Mehrere Audi-Händler in China schließen wegen Absatzrückgangs

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Daniel Krenzer
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  —  Lesedauer 3 min

Der chinesische Automarkt stellt etablierte Premiumhersteller zunehmend vor große Herausforderungen. Mehrere Audi-Händler in China haben plötzlich geschlossen, ihre Betriebe ausgesetzt oder wurden aus dem offiziellen Händlernetzwerk genommen. Das berichtet das Fachportal Car News China unter Berufung auf entsprechende Medienberichte. Betroffen sind demnach Standorte in Provinzen wie Henan, Guangxi, Beijing, Jiangsu und Zhejiang, darunter auch der große Audi-Händler Kaifeng Jin’ao, dessen abruptes Aus zahlreiche Kunden und Mitarbeiter vor Probleme stellt. Viele Wartungspakete bleiben nun ungenutzt, Lohnzahlungen stehen aus und der Service für Kunden ist stark eingeschränkt.

Die Schließungen folgen auf ein zweites Jahr in Folge sinkender Absätze für den deutschen Automobilhersteller Audi in China. 2025 beliefen sich die Verkäufe auf rund 617.500 Einheiten, was einem Rückgang von etwa fünf Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Auch bei den lokal gefertigten Modellen unter dem Joint Venture FAW-Audi gingen die Zahlen um rund 6,7 Prozent auf 570.100 Fahrzeuge zurück.

Audi reagiert darauf mit aggressiven Preisabschlägen und Sonderaktionen. So werden Modelle wie der Audi A3 2026 um bis zu 40 Prozent günstiger angeboten, der Q3 und der elektrische Q4 e-tron sogar um bis zu 50 Prozent reduziert. Gleichzeitig bereitet FAW-Audi den Launch von zwei neuen Modellen vor: dem A6L und dem A6L e-tron, letzterer eine vollelektrische Premium-Limousine auf der PPE-Plattform speziell für den chinesischen Markt.

Hinter dem Händlerrückzug steckt mehr als ein vorübergehendes Absatzproblem. Audi ist nicht der einzige deutsche Premiumhersteller, der in China unter Druck gerät. Auch Konzernschwester Porsche schließt Showrooms, BMW und Mercedes mussten ebenfalls deutliche Umsatz- und Absatzeinbußen hinnehmen, die Verkaufszahlen sind wieder auf das Niveau von vor sieben bis acht Jahren gesunken. Volkswagen verkauft zwar noch relativ viele Fahrzeuge, jedoch lange nicht mehr so viele wie noch vor wenigen Jahren.

Die heimischen Autohersteller übernehmen mehr und mehr

Gleichzeitig drängen chinesische Hersteller wie Branchenriese BYD, Nio oder auch Marken mit Beteiligung von Tech-Konzernen aggressiv auf den Premium-Elektroautomarkt. Sie bieten attraktive Preise, lokal optimierte Features und fortschrittliche Technologien und setzen die traditionellen Marken unter Druck, sowohl im Bereich Verbrenner als auch bei Hybrid- und Elektroautos.

Die aktuelle Situation ist ein Indiz dafür, dass Audi seine Position in China neu definieren muss. Die Händlerproblematik spiegelt ein tieferliegendes strategisches Dilemma wider: Audi gelingt es bisher nicht, den nötigen Schwung für seine Elektromodelle zu erzeugen und gleichzeitig seine traditionell starke Position im Verbrennersegment zu stabilisieren. Für den globalen E-Mobilitätsmarkt zeigt sich, dass selbst Premiumhersteller mit langjähriger Marktpräsenz in China zunehmend unter Druck geraten – nicht nur bei den Verkaufszahlen, sondern auch in der Dealer-Infrastruktur und Kundenzufriedenheit. Ob neue Modelle wie der A6L e-tron sowie der zunehmende Verzicht auf die klassischen Logo-Ringe die Trendwende bringen können, wird sich in den kommenden Monaten zeigen.

Quelle: Car News China – Multiple Audi dealerships closed suddenly in China due to declining sales and profit margin

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Daniel Krenzer

Daniel Krenzer

Daniel Krenzer ist als studierter Verkehrsgeograf und gelernter Redakteur seit mehr als zehn Jahren auch als journalistischer Autotester mit Fokus auf alternative Antriebe aktiv und hat sich zudem 2022 zum IHK-zertifizierten Berater für E-Mobilität und alternative Antriebe ausbilden lassen.

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