Zulassungsknick bei E-Autos im November

Cover Image for Zulassungsknick bei E-Autos im November
Copyright ©

Shutterstock / 2063943884

Daniel Krenzer
Daniel Krenzer
  —  Lesedauer 3 min

Fast ein Viertel weniger E-Autos als im Vorjahr wurden in diesem November in Deutschland neu zugelassen, wie der aktuellen Statistik des Kraftfahrtbundesamtes (KBA) zu entnehmen ist. Demnach wurden im elften Monat des Jahres bundesweit 44.942 vollelektrische Pkw neu angemeldet – dies waren 22,5 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Insgesamt nahm die Zahl der neu zugelassenen Fahrzeuge lediglich um 5,7 Prozent ab – der Rückgang bei E-Autos ist also deutlich überdurchschnittlich.

Ein Grund dafür dürfte unter anderem sein, dass bis zum Ende des vergangenen Jahres die E-Auto-Prämie noch deutlich höher war und viele Fahrzeuge in den letzten Wochen des Jahres noch zugelassen wurden, um davon zu profitieren. Außerdem wurden vor einem Jahr noch gewerbliche Elektroautos gefördert, diese Förderung lief aber in diesem Jahr zum September hin aus, was ebenfalls einen Rückgang an Neuzulassungen nach sich führte. Besonders Tesla hat in diesem November bedeutend weniger Neufahrzeuge in Deutschland zugelassen als noch ein Jahr zuvor.

78.587 Pkw und damit 11 Prozent weniger als im Vergleichsmonat waren mit einem hybriden Antrieb ausgestattet, darunter 18.124 Plug-in-Hybride, deren Anzahl um 59,3 Prozent zurückging und einen Anteil von 7,4 Prozent bedeutete. Diese Fahrzeuge werden seit 2023 gar nicht mehr staatlich gefördert. 81.734 Pkw waren mit einem Benzinantrieb ausgestattet, 12,5 Prozent mehr als im November des Vorjahres. Ihr Anteil betrug 33,3 Prozent. 39.470 Neuwagen waren mit einem Dieselantrieb ausgestattet, das war 1 Prozent weniger als im Vorjahresmonat. Ihr Anteil betrug 16,1 Prozent.

Aus Sicht des Klimaschutzes besorgniserregend: Der durchschnittliche CO2-Ausstoß der Pkw-Neuzulassungen im November betrug 111,2 g/km und war damit um 15,1 Prozent höher als noch ein Jahr zuvor.

Tesla verzeichnet minus 54,5 Prozent Absatz

Der größte Neuzulassungsanteil entfiel mit 29,2 Prozent auf das Segment der SUV, der im Berichtsmonat um 5,3 Prozent geringer ausfiel als im Vorjahresmonat, gefolgt von der Kompaktklasse, deren Anteil nach einem Plus von 1 Prozent 17,2 Prozent betrug. Die Kleinwagen erreichten plus 7,5 Prozent und einen Anteil von 12,6 Prozent, die Geländewagen büßten 2,3 Prozent ein und erreichten einen Anteil von 12 Prozent. Die Mittelklasse erreichte einen Anteil von 10,8 Prozent (-14,4 Prozent). Die Obere Mittelklasse erreichte mit 12,1 Prozent das deutlichste Zulassungsplus, ihr Anteil betrug 3,9 Prozent.

Unter den deutschen Marken verzeichnete BMW mit 15,8 Prozent insgesamt das stärkste Zulassungsplus und einen Anteil von 8,9 Prozent, gefolgt von Mini (+9,1 Prozent/1,6 Prozent) und Volkswagen (+1 Prozent/19,2 Prozent). Rückgänge verzeichnet das KBA für Ford (-37,5 Prozent), Porsche (-17,5 Prozent) und Mercedes (-11,4 Prozent).

Unter den Importmarken mit einem Neuzulassungsanteil von 2 Prozent und mehr erreichte Skoda mit 41,1 Prozent das deutlichste Zulassungsplus, der Anteil betrug 6,4 Prozent. Auch bei Volvo (+22,2 Prozent/2,2 Prozent) und Seat (+21,2 Prozent/4,6 Prozent) zeigte sich im Berichtsmonat eine positive Entwicklung der Zulassungszahlen. Für die weiteren Marken mit einem Zulassungsanteil von 2 Prozent und mehr zeigte die Zulassungsbilanz im November Rückgänge, die bei Tesla mit -54,5 Prozent am deutlichsten ausfielen.

Quelle: Kraftfahrtbundesamt – Pressemitteilung vom 5. Dezember 2023

worthy pixel img
Daniel Krenzer

Daniel Krenzer

Daniel Krenzer ist als studierter Verkehrsgeograf und gelernter Redakteur seit mehr als zehn Jahren auch als journalistischer Autotester mit Fokus auf alternative Antriebe aktiv und hat sich zudem 2022 zum IHK-zertifizierten Berater für E-Mobilität und alternative Antriebe ausbilden lassen.

