und nun nur noch knapp mehr als 12.000 Euro kostet. Das bekräftigt diejenigen, die ohnehin davon ausgegangen sind, dass die staatlichen Fördergelder ohnehin bei der Preisgestaltung von den Herstellern künstlich aufgeschlagen worden waren. Umfragen zufolge befürwortet übrigens die Mehrheit der Deutschen den Wegfall der Förderung.

Quelle: Automobilwoche – „Hersteller bitten Händler beim Umweltbonus zur Kasse“

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Daniel Krenzer

Daniel Krenzer

Daniel Krenzer ist als studierter Verkehrsgeograf und gelernter Redakteur seit mehr als zehn Jahren auch als journalistischer Autotester mit Fokus auf alternative Antriebe aktiv und hat sich zudem 2022 zum IHK-zertifizierten Berater für E-Mobilität und alternative Antriebe ausbilden lassen.

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