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Elektroauto versus Verbrenner – für wen lohnt sich was?

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Emmissionsarm, ressourcenschonend und dazu noch angenehm leise – diesen Vorteilen eines Elektroautos stehen Nachteile wie hohe Anschaffungskosten und eine geringe Reichweite für Langstreckenfahrten inklusive einer bislang zu geringen Infrastruktur an Ladestationen entgegen.

Noch ist das Elektroauto nicht für jedermann eine Alternative zum Benziner oder Diesel. Wer aber mit einem Wechsel liebäugelt, sollte sich über die Unterschiede zwischen Elektroauto und Verbrenner informieren und über einen Faktencheck erwägen, ob sich ein solches Fahrzeug für den persönlichen Mobilitätsbedarf überhaupt lohnt.

Zahlen und Fakten zur Elektromobilität in Deutschland

Elektroautos sind seit einigen Jahren ein großes Thema in unserer Gesellschaft, die sich zunehmend mit der Reduktion von Umweltbelastungen und Ressourcenverbrauch beschäftigt. Die Geschichte des Elektroautos beginnt aber schon im 19. Jahrhundert.

In den 1830er Jahren entwickelte der Schotte Robert Anderson das erste Elektrofahrzeug. Rund 50 Jahre später kam in Deutschland der Flocken Elektrowagen auf den Markt. Seitdem hat sich viel getan und trotzdem steht das Elektroauto noch recht weit am Anfang.

Ist das Elektroauto in Deutschland schon voll etabliert?

Gemäß den Angaben des Kraftfahrt-Bundesamtes in Bezug auf die Kraftstoffarten, fahren insgesamt rund 237.000 Hybridautos und knapp 54.000 Elektroautos auf Deutschlands Straßen (Stand: Januar 2018). Das bedeutet für beide Pkw-Typen im Vergleich zum Vorjahr einen Zuwachs von 43,1 Prozent (Hybrid) und 58,3 Prozent (Elektro). Die Entwicklungen gehen demnach gut voran.

Allerdings sind Elektro- beziehungsweise Hybridautos längst noch nicht deutschlandweit etabliert, trotz staatlicher Prämie und Boni der Hersteller. Das macht sich besonders dann bemerkbar, wenn man sich die Zahlen für Benziner und Dieselfahrzeuge anschaut: Aktuell sind mehr als 30 Millionen Benziner in Deutschland zugelassen und über 15 Millionen Dieselfahrzeuge.

Ein weiterer Punkt ist der Anteil an den Neuzulassungen. Im vergangenen Jahr lag dieser für Elektroautos gerade einmal bei 1,6 Prozent. Zum Vergleich: In Norwegen waren schon 39,3 Prozent der Pkw-Neuzulassungen Elektroautos.

Wie steht es um die Ladeinfrastruktur?

Auch in Sachen Ladeinfrastruktur kann von einer vollständigen Etablierung in Deutschland noch lange nicht die Rede sein. Bis 2020 sollen rund eine Million Elektroautos auf deutschen Straßen fahren. Aktuell gibt es bundesweit rund 12.000 Ladestationen für Elektrofahrzeuge. Damit hinkt Deutschland im direkten internationalen Vergleich immer noch hinterher.

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Hierzulande teilen sich rund 11.800 Nutzer eine Ladestation, während es in Amsterdam 650 und in Oslo gerade einmal 490 sind. Vor allem im ländlichen Raum gibt es großen Nachholbedarf, während es grundsätzlich gut vorangeht. Doch wenn tatsächlich im Jahr 2030 weltweit 40 Millionen Elektroautos fahren sollen, wie es in den Prognosen heißt, ist noch einiges zu tun – auch, was die Energiebereitstellung für die Ladestationen und die Materialerschließung zur Herstellung der Akkus betrifft.

Auswahl beim Kauf – verschiedene Typen von Elektroautos

Das Angebot an Elektroautos ist noch nicht so vielfältig wie bei Dieseln und Benzinern, doch die Anzahl der angebotenen Modelle nimmt stetig zu. So gibt es Elektroautos inzwischen für jeden Bedarf – ob als City-Flitzer, schmucker Oberklassewagen oder praktischer Transporter.

