Absatzkrise: Porsche schließt jede dritte Verkaufsstelle in China

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Tobias Stahl
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Porsches Absatzkrise in China setzt sich fort: Die Verkäufe des Stuttgarter Autobauers sind seit vier Jahren in Folge rückläufig. 2025 verkaufte Porsche rund 42.000 Fahrzeuge in China – 26 Prozent weniger als im Vorjahr. Somit lag der Absatz im vergangenen Jahr 60 Prozent unter dem Höchstwert von 2021.

Nun hat Pan Liqi, Geschäftsführer von Porsche China, Pläne des Unternehmens bestätigt, die Zahl der autorisierten Verkaufsstellen stark zu verringern. Rund jeder dritte Porsche-Händler in China soll demnach die Türen schließen. Die Zahl autorisierter Händler war bereits von 150 im Jahr 2024 auf 120 bis Ende vergangenen Jahres reduziert worden, bis Ende 2026 soll sie auf 80 sinken. Das berichtet das chinesische Nachrichtenportal Yicai.

Porsche habe nach Jahren des Rekordwachstums das Auslieferungsniveau von 2024 nicht erreicht. „Diese Entwicklung entspricht unseren Erwartungen“, so Vertriebsvorstand Matthias Becker Mitte Januar. Becker führte die Einbußen auf Lieferengpässe beim Porsche 718 und Macan zurück. Auch die anhaltend schwächere Nachfrage nach exklusiven Produkten in China sowie die „wertorientierte Angebotssteuerung“ spielten laut Becker eine Rolle. Die Strategie, die Marge vor dem reinen Umsatz zu priorisieren, habe ebenfalls einen gewissen Einfluss gehabt.

Schon Ende 2025 hatte es Medienberichte aus China gegeben, laut denen mehrere Porsche-Verkaufsstellen aufgrund schleppender Verkaufszahlen und finanzieller Schwierigkeiten ihren Betrieb einstellten. Im Januar 2026 kam dann das vollständige Aus für das Zhengzhou Zhongyuan Porsche Center, kurz darauf folgt die Schließung des Guiyang Mengguan Porsche Centers. Infolgedessen musste Porsche China laufende Anzahlungen und fehlende Fahrzeugkonformitätsdokumente selbst verwalten.

Porsche-China-CEO Liqi erklärte gegenüber Yicai, dass die Umsetzung von Kostensenkungsmaßnahmen derzeit Hauptziel des Unternehmens ist. Laut Liqi werden die Einsparungen für Investitionen in das erste integrierte Forschungs- und Entwicklungszentrum des Herstellers in Shanghai verwendet, das im November vergangenen Jahres eröffnet wurde. Pan Liqi erklärte, dass Porsche China derzeit eine Phase der Neukalibrierung und Anpassung durchlaufe. Langfristiges Ziel sei es, den Absatz durch eine Straffung des Händlernetzes und die Einführung exklusiver Modelle zu steigern.

Porsche China schließt im Jahresverlauf 200 Premium-Ladestationen

Weiter erklärte Liqi, dass Porsche bis Ende 2026 zwei neue Modelle ins Produktportfolio aufnehmen will, die als Verbrenner- und Plug-in-Hybrid-Varianten verfügbar sein sollen: den 718 und den Cayenne. Zwar bietet der Hersteller mit dem Taycan und dem Macan bereits zwei Elektrofahrzeuge in China an, deren Verkaufszahlen blieben bislang jedoch hinter den Erwartungen zurück.

Porsche China will zudem ab 1. März schrittweise den Betrieb von rund 200 selbst errichteten und betriebenen Premium-Ladestationen im ganzen Land einstellen, die dazugehörigen Dienste beenden und die Ladestationen aus der Ladekarte in der Porsche App und der WeChat-App entfernen. Den Schritt hatte der Hersteller bereits Ende 2025 bekannt gegeben, er ist wohl auf Änderungen in Porsches Elektrifizierungsstrategie zurückzuführen – der Hersteller will diesbezüglich künftig langsamer agieren.

Quellen: Yicai Global – Porsche’s China Sales Drop for Fourth Straight Year in 2025 / Porsche – Pressemitteilung vom 16.01.2026

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Tobias Stahl kann sich für alle Formen der Fortbewegung begeistern, aber nachhaltige Mobilität begeistert ihn besonders. Da ist es kein Wunder, dass er schon seit 2019 über E-Autos, erneuerbare Energien und die Verkehrswende berichtet.

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