Dieses Pflegepersonal darf Tesla Model 3 als Dienstwagen nutzen

Dieses Pflegepersonal darf Tesla Model 3 als Dienstwagen nutzen

Copyright Abbildung(en): Teddy Leung / Shutterstock.com

Auf diese Dienstwagen von Pflegekräften der Ambulanten Hauspflege Dienst GmbH (AHD) in Jesteburg dürfte so mancher E-Auto-Enthusiast wohl einige neidische Blicke werfen: Denn neuerdings hat Unternehmenschef Ole Bernatzki sieben Model 3 von Tesla eingeflottet. Pflegepersonal in Elektro-Limousinen sei für Bernatzki kein Widerspruch, wie Electrive berichtet. Im Gegenteil, findet der AHD-Chef: Ihm liege daran, das Berufsbild von ambulanten Pflegekräften auf diese Weise aufzuwerten. Außerdem sei das Tesla Model 3 kaum teurer als etwa der ID.3 von Volkswagen, von dem der AHD ebenfalls bereits zwei Stück beschafft hat.

Die sieben Model 3 sind nicht die ersten Teslas im gut 120 Fahrzeuge umfassenden Fuhrpark des Pflegedienstes: Bernatzki selbst fährt seit diesem Jahr ein Tesla Model S als Dienstwagen. Den soeben eingetroffenen Model 3 ging ein erstes Modell schon vor mehreren Monaten voraus. Und auch von Teslas Mittelklasse-SUV Model Y seien bereits zwei Exemplare bestellt, die im kommenden Jahr in Jesteburg südlich von Hamburg eintreffen sollen.

Die Teslas sind allerdings nicht die ersten Elektroautos im Fuhrpark des AHD-Pflegedienstes: Schon vor sieben Jahren hat Bernatzki die erste Elektroautos eingeflottet, zwei VW e-Golf. Und künftig sollen sogar nur noch rein elektrische Modelle angeschafft werden. Das Unternehmen least die Fahrzeuge übrigens nicht, sondern kauft sie – zunächst meistens als bestimmten Mitarbeitern fest zugeordneten Dienstwagen. Den Kauf findet der AHD-Chef attraktiver, da sein Unternehmen sich dann selbst um Reparaturen und Wartung kümmern könne, was Bernatzki effizienter erscheint. Um die Instandhaltung kümmert sich eine eigene kleine Werkstatt mit einem Kfz-Meister und zwei Hilfskräften. Nach 100.000 erreichten Kilometern bzw. zwischen drei und fünf Jahren wandern die in den Fahrzeugpool für die täglichen Pflegefahrten.

Die Ladeinfrastruktur vor Ort ist noch recht improvisiert: Sie besteht aus mehreren CEE-Industrie-Steckdosen mit 32 Ampere, was bis zu 22 kW Ladeleistung ergibt, die über mehrere mobile Ladegeräte des Typs Juice Booster 2 in die Elektroautos fließen. Zwar würde Bernatzki gerne den Netzanschluss vergrößern, eine Photovoltaikanlage installieren und somit den Strom für die Elektroautos zum Teil selbst erzeugen. Aber die Genehmigung dafür ziehen sich sehr in die Länge, wie er mitteilt.

Auch die Auslieferung der nächsten bereits bestellten Elektroautos lässt auf sich warten. Zehn e-Up, die direkt zu Poolfahrzeugen werden sollen, hat Bernatzki bei VW geordert. Bekanntermaßen kämpft VW bei seinem Kleinststromer allerdings mit massiven Lieferproblemen. Bis zu 16 Monate vergehen aktuell von der Bestellung bis zur Übergabe. Vielleicht reicht die Zeit ja, um bis dahin wenigstens eine adäquate Ladeinfrastruktur aufzubauen.

Quelle: Electrive – Jesteburg: Ambulantes Pflegepersonal fährt im Tesla vor

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10 Antworten

  1. Die Begründung für den Kauf ist natürlich haarsträubender Unfug. Er kauft, weil man für Tesla keine Leasingangebote bekommt, die akzeptabel sind. Die Gründe dafür sind von Tesla hausgemacht. Hier wollte also ein Tesla-Fan unbedingt Teslas kaufen und es blieb nichts anderes über als zu kaufen. Das trifft es wohl viel eher.

    Tatsächlich kann man andere Elektroautos sehr, sehr günstig lesen, zum Beispiel aktuell den Kona oder den Mokka, vorher den e-Golf. Das wäre finanziell grundsätzlich sinnvoll, weil man kein Kapital bindet und die Kosten direkt dem laufenden Monat zuordnen kann. Service muss man keinesfalls bei Leasing mitbezahlen und die Förderung kassiert man trotzdem. Das bedeutet, das Verhältnis eingesetztes Kapital zu Förderung ist aktuell extrem gut. Genau deshalb wird kaum ein Unternehmer, der rechnen kann, dieses und nächstes Jahr niemals kaufen.