Allerdings unterscheiden sich nicht nur die E-Modelle, sondern auch die Antriebsarten. Denn: Elektro ist nicht gleich Elektro. Insgesamt unterscheidet man zwischen zwei Typen, den rein elektrisch betriebenen Autos und den Hybriden. Letztere verfügen ergänzend zum Verbrennungsmotor über einen elektrischen Antrieb. Wie stark dieser genutzt werden kann, hängt davon ab, um welchen der drei Hybrid-Typen es sich handelt:

Battery Electric Vehicle (BEV)

BEV-Modelle sind das, was man für gewöhnlich im Sinn hat, wenn es um Elektroautos geht, da es sich um reine Elektrofahrzeuge handelt. Ein Battery Electric Vehicle, so die englische Bezeichnung, ist ausschließlich mit einem Elektromotor ausgestattet. Die Energie erhält es aus einer Batterie, die mit Strom aufgeladen wird. Durch den rein elektrischen Antrieb braucht ein Elektroauto kein Getriebe.

Vollhybrid

Ein Vollhybrid verfügt sowohl über einen Verbrennungs- als auch über einen Elektromotor, die beide ähnlich stark sind. Das ermöglicht es, zwischen den beiden Antriebsarten zu wechseln: Für kurze Strecken und geringe Geschwindigkeiten ist der Elektromotor effizienter, während auf langen Strecken und bei hohen Geschwindigkeiten der Brennstoff zum Einsatz kommt. Die Batterie lädt sich allerdings nur über den Verbrennungsmotor auf.

Vollhybrid-Fahrzeuge gibt es in drei verschiedenen Varianten: Serielle, Parallel- und Plugin-Hybriden. Bei seriellen Hybriden erfolgt der Antrieb rein über den Elektromotor, der Verbrennungsmotor versorgt lediglich die Batterie mit Strom. Bei Parallel-Hybriden sind beide Motoren in einem Antriebsstrang verbunden –also lässt sich der Antrieb passend zur Fahrweise umschalten. Bei Plugin-Hybriden kann man die Batterie über den Verbrennungsmotor und zusätzlich extern mit einem Stecker aufladen.

Mildhybrid

In einem Mildhybrid finden sich ebenfalls ein Elektro- und ein Verbrennungsmotor, wobei der elektrische Motor nicht stark genug ist, um das Auto alleine anzutreiben. Vielmehr wirkt der Elektromotor als Unterstützung, er steigert also die Leistungsfähigkeit des Verbrennungsmotors. Ein Mildhybrid kann einen Teil der Bremsenergie wieder zurückgewinnen.

Microhybrid

Ein Microhybrid ist im Prinzip ein Hybridauto im weitesten Sinne. Diese Autos haben keinen Elektro-, sondern nur einen Verbrennungsmotor und können dementsprechend nicht elektrisch betrieben werden. Was diese Fahrzeuge zu Hybriden macht, sind die typischen Techniken eines Elektroautos, die darin verbaut sind. Dazu gehören die Start-Stopp-Automatik, das Lademanagement zum Aufladen der Batterie und die Bremsenergierückgewinnung (Rekuperation).

Wechsel von Verbrenner zu Elektro – darauf muss man sich einstellen

Wer sich dazu entschließt, von einem Verbrenner zu einem Auto mit Elektromotor zu wechseln, sollte sich darüber im Klaren sein, welche Unterschiede zwischen den beiden Antriebstypen herrschen und welche Veränderungen sich ergeben. Nicht nur, dass die Funktionsweise anders und das Auto etwa viel leiser ist – auch die Kostenpunkte unterscheiden sich von denen eines Diesels oder Benziners.

