Als in den vergangenen Wochen Berichte über ein mögliches Aus für die elektrischen Varianten von Boxster und Cayman bei Porsche die Runde machten, rückte rasch auch Audi in den Fokus. Beobachter fragten sich, ob der Hersteller aus Ingolstadt sein eigenes E-Sportwagenprojekt – das Concept C – ebenfalls überdenken könnte.
Audi reagierte zeitnah auf die Spekulationen. Gegenüber dem Portal Motor1 wies Unternehmenssprecher Daniel Schuster die Gerüchte zurück und stellte klar, das unter dem Namen Concept C bekannte Projekt verlaufe weiterhin nach Plan. Wenig später meldete sich auch Vorstandsvorsitzender Gernot Döllner intern zu Wort. In einem Schreiben, über das der Donaukurier berichtete, versicherte er den beteiligten Teams, die Zulieferung der Plattform durch Porsche stehe nicht infrage. Zugleich sprach er von einer „guten Zusammenarbeit zwischen Team Porsche und Team Audi“ bei dem gemeinsam entwickelten Performance-Elektroprojekt.
Strategische Bedeutung des Projekts für Ingolstadt
Diese Aussagen sollen vor allem innerhalb der Belegschaft für Stabilität sorgen. Denn das Vorhaben gilt als strategisch bedeutsam: Erstmals seit dem Aus von TT und R8 arbeitet Audi wieder an einem eigenständigen Sportwagenkonzept. Die technische Basis entsteht in enger Abstimmung mit Porsche, was Synergien im Konzern ermöglichen soll. Ob dies zugleich bedeutet, dass Porsche uneingeschränkt an seinem elektrischen 718 festhält, bleibt jedoch offen. Das Projekt wurde vor mehr als fünf Jahren angekündigt, seither gab es wiederholt Hinweise auf Verzögerungen. Offiziell hält Porsche weiterhin daran fest, Boxster und Cayman als reine Elektroautos auf den Markt zu bringen. Gleichzeitig wird spekuliert, ob der neue Porsche-Chef Michael Leiters strategische Anpassungen vornehmen könnte.
Audi wiederum hat betont, dass die zugelieferte Architektur konsequent für Elektroautos ausgelegt sei. Eine parallele Nutzung für künftige Modelle mit Verbrennungsmotor ist demnach nicht vorgesehen. Porsche plant nach bisherigen Angaben, die Baureihen Boxster und Cayman gegen Ende des Jahrzehnts auch wieder mit Benzinmotor anzubieten. Diese sollen allerdings auf einer anderen technischen Grundlage stehen als die elektrische Variante. Damit würde sich die Entwicklungspfade der Modelle klar trennen.
Concept C als Symbol für Neuausrichtung der Marke
Für Audi markiert das Concept C mehr als nur ein weiteres Modell. Bei der Präsentation sprach das Unternehmen von einem „TT-2.0“-Moment und stellte das Auto als Symbol für einen gestalterischen Neustart dar. Vor diesem Hintergrund hätte ein Projektstopp nicht nur technische, sondern auch kommunikative Folgen. Das Modell wurde bereits offensiv beworben und als Signal für die künftige Ausrichtung positioniert. In einem Umfeld, in dem Audi im Wettbewerb mit BMW und Mercedes zuletzt unter Druck stand, gilt der Sportwagen als Baustein zur Schärfung des Profils.
Gleichzeitig verweisen Branchenbeobachter darauf, dass klassische Sportwagen ein vergleichsweise kleines Marktsegment bedienen. Der vollständige Umstieg auf batterieelektrischen Antrieb könnte die Nachfrage zusätzlich beeinflussen, da sich Kundenerwartungen und Nutzungsgewohnheiten verändern.
Hinzu kommt der finanzielle Aspekt. Die Entwicklung einer eigenständigen Plattform für leistungsorientierte Elektroautos erfordert erhebliche Investitionen. Innerhalb des Konzerns dürfte daher sorgfältig abgewogen werden, wie sich Marktchancen, technologische Risiken und Markenstrategie miteinander vereinbaren lassen. Während Porsche mit der Option einer späteren Rückkehr zum Verbrennungsmotor mehr Flexibilität signalisiert, verfolgt Audi eine klarere Linie: Ein neuer TT oder R8 mit Benzinantrieb ist nach Unternehmensangaben nicht vorgesehen.
Quelle: Donaukurier – Audi-Chef Döllner schreibt ans „Team Audi“: Modell C-Sport nicht in Gefahr / Motor1 – Audi-Chef sagt Mitarbeitern: Sportwagen wird nicht gestrichen, kommt 2027








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