Fiat in Kürze mit zwei neuen Elektrovans im Programm

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Copyright Abbildung(en): Fiat

Der Autokonzern Stellantis hat zwei neue elektrische Nutzfahrzeuge angekündigt. Dabei handle es sich um neue Generationen eines Fiat-Minivans sowie eines leichten bis mittelschweren Nutzfahrzeugs der Marke Fiat Professional. Die beiden neuen Modelle werden demnach sowohl mit Verbrennungsmotor als auch mit batterie-elektrischem Antrieb (BEV) erhältlich sein.

Das leichte Nutzfahrzeug von Fiat Professional soll in den drei Konfigurationen Van, Combi und Kabine mit Pritsche erhältlich sein. Beide Modellreihen basieren auf der EMP2-Plattform, deren modularer Charakter sehr unterschiedliche Modelle und Segmente ermöglicht, die den spezifischen Anforderungen verschiedener Märkte gerecht werden. Auf der gleichen Plattform entstehen bereits einige andere Modelle, wie etwa Peugeot Expert und Traveller, Citroën Jumpy und SpaceTourer sowie Opel/Vauxhall Vivaro und Zafira Life.

Technische Daten nannte Stellantis bislang noch nicht. Da aber einige auf der EMP2-Plattform aufbauen E-Fahrzeuge schon erhältlich sind, können sie leicht abgeleitet werden. Diese haben einen 100 kW (136 PS) starken Antrieb, der wahlweise und je nach Fahrzeuglänge mit einem 50 kWh oder 75 kWh fassenden Akku kombiniert wird. Die Reichweite mit dem kleinen Akku liegt in der WLTP-Norm bei etwa 220 Kilometern, mit dem großen Akku sind gut 330 Kilometer möglich. Es wäre eine Überraschung, würden die Fiat-Fahrzeuge in anderen Konfigurationen angeboten werden.

Die Fahrzeuge gehen Stellantis zufolge in Kürze im historischen Werk in Hordain bei Valenciennes in Nordfrankreich in Produktion. Die beiden italienischen Marken Fiat und Fiat Professional kehren mit den neuen Modellen an den französischen Standort zurück, an dem bereits einige ihrer bekanntesten Fahrzeuge produziert wurden: der Fiat Ulysse MPV zwischen 1994 und 2002 und der Fiat Professional Scudo von 1996 bis 2016. Der 1992 im Rahmen des historischen Joint Ventures zwischen den damaligen Konzernen Fiat und PSA eröffnete Industriekomplex soll die Wiege der beiden neuen Modelle von Fiat und Fiat Professional sein, die sich den Herausforderungen der neuen, zunehmend nachhaltigen urbanen Mobilität stellen.

Eine emissionsfreie Lösung für Großfamilien, Freizeitfahrzeuge, Shuttle-Flotten, Geschäftskunden und Ausrüster

Die beiden neuen Modelle orientieren sich mit ihren Namen Fiat Ulysse und Fiat Professional Scudo am Erfolg ihrer Vorgänger. Sie sollen die Produktpalette der Turiner Marken erweitern und eine lokal emissionsfreie Lösung für Großfamilien, Freizeitfahrzeuge, Shuttle-Flotten, Geschäftskunden und Ausrüster anbieten. Die neue Fahrzeug-Generation von Fiat und Fiat Professional bezeichnet Stellantis als eine Antwort auf den Übergang zur lokal emissionsfreien Mobilität. Insbesondere der zunehmende Einsatz leichter Nutzfahrzeuge in städtischen Gebieten – unter anderem wegen der steigenden Nachfrage nach Online-Lieferdiensten – werde diese Fahrzeuge zu einem wichtigen Beitrag zur Reduzierung der Emissionen in den Städten machen.

Der Fiat Professional Scudo soll in den wichtigsten Märkten zwischen Ende dieses und Anfang nächsten Jahres an bestellbar sein, der Fiat Ulysse vom ersten Quartal 2022 an.

Stellantis spielt eine entscheidende Rolle mit seiner führenden Marktposition in Europa bei Nutzfahrzeugen und seiner Absicht, ein weltweit führender Anbieter von elektrischen Nutzfahrzeugen zu werden. Die Gruppe verfolgt eine umfassende Elektrifizierungs-Strategie, um ihren bekannten Marken laut eigener Aussage „aufregende, hochmoderne Fahrzeuge“ zur Verfügung zu stellen. Dazu nutzt sie sowohl internes Know-how als auch Partnerschaften/Joint Ventures, um fortschrittliche Technologien zu erschwinglichen Preisen zu entwickeln. In den nächsten drei Jahren soll die Elektrifizierung von Nutzfahrzeugen auf alle Produkte und Regionen ausgeweitet werden, unter anderem mit dem Angebot von Transportern mit Wasserstoff-Brennstoffzellen bis Ende 2021.

Bis 2030 erwartet Stellantis in Europa einen Anteil emissionsarmer Fahrzeuge an seinen Verkäufen von mehr als 70 Prozent, in den USA von mehr als 40 Prozent. Dafür will Stellantis bis 2025 mehr als 30 Milliarden Euro in Elektrifizierung und Software-Entwicklung investieren.

Quelle: Stellantis – Pressemitteilung vom 27.10.2021

Über den Autor

Michael Neißendorfer ist E-Mobility-Journalist und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

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Ein Plattform, die sowohl Verbrenner als auch BEV zulässt ist immer ein ganz problematischer Kompromiss.
Die Fahrzeuge sind nicht optimal konstruiert und in der Fertigung zu teuer – also in jeder Hinsicht vermindert konkurrenzfähig.
Das Argument, dass auf der gleichen Anlage beide Antriebsarten produziert werden können ist nicht tragfähig, da Verbrenner mittelfristig sowieso auslaufen und – wie Skoda mit Octavia+Enyaq demonstriert – können auch völlig verschiedene Type auf den gleichen Bändern laufen.

Wenn das Fiat-Projekt Konkurrenz zum BUZZ von VW sein soll, dann kann das nicht viel werden und VW kann sich lange auf seinem Angebot ausruhen.

Das dachte ich auch lange, aber ich sehe das mittlerweile differenzierter. Was du sagst gilt auf jeden Fall für Verbrenner-Konstruktionen, die für BEV umgewidmet werden.
Aber wenn man das Fahrzeug erst um eine Batterie herum konstruiert ist die Antriebsart nicht mehr so wichtig. Denn der Raum der Batterie kann ebenso für einen Tank genutzt werden. Und Fiat zeigt beim 500er, dass der normale Verbrenner-Motorraum durch den Elektro-Stack ebenso genutzt werden kann. Fiat hat sich hier im Prinzip die Hintertür für einen Nuova 500 mit Verbrenner offen gehalten. Das heißt, man kann sehr wohl eine Dual-Plattform bauen – man muss es nur von vorneherein so konzipieren.

Ich bin gespannt, wie BMW das hin bekommt…

„Aber wenn man das Fahrzeug erst um eine Batterie herum konstruiert ist die Antriebsart nicht mehr so wichtig.“

Doch … da unterschätzt Du IMO die vielen Kompromisse, die für eine Kombi-Plattform nötig sind: Z.B. die Kostenseite, Radstand, Nutzraum-Angebot sowie fehlende Freiheiten für Front-, Heckantrieb bzw 4WD …

„Ich bin gespannt, wie BMW das hinbekommt …“

Das werden „wir“ schätzungsweise 2025 ja noch deutlicher sehen 🙂

Last edited 23 Tage zuvor by Wolfbrecht Gösebert

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