Der Aufbau

Die Unterschiede zwischen einem Elektroauto und einem Auto mit Verbrennungsmotor sind von außen nicht zu erkennen, doch innen ist der Aufbau ein gänzlich anderer. Reine Elektroautos haben kein Getriebe, dementsprechend auch keine Gangschaltung und insgesamt weniger Verschleißteile. Denn auf Tank, Tankleitung, Einspritzpumpe, Kupplung, Zahnriemen und Abgasanlage kann ein Elektroauto ebenfalls verzichten.

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Die zentralen Elemente des Antriebs sind der Elektromotor und die Batterie. Diese beiden Komponenten agieren über die Leistungselektronik miteinander. Sie ist dafür zuständig, die Frequenz, Form und Stärke des Stroms so umzuwandeln, wie es gerade benötigt wird. Die Leistungselektronik stellt außerdem die Verbindung zwischen Batterie und weiteren elektrischen Verbrauchern sowie zum öffentlichen Stromnetz während des Ladevorgangs dar.

Wo sich bei Autos mit Verbrennungsmotor die Tankklappe befindet, ist bei Elektroautos der Ladeanschluss angebracht. Er ist die Schnittstelle zwischen Batterie und öffentlichem Stromnetz und damit die Grundvoraussetzung für den Ladevorgang.

Die Funktionsweise

Ein Elektroauto unterscheidet sich daher auch in seiner Funktionsweise sehr deutlich von einem Benziner oder Diesel. Anstatt, dass beim Gas geben Benzin oder Dieselkraftstoff verbrannt wird, wird beim Elektroauto bei Bedarf elektrische Energie in den Motor eingespeist. Gespeichert ist diese Energie in chemischer Form in Lithium-Ionen-Akkus. Die elektrische Energie treibt im Motor einen statischen und mehrere rotierende Magnete an. Der statische wird von den rotierenden angezogen und dadurch bewegt. Das treibt das Auto an.

Zusätzlich kann die Bremsenergie für den Antrieb gespeichert werden. Da kein Kraftstoff zum Fahren benötigt wird, entfällt auch das Tanken. Stattdessen muss man an speziellen Ladestationen den Akku aufladen, wobei das Infrastrukturnetz in Deutschland noch ausbaufähig ist.

Das Fahrgefühl

Beim Wechsel vom Verbrenner zum Elektroauto muss man sich auch auf ein anderes Fahrgefühl einstellen. Verbrauchern und Herstellern zufolge ist der Fahrspaß keineswegs beeinträchtigt. Im Gegenteil: Beim Anfahren steht dem Motor die volle Leistung zur Verfügung, was eine schnelle Beschleunigung ermöglicht.

Dennoch ist es wohl etwas gewöhnungsbedürftig, dass das Elektroauto beim Fahren sehr viel leiser ist. Die geringere Lautstärke ist grundsätzlich eine gute Sache, kann unter Umständen für andere Verkehrsteilnehmer aber auch gefährlich werden, wenn sie ein herannahendes Elektroauto nicht oder zu spät wahrnehmen.

Wer ein Auto mit Gangschaltung gewohnt ist, muss sich beim Fahrzeugwechsel ebenfalls umstellen. Elektroautos kommen ohne Gangschaltung aus, sodass nur noch der rechte Fuß an den Pedalen zum Einsatz kommt und sich die Aktion der Hände auf das Lenken beschränkt.

Was sonst noch anders ist

Die Kaufpreise für ein Elektroauto liegen bislang um einiges höher als die für ein vergleichbares Modell mit Verbrennungsmotor. Der Grund dafür ist der Akku: Pro Kilowattstunde Batteriekapazität werden etwa 168 Euro fällig – je mehr Kilowattstunden die Batterie leisten kann, desto teurer wird der Akku. Da liegen die Ausgaben schnell bei 6.000 Euro, plus den Kosten für das Fahrzeug an sich.

Dafür fallen die Kosten für Wartung und Unterhalt eines Elektroautos günstiger aus als für einen Verbrenner. Es gibt weniger Verschleißteile beim Elektroauto, die mit der Zeit ausgetauscht oder repariert werden müssen.

