Fiat Chrysler (FCA) wird CO2-Flottenwerte bis 2022 nur dank Tesla einhalten können

FCA und Tesla machen gemeinsame Sache
Brian S / Shutterstock.com
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Bereits Anfang Mai konnten wir berichten, dass Fiat Chrysler Automobiles (FCA) und Tesla gemeinsame Sache machen. Der Website der EU-Kommission zufolge habe FCA bereits am 25. Februar mit Tesla einen sogenannten “offenen Pool” gebildet. Hierdurch zählen die Fahrzeuge von Tesla auf dem Papier zur Flotte von Fiat Chrysler und die CO2-Grenzwerte können so eingehalten werden. Diesen Zusammenschluss möchte man bis 2021 aufrechterhalten.

Ab dem nächsten Jahr strebt die EU einen durchschnittlichen CO2-Ausstoß von Autos von 95 g pro Kilometer an. Im Jahr 2018 lagen die durchschnittlichen Emissionen laut dem Datenlieferanten Jato Dynamics bei 120,5 g pro Kilometer. Fiat Chrysler Automobiles Durchschnittswert betrug im vergangenen Jahr laut UBS durchschnittlich 123 g, was bedeutet, dass der Automobilhersteller das “höchste Risiko hatte, das Ziel nicht zu erreichen”.

FCA wird wegen eines regulatorischen Kreditabkommens mit Tesla, den bevorstehenden Debüts von Plug-in-Hybridversionen des Jeep Compass, Renegade und Wrangler sowie dem kommenden vollelektrischen Fiat 500 und der Ankunft effizienterer Verbrennungsmotoren EU-konform sein, was die CO2-Vorgaben betrifft.

“In diesem Jahr werden wir weiterhin verbesserte traditionelle Motorentechnologien einführen, darunter unsere neuen GSE-Dreizylinder- und Vierzylinder-Benzinmotoren.” – Mike Manley, CEO von Fiat Chrysler Automobiles

Manley gab erst kürzlich zu verstehen, dass mit diesen Markteinführungen elektrifizierte Fahrzeuge etwa fünf Prozent des europäischen Verkaufsmixes der FCA ausmachen würden. Durch den Deal mit Tesla muss Fiat nicht mehr mit einer potenziellen Geldstrafe in Milliardenhöhe rechnen, sondern wird eben Hunderte von Millionen an Tesla zahlen.

Finanzvorstand Richard Palmer sagte bei der Telefonkonferenz von Fiat Chrysler im ersten Quartal, dass die Kosten für die Einhaltung der Vorschriften in Europa in diesem Jahr 120 Millionen Euro betragen. Die globalen Gesamtkosten für die Einhaltung der Vorschriften im Jahr 2019 dürften “moderat höher” sein als die 600 Millionen Euro, die 2018 ausgegeben wurden. Geht es nach den Informationen der “Financial Times” will FCA rund 1,8 Milliarden Euro an Tesla zahlen, um die CO2-Ziele zu erreichen und hohe Geldbußen in den USA und Europa zu vermeiden.

Der CEO von FCA gab zu verstehen, dass man 60 Prozent der zusätzlichen Kosten für die Fahrzeugelektrifizierung über die Preisgestaltung abdecken werde. Mit der Elektrifizierung der Marke, der man bisher eher skeptisch gegenüberstand, will man bis 2022 erreichen nicht mehr von Tesla abhängig zu sein. Bis 2022 glaubt Manley, dass der “Bedarf an Pooling-Deals sehr, sehr gering ist.”

Quelle: Automotive News Europe – FCA will avoid EU CO2 fines in 2019, 2020, CEO says

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