Acht von zehn Europäern sehen Elektromobilität als Antrieb der Zukunft

Acht von zehn Europäern sehen Elektromobilität als Antrieb der Zukunft
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Renault

Michael Neißendorfer
Michael Neißendorfer
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Acht von zehn Europäern gehen davon aus, dass sich die Elektromobilität in den kommenden zehn Jahren zur dominierenden Antriebstechnologie entwickelt. Das geht aus einer repräsentativen Studie hervor, die Renault zusammen mit dem Marktforschungsunternehmen Ipsos in Deutschland, Frankreich, Italien, Spanien und Großbritannien durchgeführt hat. Neben dem Wunsch nach einem größeren Angebot an Elektro- und Hybridmodellen gaben viele Befragte an, sich einen baldigen Umstieg bereits vorstellen zu können.

Der Studie zufolge sind es vor allem jüngere Autofahrer mit zunehmendem Umweltbewusstsein, die das Wachstum der Elektromobilität vorantreiben. So gaben 46 Prozent der unter 34-Jährigen an, zum Wechsel auf ein E-Auto bereit zu sein. 50 Prozent würden als nächstes Auto ein Hybridmodell wählen. Darüber hinaus empfinden 76 Prozent der Befragten das Fahren mit einem Elektro- oder Hybridfahrzeug als angenehmer als mit einem konventionellen Fahrzeug.

Europäische Autofahrer sind von den Vorteilen von Elektrofahrzeugen – gerade für die Umwelt – überzeugt“, so die Autoren der Renault-Studie. „Viele planen, ein Elektro- oder Hybridfahrzeug zu kaufen. Die Umfrage spiegelt wider, was wir auch in unseren Autohäusern sehen: Immer mehr Kunden informieren sich nach unseren Hybrid- und Elektromodellen und wollen diese ausprobieren“, heißt es weiter.

Im Gegenzug offenbart die Studie, dass zwar großes Interesse an der Elektromobilität besteht, ein bedeutender Teil der Befragten (76 Prozent) allerdings noch wenig praktischen Bezug zu E-Fahrzeugen hatte. Fachkenntnisse sind wenig verbreitet. Mehr als die Hälfte der Studienteilnehmer wusste nicht, dass Plug-in-Hybridfahrzeuge auch einen Verbrennungsmotor nutzen. Auch dass der Ladevorgang bei Elektroautos programmierbar ist, Strom aus der Batterie wieder ins Netz zurückgespeist werden kann und Batterien wiederverwendbar sind, war vielen nicht bekannt. Vielen Befragten ist außerdem nicht bewusst, wie viel günstiger die Fahrzeugwartung im Gegensatz zu einem konventionellen Fahrzeug ist. Renault sieht daher den Mangel an Erfahrung im Umgang mit Elektroautos als eines der größten Hindernisse für den Umstieg.

Immer mehr Verbraucher wünschen sich zwar ein saubereres, preiswerteres und leistungsfähigeres Fahrerlebnis“, so die Studienautoren, „jedoch fehlt ihnen oft das Wissen, was Elektro- und Hybridfahrzeuge sind, welche Vorteile sie bieten, welche Modelle verfügbar sind, und welche Anreize damit verbunden sind. Wir müssen die Verbraucher besser informieren. Und wer einmal ein elektrisches Fahrerlebnis hatte, ist eher bereit für den Umstieg“.

Quelle: Renault – Pressemitteilung vom 26.10.2020

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Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer ist E-Mobility-Journalist und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über Stromnetze, erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

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