Ein weiterer Unterschied: Um für den Straßenverkehr zugelassen zu werden, benötigen Elektroautos ein anderes Nummernschild als Autos mit Verbrennungsmotor. Grundsätzlich gibt es in Deutschland verschiedene Arten von Kennzeichen, je nach Fahrzeugtyp und Einsatzzweck. Je nach Beschriftung und/oder Farbgebung gelten sie nur für einen bestimmten Zeitraum oder für bestimmte Fahrzeuge. So haben Oldtimer an der letzten Stelle des Kennzeichens ein „H“ stehen. Bei Elektroautos, Hybriden und Brennstoffzellenfahrzeugen befindet sich an dieser Stelle ein „E“.

Mögliche Gründe für einen Wechsel

Es gibt gute Gründe für Verbraucher, zum Elektroauto zu wechseln. Gemeint sind natürlich die Vorteile, die ein elektrisch betriebenes Fahrzeug mit sich bringt, etwa die geringere Umweltbelastung aufgrund der fehlenden Schadstoffemissionen und die Kostenersparnis durch verschiedene Zuschüsse. Allerdings sollte man genauer hinschauen, denn die Erwartungen werden oftmals nur unter bestimmten Bedingungen erfüllt.

Kostenersparnis unter Vorbehalt

Seit dem 18. Mai 2016 erhält jeder, der sich ein Elektroauto kauft, die sogenannte Elektro-Prämie. Diese beträgt für reine Elektroautos 4.000 Euro und für Hybridautos 3.000 Euro. Dazu kommt oftmals noch ein Umwelt- oder Klimabonus, den manche Händler für den Kauf eines Elektroautos entrichten. Damit können Verbraucher bei der Anschaffung eine Menge Geld sparen – das macht Elektroautos trotz ihres recht üppigen Kaufpreises attraktiver.

Zudem genießen Eigentümer eines Elektroautos gewisse steuerliche Vorteile: Wer sein Auto auf der Arbeit kostenlos laden kann, muss den Gratis-Strom in der Steuererklärung nicht als geldwerten Vorteil angeben. Die ersten zehn Jahre sind Elektroautos außerdem von der Kfz-Steuer befreit.

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Da den Versicherungen aufgrund der geringen Anzahl auf den Straßen bislang Erfahrungswerte fehlen, fällt die Kfz-Versicherung für ein Elektroauto günstiger aus als für ein Fahrzeug mit Verbrennungsmotor. In vielen Parkhäusern ist das Parken für Elektroautos kostenlos – inklusive einer Ladestation. Während des Ladevorgangs parkt man auch auf vielen öffentlichen Parkplätzen frei.

Die Kehrseite der Medaille: Die Zuschüsse von Staat und Händlern gibt es nur unter bestimmten Bedingungen. Der Kauf muss nach dem 18. Mai 2016 stattgefunden haben. Zudem darf der Netto-Listenpreis des Basismodells nicht über 60.000 Euro liegen und es muss sich um einen Neuwagen handeln. Elektroautos mit Tageszulassung, Jahreswagen oder gebrauchte Fahrzeuge sind von der Prämie ausgeschlossen.

Dazu kommt, dass die Akkus eine begrenzte Lebensdauer haben. Nach etwa 1.000 Ladevorgängen muss die Batterie gewechselt werden, somit hält ein Akku rund 100.000 Kilometer beziehungsweise fünf bis zehn Jahre lang – je nach Nutzungsintensität.

Umweltschutz mit Bedingungen

Elektroautos gelten als umweltfreundlichere Alternative zu herkömmlichen Fahrzeugen, weil sie keinen Treibstoff zum Fahren benötigen, sondern lediglich Strom. Das bedeutet: Keine schädlichen Emissionen. Zumindest in der Theorie, denn der Elektromotor ist bislang nicht so umweltfreundlich, wie man meinen könnte.

Von Klimaneutralität kann bisher noch keine Rede sein. Das zeigt sich allein schon bei der Herstellung der Akkus. Gemäß einer Studie des schwedischen Umweltministeriums entstehen dabei rund 150 bis 200 Kilo Kohlendioxid-Äquivalente pro Kilowattstunde. Erst nach mehreren Jahren Fahrzeit eines Elektroautos rechnet es sich ökologisch.