Artikel teilen:

Schreib einen Kommentar und misch dich ein! 🚗⚡👇


Roland:

Ok. Sie haben recht. Ich entschuldige mich. Ab und zu geht es mit mir durch. Ich werde mich mässigen, versprochen. Oder b……t schreiben

Pheaton:

Glaubt es oder nicht. Die E Mobilität wird sich sicher etablieren, aber wird nicht das Verbrenner aus sein.
Die Marken die keinen Plan B haben und zu 100% auf Elektromobilitaet setzen werden über die Wupper gehen. Die Zielgruppe die man damit erreicht wird nicht für alle E Auto Hersteller ausreichen. Und schaut euch doch mal um, das Verbrenner Verbot wird nach der nächsten Europawahl aufgehoben.
So was kannst du nur fahren innerhalb der Hersteller Garantie. Deswegen bin ich auch mal gespannt wie sich der E Auto Gebrauchtwagen Markt entwickelt fur die Autos die älter als 4 oder 5 Jahre alt sind. Das werden Standuhren sein.

Marc:

Wir sind hier nun mal in Deutschland. Daher müsste es auch erlaubt sein, darüber zu berichten, wenn der Markt hier die Größe des Marktes vom Vatikanstaat hätte. Hat er aber nicht. Deutschland ist für PKW der Leitmarkt in Europa und insgesamt der drittgrößte Automarkt der Welt nach Umsatz. Auf „unsere“ Zahlen werden also auch sehr viele internationale Beobachter schauen.

Wenn Tesla hier im November im Vergleich mit dem Vorjahr negativer Spitzenreiter ist, muss es selbstverständlich erlaubt sein, das aufzuzeigen. Ich habe detailliertere Zahlen und die zeigen auf, dass es keinesfalls für alle Hersteller ein schlechter Monat war.

Damit kommen wir zum Spitzenreiter, das ist VW. Nicht als Konzern, zu den Zahlen komme ich auch noch, sondern auch als Hersteller mit 5784 Zulassungen. VW als Marke führt auch in den Jahreszahlen mit 64.445 Zulassungen, Tesla hat 59.684. Da brauch es ein Wunder im Dezember. Im November kam der VW Konzern auf 14.136 Zulassungen von 44.942 insgesamt, damit 31,5% Marktanteil. Alleine die MEB-Fahrzeuge wurden 12.024 mal zugelassen und haben einen Marktanteil von 27%. Jedes dritte Elektroauto, das in Deutschland im November zugelassen wurde, kam aus dem VW Konzern. Jedes vierte Elektroauto, das in Deutschland im November zugelassen wurde, kam aus dem MEB-Baukasten.

Auf Platz 2 der Hersteller im November ist….BMW mit 5594 Zulassungen. Es wurden mehr i4 ausgeliefert als Model 3 Highland, 2216 zu 1937. 1786 ID.3 übrigens, wegen der Debatte um die Einstellung. Da wir schon bei Einzelmodellen sind, Bestseller des Monats ist der Enyaq mit 3588 Stück.

Was gibt es sonst? 350 BYD, 281 Polestar, 50 Nio. Bemerkenswert, 90 Fisker, 17 Lucid und 25 Lotus Eletre. Interessant vielleicht, dass die „deutschen Chinesen“ Mini und Smart fast gleich mit jeweils beachtlichen 1354 zu 1339 Stück und damit auf Augenhöhe mit dem besten Chinesen MG mit 1673 Zulassungen sind.

Roland:

Ich finde diesen Beitrag ehrlich gesagt auch nicht aussagekräftig. Erstens geht es ausschliesslich um Deutschland. Noch dazu vergleichen die Autoren den November 2022 mit dem November 2023. Das ist gelinde gesagt ***********.

Es ist allgemein bekannt, dass damals wie verrückt e-Autos eingekauft wurden, weil die Förderung nach 2022 merklich gekürzt wurde. Jetzt hier von einem „deutlichen Rückgang“ der Elektromobilität zu faseln ist grober Unfug.

Keine Ahnung wozu das gut sein soll? Ich dachte bisher, dieses Medium sei der Elektromobilität eher zugewandt?

Auch wenn jetzt lahm darauf hingewiesen wird, man habe schon auch andere Vergleiche publiziert, ist und bleibt diese hier ***********.

