Die chinesischen Aufsichtsbehörden haben neue Richtlinien erlassen, die die Auslandsgeschäfte von Automobilherstellern betreffen. Darin seien die Unternehmen aufgefordert worden, die Gesetze zu Auslandsinvestitionen und Auslandsgeschäften sowie die Vorschriften in den Bereichen Kartellrecht, Korruptionsbekämpfung und soziale Verantwortung einzuhalten, wie Reuters berichtet.
Insbesondere sehen die politischen Vorschriften vor, die Preisgestaltung an den jeweiligen Kosten und Bedingungen des Zielmarktes auszurichten. Exportierte Produkte sollen den lokalen Marktbedürfnissen entsprechen, die lokalen Arbeitsgesetze sollten eingehalten und das Risikomanagement in den Gastländern verbessert werden. Niedrigere Preise durch unlautere Wettbewerbsvorteile seien insbesondere zu vermeiden, ebenso wie häufige oder drastische Preisänderungen. Die Unternehmen seien verpflichtet, so Reuters, wahrheitsgemäße Marketingangaben zu machen, irreführende Werbung zu vermeiden und den Ruf chinesischer Automarken im Ausland zu schützen.
Einem Vertreter des Handelsministeriums zufolge seien die Leitlinien darauf ausgelegt, einen rationalen und geordneten grenzüberschreitenden Aufbau von Industrie- und Lieferketten zu fördern. Außerdem solle die langfristige internationale Entwicklung der chinesischen Automobilindustrie unterstützt werden.
Dass chinesische Hersteller auch aufgrund staatlicher Subventionen besonders günstig produzieren können, wurde von der Europäischen Union kritisiert. Seit 2024 gibt es daher EU-Ausgleichszölle, die dem großangelegten Import der besonders günstigen Elektroautos entgegenwirken sollen.
Expansion chinesischer Hersteller
Die Richtlinien folgen auf eine rasante globale Expansion chinesischer Automobilhersteller, angeführt von BYD. Durch den zunehmenden Druck und Wettbewerb im Inland gehen immer mehr chinesische Hersteller auf Märkte im Ausland. China exportierte im Jahr 2025 knapp 8,3 Millionen Fahrzeuge in mehr als 200 Länder und Regionen. Zugleich investierten chinesische Unternehmen in über 80 Märkten in Projekte zur Automobilherstellung.
Auch in Europa planen viele chinesische Hersteller eigene Produktionsstätten, wie BYD in Ungarn. Andere versuchen, Produktionslinien traditioneller Hersteller zu übernehmen, die mit Überkapazitäten zu kämpfen haben. Ein Abkommen für das britische Werk Sunderland gibt es bereits zwischen dem chinesischen Unternehmen Chery und dem japanischen Hersteller Nissan. Desweiteren finden Gespräche statt. Der Konzern Stellantis, zu dem Marken wie Peugeot oder Fiat gehören, arbeitet eng mit Leapmotor zusammen und Ford plant, einen Teil seines Werks im spanischen Valencia an Geely zu verkaufen. Auch Volkswagen hat erklärt, offen für eine Zusammenarbeit mit chinesischen Partnern zu sein.
Quelle: Reuters – China issues guidelines for automakers‘ overseas operations









Wird geladen...