Wirtschaftsweise fordert günstigere E-Autos aus Deutschland

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Michael Neißendorfer
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Deutsche Autobauer sollten mehr unternehmen, um Elektroautos günstiger und attraktiver zu machen – ansonsten drohen sie, gegenüber Herstellern aus China den Kürzeren zu ziehen, warnt die Wirtschaftsweise Monika Schnitzer. Die Vorsitzende des Sachverständigenrats zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung sagte dem britischen Telegraph, die deutschen Autohersteller müssten „sich zusammenreißen“ und „ihre Hausaufgaben machen“, da die Käufer:innen zunehmend auf günstigere, in China hergestellte Autos zurückgreifen.

Hinzu komme, dass die schwache Nachfrage nach deutschen Autos in China auch die Exporte Deutschlands beeinträchtige: „Deutschland war schon immer eine sehr exportorientierte Wirtschaft und im Moment funktionieren die Exporte nicht so gut“, so die Wirtschaftsweise. Das liege zum Teil daran, dass China nicht mehr so hohe Ansprüche stelle wie früher. „Andererseits geht es Teilen der deutschen Industrie nicht besonders gut. Denken Sie zum Beispiel an die Automobilindustrie, die nicht wirklich von der steigenden Nachfrage nach Elektroautos profitiert“.

Einige der größten deutschen Autohersteller haben in den vergangenen Monaten aufgrund der rückläufigen Verbrauchernachfrage die Produktion von Elektroautos gedrosselt, wie etwa VW im Emden. Der VW-Konzern teilte als Grund dafür mit, dass er „eine allgemeine Zurückhaltung beim Kauf von Elektroautos“ verspüre.

Chinesische Hersteller hingegen, darunter Geely, dem die schwedischen Marken Volvo und Polestar gehören, haben neben Nio und Anbietern eher günstiger Modelle wie MG zunehmend Marktanteile von ihren deutschen Konkurrenten übernommen. Mittlerweile ist es China sogar gelungen, Deutschland und Japan zu überholen und zum weltweit größten Exporteur von Autos zu werden. Allein im ersten Quartal 2023 wurde aus China 1,1 Millionen Autos ins Ausland verschifft.

Schnitzer ist der Meinung, dass sich die Investitionen in vorrangig hochpreisige Elektroautos bisher nicht ausgezahlt haben. Der BBC sagte sie: „Für Verbrennungsmotoren mag das immer noch in Ordnung sein, aber nicht für Elektroautos. Die Konkurrenz aus China nimmt vor allem bei kleineren Autos stark zu und es besteht keine große Nachfrage nach diesen sehr hochwertigen Elektroautos.

Schnitzer forderte die Autohersteller außerdem auf, „mehr Kapazitäten aufzubauen und wettbewerbsfähiger zu werden“ und „den Innenräumen und Unterhaltungssystemen mehr Aufmerksamkeit zu schenken“. Damit Kosten gesenkt werden können, müsste die Produktionszahlen erhöht werden, so die Wirtschaftsweise. Dringender Nachholbedarf bestehe auch bei Infotainment-Systemen. Hier müssten deutsche Hersteller sich deutlich verbessern, um mit der Konkurrenz aus China mithalten zu können.

Quelle: The Telegraph – German electric cars are too expensive, top economic adviser to Berlin admits

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Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer ist E-Mobility-Journalist und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über Stromnetze, erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

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