Ein weiterer Punkt ist, dass Elektroautos teils genauso umweltschädlich sind, wie Autos mit Verbrennungsmotor. Das gilt zumindest für den entstehenden Feinstaub durch den Abrieb an Reifen und Bremsbelägen und die Abnutzung der Straßen.

Die Autos sind in ihrer Ökobilanz außerdem nur so sauber, wie der Strom, den sie nutzen. Wirklich klimafreundlich sind Elektroautos daher nur mit grünem Strom aus erneuerbaren Energien wie Sonne oder Windkraft.

Mehr Freiheiten durch Sonderrechte

Im Juni 2015 trat das Elektromobilitätsgesetz (EmoG) in Kraft, das den Elektroautos Sonderrechte einräumt. Fahrer von Elektroautos genießen daher rechtlich verankerter Vorteile im Straßenverkehr: Sie müssen weniger Parkgebühren zahlen und an vielen Stellen ist das Parken und Laden für sie sogar kostenlos.

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Außerdem sind für Fahrer von Elektroautos Bevorrechtigungen bei der Nutzung von öffentlichen Straßen oder Wegen möglich, die nur zu bestimmten Zwecken befahren werden dürfen. Sie haben zudem oft Vorteile bei Zufahrtsbeschränkungen oder Durchfahrtverboten. Das gilt besonders dann, wenn es sich um Beschränkungen handelt, die zur Begrenzung von Lärm und Abgasen eingerichtet wurden.

Elektroauto – nicht für jeden lohnend

Fakt ist, dass sich der Wechsel zu einem Elektroauto noch lange nicht für jeden Verbraucher lohnt. Ob es sinnvoll ist, sich ein Elektroauto anzuschaffen, hängt von verschiedenen Faktoren ab, die jeder für sich abwägen muss. So kommt es unter anderem auf den persönlichen Mobilitätsbedarf an und welche Eigenschaften ein Auto erfüllen muss. Gemäß diesen Kriterien lässt sich ermitteln, für wen sich ein Elektroauto lohnt und für wen bislang ein Auto mit Verbrennungsmotor die bessere Wahl ist.

Ansprüche an die Fahrleistung

Bei der Entscheidung für oder gegen ein Elektroauto ist zu bedenken, welche Fahrleistung das Auto bieten muss, um die persönlichen Bedürfnisse zu decken. Nach aktuellem Stand kommen die besten verfügbaren Batterien für Elektroautos auf eine Energiedichte von 700 Wattstunden pro Liter Volumen. In naher Zukunft ist eine Steigerung auf 900 Wattstunden denkbar. Doch auch dieser Wert wäre noch weit von der Energiedichte von Fahrzeugen mit Kraftstoffantrieb, die auf 10.000 Wattstunden kommen.

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Ein weiterer Punkt ist, dass Verbrenner-Autos in wenigen Minuten für mehrere hundert Kilometer getankt werden können. Elektroautos hängen selbst an Schnellladestationen noch eine halbe Stunde am Kabel, ansonsten bis zu acht Stunden – und das etwa alle 100 bis 300 Kilometer. Bei der Entscheidung für oder gegen ein Elektroauto ist also zu bedenken, welche Strecke täglich oder zumindest regelmäßig mit dem Fahrzeug gefahren werden muss. Als Richtwert sollte die maximale Reichweite des Autos im Realbetrieb mindestens ein Drittel darüber liegen.

Außerdem spielt das eigene Fahrverhalten eine wichtige Rolle bei der Entscheidungsfindung: Wer gerne lange Auto fährt, etwa in den Urlaub oder zu einem Wochenendausflug, ist aufgrund der geringen Reichweite mit einem Verbrennungsmotor besser beraten.

Technische Voraussetzungen

Dazu kommt die Frage nach den technischen Voraussetzungen. Gemeint sind die Lademöglichkeiten für Elektroautos, die sich in der unmittelbaren Umgebung des Wohnortes befinden. Vor dem Kauf eines Elektroautos sollte man sich also darüber informieren, wie es um die Ladeinfrastruktur im Umkreis bestellt ist und ob man das Auto eventuell sogar während der Arbeitszeit laden kann.