  2. @neumes: Sehe ich genauso wie Sie. Eines dieser Leuchtturmprojekte, die sich herumsprechen werden. Positiv thinking ist eine Gabe, die nicht jeder hat und das beginnt im Kopf.
    Es gibt in der Schweiz auch schon mehrere solcher ambulanten Dienste, (Spitex, oder Spital Zusatz ) heisst das bei uns, die den Mitsubishi iMeiv einsetzen.
    Da ich für meine Mutter ebenfalls so einen Dienst beanspruche und ein Elektroauto fahren, hat sich die Firma ebenfalls schon bei mir erkundigt. Ich könnte wie gesagt auch ein ID.3 (gerade an diesem Wochenende gesehen) oder ein Hyundai Kona electric empfehlen.

    @David: Neider und Teslahasser können oder wollen das eh nicht verstehen. Sobald das Wort Tesla irgendwo auftaucht, ist Ihre Devise einfach nur einseitiges und dumpfes Hauen und Stechen. Mehr will ich dazu auch gar nicht mehr sagen.

    Schlafen Sie gut und bleiben Sie gesund in dieser auch für Sie schwierigen Corona Zeit.

  3. Verstehe nicht warum er ID3 und Tesla 3 vergleicht. Ausser er bekommt keine e-up mehr. Bei uns ist der (e) up der Standard bei den Pflegediensten und den e-up bekommst vor Überführung 4stellig. Dafür bekomme ich wie viel Tesla oder id.3? Die Pfegedienste fahren am Tag 160 km mit 40 km/h im Schnitt. Da braucht es nur Kleinstwagenklasse.

  4. @Grubengräber
    Natürlich bekommt er den E-Up! nicht mehr. Der ist bis Ende 2021 ausverkauft und nicht bestellbar!

    Ich vermute bei den Teslas geht es weniger um die Notwendigkeit dieser Fahrzeuge für die Arbeit, sondern mehr darum neuen Fachkräfte zu gewinnen. Es dürfte die Firma aufwerten unter Pflegekräften, wenn dort Teslas als Firmenwagen angeboten werden. Und ausgebildete Pflegekräfte mit sicherem Deutsch sind nun mal auf dem Arbeitsmarkt gar nicht verfügbar.

  5. Ich bezweifle das sich Pflegekräfte finden lassen weil sie einen Tesla fahren dürfen. Da zählt eher Gehalt, Urlaub, Arbeitszeiten, Betriebsklima usw.

    Wenn das fehlt oder der Chef denkt er wäre ein Gott hilft auch kein Tesla.

  6. Die Teslas sollen erst nach 5 Jahren in den Fahrzeugpool gehen. Vorher werden die sicher nur von den Spitzen- und Führungskräften im Unternehmen gefahren. Für die eigentlichen Pflegekräfte gibt es ansonsten die E-Ups.

  7. Als Mitarbeiterin dieser Firma (die einen Audi fährt) kann ich schon mal beruhigen: das Betriebsklima stimmt auch so, das Drumherum „braucht“ nicht noch einen Tesla, um zu überzeugen. Die einzige Führungskraft, die den Tesla fährt, ist der Chef selbst, ansonsten stehen die Tesla den „normalen“ Mitarbeitern zur Verfügung. Und keines der Firmenfahrzeuge ist geleast, ob nun der kleine Polo oder eben der Tesla für die Fahrten zur Verfügung steht. Wir sind ein 24h-Pflegedienst und das ist wörtlich gemeint, da wir unsere Kunden tatsächlich auch nachts anfahren. Im ländlichen Bereich kommt man da locker auf mehr als 160 km und Durchschnittlich 40 km/h, und man darf nicht vergessen, dass diese Fahrzeuge auch privat im Rahmen der Privatnutzung gefahren werden.

  8. @Laura Luttmer-Nanz

    Das war auch nicht gegen ihre Firma. Wenn alles past und noch ein Tesla kommt ist es doch super.

    Aber wenn sind ein Mitarbeiter aussuchen kann z.b. 2500€ Gehalt + Tesla fahren oder 3000€ Gehalt und ein Kleinwagen wissen wir alle wo die Pflegekraft arbeitet.
    Das wir einen allgemeinen Pflegemangel haben wissen wir ja alle…

  9. @Nordlicht

    Sicherlich muss alles stimmen, allerdings wird nicht damit geworben, dass man einen Tesla fahren darf, wenn man bei uns arbeitet. Bei ca. 150 Mitarbeitern und knapp 800 Kunden reichen die sieben Tesla schon mal nicht. Die Marke an sich ist deshalb attraktiv, weil die Batterien eine gute Reichweite haben. Es gab schon vor Tesla E-Autos bei uns – immer noch -, aber sie sind nicht für jede Tour tauglich, da man je nach Tour locker auf 150 Kilometer kommt, ohne Fahrten zur Arbeit und zurück. Das schafft der E-Golf, der zu den älteren Modellen gehört, leider nicht. Gestern erst musste ein Kollege Fahrzeug tauschen, da sein Golf die Tour nicht geschafft hätte (Zwischeneinsatz). Die Fahrzeuge werden also entsprechend dem Bedürfnis eingesetzt. Natürlich entscheidet auch die Verfügbarkeit und da punktet Tesla noch. Irgendwann werden die Ups auf dem Hof stehen und man wird sehen, wie alltagstauglich sie sind, denn Reichweite ist ja auch noch abhängig von Fahrweise, Jahreszeit usw.

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