Der Volkswagen-Konzern könnte seiner Elektro-Strategie im Kleinwagensegment neuen Schwung verleihen. Wie spanische Medien berichten, prüfen die VW-Töchter Audi und Škoda die Entwicklung rein elektrischer Ableger von A1 und Fabia – produziert im spanischen Martorell bei Barcelona. Dort entsteht aktuell das neue Zentrum für urbane Elektroautos des Konzerns.
Konkret geht es um einen möglichen Audi A1 e-tron, der den bisherigen Verbrenner-A1 beerben könnte, sowie um einen elektrischen Kleinwagen von Škoda, der sich unterhalb kommender Kompaktmodelle positionieren würde. Beide Fahrzeuge würden technisch eng verwandt sein mit dem Cupra Raval sowie dem künftigen VW ID.2 / ID Polo. Grundlage wäre die weiterentwickelte MEB-Plattform für Frontantrieb (MEB Entry), die speziell für kostengünstigere Elektroautos im Kleinwagensegment ausgelegt ist.
Für den Standort Martorell wäre ein solcher Schritt strategisch bedeutsam. Das Werk, bislang stark von Verbrennermodellen geprägt, wird derzeit umfassend auf Elektromobilität umgerüstet. Neben dem Raval sollen dort mehrere kompakte E-Auto-Modelle vom Band laufen. Zusätzliche Derivate von Audi und Škoda würden die Auslastung sichern und die Skaleneffekte verbessern – ein entscheidender Faktor in einem preissensiblen Segment.
Ein wenig Geduld ist noch gefragt
Interessant ist dabei der zeitliche Horizont. Ein elektrischer A1 könnte laut den Berichten gegen Ende des Jahrzehnts – etwa 2029 oder 2030 – auf den Markt kommen. Für einen elektrischen Fabia wird ein noch späterer Termin gehandelt. Die finale Entscheidung soll im Rahmen der Konzern-Produktplanung in den Jahren 2027 oder 2028 fallen. Bis dahin hängen die Pläne von Marktbedingungen, Kostenentwicklung und politischen Rahmenbedingungen ab.
Dass das Thema wieder auf der Agenda steht, ist bemerkenswert. Noch vor wenigen Jahren galten elektrische Kleinwagen im Konzern als wirtschaftlich schwierig darstellbar. Steigende Batterieeffizienz, sinkende Kosten und politischer Druck zur Elektrifizierung des Massenmarkts verändern jedoch die Kalkulation. Gerade im urbanen Umfeld braucht es bezahlbare, kompakte Stromer – nicht nur für Image und CO₂-Flottenziele, sondern als echtes Volumenmodell.
Sollten Audi und Škoda grünes Licht erhalten, würde Spanien zu einem zentralen Baustein der europäischen Kleinwagen-Elektrostrategie aufsteigen. Ein elektrischer A1 und ein kleiner Škoda-Stromer „made in Barcelona“ wären mehr als nur Modellvarianten – sie wären ein Signal, dass Elektromobilität endgültig im Herzen des Volumensegments angekommen ist.
Quelle: La Tribuna – Audi y Skoda analizan lanzar un ‚hermano‘ del Raval que se fabricaría en Martorell; Forococheselectricos – Audi y Skoda estudian fabricar en Barcelona…








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