Auch am eigenen Haus sollte eine Möglichkeit bestehen, das Fahrzeug wieder aufzuladen. Am besten eignet sich dazu eine sogenannte Wallbox, ein Starkstromanschluss speziell für Elektroautos. Wer zur Miete wohnt, muss sich dazu mit seinem Vermieter absprechen. Je nach Wohnort oder Wohnsituation kann es demnach schwierig sein, in der direkten Umgebung Lademöglichkeiten zu finden, weil das Netz noch nicht ausreichend verbreitet ist. In diesem Fall ist von einem Elektroauto abzuraten, da auf Dauer der Frust den Spaß überwiegen wird.

Wichtige Fragen bei der Kaufentscheidung

Abgesehen von diesen Faktoren, gibt es zusätzlich einige wichtige Fragen, die sich Verbraucher stellen sollten, bevor sie sich für oder gegen ein Elektroauto entscheiden.

  • Welche Bedürfnisse muss das Auto erfüllen? Bei der Kaufentscheidung besteht ein Kriterium darin, wie viele Personen mit dem Wagen fahren und ob immer mal wieder größere Gegenstände damit transportiert werden müssen.
  • Lohnt es sich, ein Akku zu kaufen? Wer wirklich viel mit dem Elektroauto fahren wird oder plant, es lange zu behalten, für den ist ein Akku-Kauf sinnvoll. Andernfalls kann es günstiger sein, sich einen entsprechenden Akku für das Fahrzeug zu mieten.
  • Soll es ein reines Elektroauto oder ein Hybrid sein? Wer in der Stadt wohnt, wird mit einem Elektroauto gut auskommen. Stehen hin und wieder auch längere Fahrten mit höherer Geschwindigkeit an, dürfte ein Hybrid sinnvoller sein.
  • Welche Zuschüsse kommen infrage? Prämien, Bonuszahlungen und Steuervorteile gelten nicht zwangsläufig für jedes Elektroauto. Daher sollte man sich im Vorfeld gründlich informieren, mit welchem Zuschüssen man rechnen kann.

 

 

8 Kommentare

  1. Mit der Annahme das ein Akku nur 1000 Ladevorgänge bzw. Ladezyklen hält kann man so nicht einfach sagen. Es hängt sehr viel davon ab wie er diese Ladezyklen geladen wurde. Also schnell oder langsam, bei optimaler Temperatur oder auch zu heißen oder zu kalt. Wird der Akku immer im richtigen Temperaturbereich betrieben bzw. gibt es ein Thermomanagment das den Akku immer im optimalen Temperaturbereich hält. Auch ist ein Akku nicht direkt kaputt sondern verliert er nur an Kapazität. Außerdem wenn ich heute davon ausgehe das der Akku 1.000 Ladezyklen hält bedeutet das ja das ich den Akku 1000 mal voll laden kann und diesen auch wieder Leerfahren kann. Wenn ich heute ein Auto wie den Kona mit 64 KWh Akku kaufe wo ich locker 350 bis 400 km mit fahren kann pro Ladung würde ich nicht auf eine Haltbarkeit von 100.000 km kommen sonder auf 350.000 bis 400.000 km. Also sollte der Akku im normalen bzw. optimalen Fall ein ganzes Autoleben halten.

  2. Eine recht gute, und vor allem umfangreiche Beschreibung für Einsteiger. Doch muss ich ein paar Sachen los werden:
    Ich würde mir wünschen, dass man wirklich nur das Elektroauto meint, wenn man Elektroauto sagt oder schreibt. In vielen Plattformen wird das bereits so gehandhabt. Sprich, ein Hybrid, auch ein PHEV ist kein Elektroauto, sondern ein (von mir aus) elektrifiziertes Auto. Ansonsten könnte man von aufladbaren Autos sprechen (ECV).