[Edit: Kritik gerne, bitte aber ohne Kraftausdrücke, danke / Die Redaktion]

Robert:

Niemanden, siehe hierzu auch die energy-Charts von deutschland an für das Jahr 2023 bis heute 58,9% ligt der Anteil der ernauerbarer energie ist szwar nicht jeden Tag bei 50% habe gerade nachgeschaut auch an schlechten Tagen liegen die erneuerbaren bein rund 30% hier der links dazu
https://energy-charts.info/charts/energy_pie/chart.htm?l=de&c=DE&year=2022&source=public&interval=day&datetimepicker=08.12.2023

Frank:

Wen hast Du denn die 50% erneuerbaren Strom weggenommen damit deine Rechnung funktioniert.

Frank:

Man hätte aber auch die 1/9 PV-Anlagen dieses Jahr bauen können um die Kohlekraftwerke zu reduzieren und nicht gleich den Verbrauch erhöhen damit die Kohlekraftwerke mehr CO² ausstoßen.

Michael Neißendorfer:

Hallo Stefan,

danke für Deine Anmerkung. Ich verstehe Deine Bedenken bzgl. der Betrachtung kurzfristiger Marktschwankungen. Allerdings ist es so, dass wir sehr detailliert und möglichst vollumfänglich über die Elektromobilität berichten wollen. Dazu gehören für uns die monatlichen Statistiken ebenso wie längerfristige Trends – welche Du ebenfalls auf unseren Seiten und zu gegebenen Zeiten aktualisiert finden wirst.

Schöne Grüße

Michael

Stefan Klimpsch:

Schade das auch dieser Podcast ins selbe boxhorn bläst. Den Erfolg oder Misserfolg der e-mobilität rein an den zahlen vom Vorjahr, oder wie im September allein am Vormonat festzumachen ist einfach nur Effekthascherei. Ehrlich ist es wenn man die Zulassungszahlen von Januar bis zum jeweiligen Monat mit den zahlen vom Vorjahr vergleicht. Dann hat man solche Effekte wie den Wegfall oder Reduzierung von Förderungen weitestgehend ausgespart.
Andere e-mobility News sind da wesentlich besser.

brainDotExe:

Eben nicht. Ein Elektroauto fährt selbst mit lediglich 50% erneuerbaren Strom CO² ärmer als ein Auto mit Verbrennungsmotor.
Sprich die fossilen Energieträger werden nicht gefördert.

Die Natur von erneuerbaren Energiequellen erfordert sowieso massive Überkapazitäten, da muss du dir keine Sorgen machen.

Ähnliche Artikel

Cover Image for China-Experte: „Fehler sind Teil des Fortschritts“

China-Experte: „Fehler sind Teil des Fortschritts“

Sebastian Henßler  —  

In der aktuellen Podcast-Folge hatte ich die Gelegenheit, mit Dr. Thomas Kiefer zu sprechen – Journalist, Asien-Experte und profunder Kenner der chinesischen Industriepolitik. Seit Ende der 1980er Jahre beobachtet er vor Ort in Shanghai die Entwicklungen, war unter anderem in Joint Ventures wie Shanghai Volkswagen unterwegs und hat über Jahrzehnte hinweg verschiedene Länder Asiens bereist […]

Cover Image for Alpitronic CEO: „Laden muss immer funktionieren“

Alpitronic CEO: „Laden muss immer funktionieren“

Sebastian Henßler  —  

Im exklusiven Interview verrät Philipp Senoner, warum 400 kW für den Massenmarkt reichen, 850 kW und darüber hinaus aber als Sonderlösung kommen werden.

Cover Image for Diese 7 günstigen E-Autos unterstützen Plug & Charge

Diese 7 günstigen E-Autos unterstützen Plug & Charge

Daniel Krenzer  —  

Stecker rein und einfach losladen: Diese unkomplizierte Art des E-Auto-Ladens gibt es für immer mehr Modelle. Doch welche sind die günstigsten?

Cover Image for Volkswagen richtet Produktion auf KI-gestützte Zukunft aus

Volkswagen richtet Produktion auf KI-gestützte Zukunft aus

Michael Neißendorfer  —  

Effizienter, intelligenter und resilienter will Deutschlands größter Autohersteller werden: Dafür setzt der VW-Konzern in der Produktion verstärkt KI ein.

Cover Image for Neuer Volvo XC70: Der Plug-in-Hybrid für die Langstrecke

Neuer Volvo XC70: Der Plug-in-Hybrid für die Langstrecke

Michael Neißendorfer  —  

Im stadtnahen CLTC-Zyklus fährt der neueste Plug-in-Hybrid von Volvo 200 Kilometer weit. Ob er nach Europa kommt, ist noch offen.

Cover Image for Nio: 200.000 Akku-Wechsel in Europa, aber kaum neue Stationen

Nio: 200.000 Akku-Wechsel in Europa, aber kaum neue Stationen

Daniel Krenzer  —  

Mit der Anzahl der getauschten Akkus geht es für Nio in Europa voran, doch von den 170 geplanten Standorten gibt es bislang nur 60.