Unlautere Geschäfte: Dreame stellt Automobilsparte ein

Unlautere Geschäfte: Dreame stellt Automobilsparte ein
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Dreame

Maria Glaser
Maria Glaser
  —  Lesedauer 3 min

Der chinesische Hersteller Dreame Technology, der vor allem für Staubsauger und Reinigungsroboter bekannt ist, wird sein Automobilgeschäft einstellen. Damit endet ein kurzer, aber intensiver Abschnitt des Unternehmens, denn erst vor einem Jahr, im August 2025, ist das Unternehmen offiziell in den Automobilmarkt mit dem Projekt „Starry Sky“ eingestiegen.

Noch im Januar hat das Unternehmen einen Supersportwagen mit einem Foto angeteasert und später bei der Consumer Electronics Show (CES) in Las Vegas vorgestellt. Ende April wurde zudem in San Francisco die „Nebula Next 01 Jet Edition“ präsentiert, die auch als „Rocket Car“ bekannt ist und als Durchbruch im zivilen Transport auf Raumfahrtniveau vermarktet wurde. Das Elektroauto mit Feststoffbatterie sollte in 0,9 Sekunden von 0 auf 100 km/h beschleunigen und eine Energiedichte von 450 Wattstunden pro Kilogramm aufweisen. Das Antriebssystem soll eine maximale Schubleistung von 100 Kilonewton gehabt haben. Die CLTC-Reichweite wurde mit über 550 Kilometern angegeben, wobei eine Reichweite nach chinesischer CLTC-Norm aufgrund unterschiedlicher Messmaßstäbe durchschnittlich rund 15 Prozent höher ausfällt, als nach dem europäischen WLTP-Wert.

Zu Spitzenzeiten beschäftigte die Automobilsparte von Dreame fast 1000 Mitarbeitende. Nach monatelangen Entlassungen, die im Mai begonnen, sank die Belegschaft auf nur noch wenige Dutzend verbliebene Mitarbeitende, vor allem aus den Bereichen Finanzen, Recht und Personalwesen. Sie seien mit der Aufgabe betraut worden, den Betrieb abzuwickeln, die Schulden bei Lieferanten zu begleichen und die rechtliche Auflösung der verbundenen Unternehmen abzuwickeln, wie lokale Medien berichten.

Starry Sky: Alles nur Betrug?

Es gibt Gerüchte, dass es sich bei dem Automobilprojekt eher um Marketing und Mittelbeschaffung als um echte Fertigung gehandelt habe. Medien berichten unter Bezugnahme auf interne Quellen, dass dem auf der CES vorgestellten Supercar ein Fahrgestell gefehlt habe und es per Fernsteuerung bewegt worden sei. Der Rocket Car sei zudem angeblich von einer in Shanghai ansässigen Modellbaufirma gekauft und mit einem Fahrgestell sowie Triebwerken ausgestattet worden, um einen visuellen Effekt für die Kameras zu erzielen. Dafür habe das Unternehmen umgerechnet Hunderttausende Euro gezahlt.

Die Geschäftslogik des Unternehmens sei ohnehin auf den Kopf gestellt gewesen und habe kaum in Forschung und Entwicklung investiert, um ein Produkt zu entwickeln. Stattdessen, wie Medien berichten, seien Mitarbeitende zunächst für die Beschaffung von Finanzmitteln zuständig gewesen. Das Unternehmen habe mit hohen Gehältern und Titeln Talente von etablierten Automobilherstellern abgeworben, sich aber eher auf die Finanzierung als auf die Produktion konzentriert.

Das schnelle Ende der Automobilsparte von Dreame könnte auch mit dieser Strategie zusammenhängen. Es habe behördliche Kontrollen in China gegeben, um die Verwendung von Investitionsmitteln zu untersuchen. Dadurch wurden die Möglichkeiten des Unternehmens, staatliche Zuschüsse frei auszugeben, durch die Politik eingeschränkt.

Das Unternehmen wird sich fortan wieder auf seine Kerngeschäftsbereiche ausrichten: Staubsauger, Mähroboter, zweirädrige Elektrofahrzeuge und die „Magic Atom“-Roboter. Trotz des Ausstiegs aus dem Automobilsektor strebt das Unternehmen weiterhin einen Börsengang an.

Quelle: Car News China – Dreame abandons car business, the 0.9s 0-100 km/h and 450 Wh/kg solid battery model turns out to be a dream

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Maria Glaser

Maria Glaser

Aus dem geisteswissenschaftlichen Bereich kommend, verbindet Maria Glaser bei Elektroauto-News.net seit 2023 ihre Liebe zum Text mit fachlichen Inhalten. Seit ihrem Studium in Berlin und Wien arbeitet sie im Bereich Lektorat, Korrektorat und Content Writing, vor allem zu Mobilität.

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