    So mag es auch sein, dass 2017 in Deutschland pöltzlich 1,6% Elektroautos zugelassen wurden. BEVs, also echte Elektroautos waren es leider nur 25.056 Stück, also 0,73%, der Rest sind Hybride.

    Und dann wäre dann noch die schwedische Studie. Diese ist ja schon ziemlich alt und schon längst überholt, bzw. lest man von Fehlern in den Annahmen. Wenn möglich bitte andere Quellen anführen.
    Evenutell den Faktencheck vom Deutschen ÖKO-Institut:
    https://www.oeko.de/forschung-beratung/themen/nachhaltiger-verkehr/elektromobilitaet/
    Oder den CO2 Emissionsvergleich von Rotta:
    https://www.google.at/url?sa=t&rct=j&q=&esrc=s&source=web&cd=1&cad=rja&uact=8&ved=2ahUKEwiWp8j0iZ_eAhXqtYsKHTmhA7wQFjAAegQICRAC&url=http%3A%2F%2Fwww.alainveuve.ch%2Fwp-content%2Fuploads%2FCO2-Emissionsvergleich-Rotta.pdf&usg=AOvVaw0lR7DWaIIyUGevmhLwcU_Y

    Fakt ist, dass das E-Auto ca. 20tkm bis 60tkm benötigt um den erhöhten CO2 Verbrauch der Erzeugung der Batterie wieder auszugleichen. Doch jedes Jahr wird es weniger….

  3. Ich muss beim Thema Nachhaltigkeit einhaken.
    Vorab gesagt, habe ich etwas, was hier angeführt wird nicht nachvollziehen: Die Herstellung eines Elektroautos ist ebenso eine Umweltbelastung wie die eines Verbrenners. Wie kommt man darauf, dass es Jahre dauert, das auszugleichen? Ist die Herstellung vom E-Fahrzeugen umweltschädlicher? Die Differenz müsse man ausgleichen?
    Im übrigen gibt es einen deutschen Autohersteller, der für die Herstellung seines Elektroautos Wasser- und Windenergie verwendet und völlig innovative Wege geht. Ich bin der Meinung, dass die Elektroautofahrer sich bewusst sind, dass eine vollkommen schadstoffneutrale Herstellung ihres Autos nicht möglich sind aber alles ist besser als das was üblich ist. Dafür lohnt sich auch die Wartezeit an der Ladesäule, die man für Arbeit/Freizeit am Laptop nutzen kann oder zum Bummeln in der Stadt. Lässt man sein Fahrzeug an der Ladesäule, empfielt sich die passende Hersteller-App, um den Ladestatus zu überwachen. Dann weiß man, wann man die Station für den Nächsten frei machen kann und wartet nicht länger als nötig. An Schnelladesäulen mit CCS dauert das Aufladen ca. 30Min. Leider sind die meisten CCS-Ladesäulen von privaten Anbietern, die wiederum ihre Preise haben. Diese sind entweder pro Minute, Kilowattstunde oder Ladevorgang. Im Schnitt zahlt man in meiner Gegend 8€. Die Ladeinfrastruktur ist in den großen Städten gerade so noch okay, in mittleren Städten recht schlimm (kostenlose Säulen fast immer besetzt) und in kleinen Städten gar nicht vorhanden oder 1 todlahmer Anschluss zur Arbeitszeit des Anbieters (dann meist Autohäuser).

    Mein Fazit:
    Elektroautos werden von mutigen Menschen bevorzugt, die nicht zu faul sind, sich vor einer Reise mit mehr zu beschäftigen als dem Ziel. Es sind aber auch Menschen mit Geld, die sich der Fahrfreude hingeben wollen.

    Weiterführend:
    Etwas seltsam finde ich, dass die Autonation sich nicht überzeugend genug traut, in Ladeinfrastruktur zu investieren. Dabei kosten die Säulen doch nur ca. 2k€/Stück. Mir wäre sogar eine Elektroautosteuer recht mit deren Einnahmen man ausschließlich neue Säulen finanziert. Das könnte echt mal ein Thema werden.

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