Toyota-Vizechef Sato: „Wir würden nicht überleben“

Toyota-Vizechef Sato: „Wir würden nicht überleben“
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Toyota (Symbolbild)

Maria Glaser
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Der Toyota-Vizevorsitzende Koji Sato fordert einen Zusammenschluss japanischer Autohersteller sowie die Vereinheitlichung bestimmter Komponenten unter einem „japanischen Standard“. Diese Standardisierung bei konkurrierenden Herstellern werde Sato zufolge helfen, Kosten zu senken, Effizienz zu steigern und Innovationen voranzutreiben. „Wenn sich nichts ändert, werden wir nicht überleben“, sagte Sato während des jährlichen Zulieferertreffens von Toyota bereits im März.

Obwohl sich Sato nicht direkt auf chinesische Hersteller bezog, sondern von der internationalen Wettbewerbsfähigkeit japanischer Autohersteller sprach, ist davon auszugehen, dass es auch darum geht, sich gegen Hersteller für Elektroautos aus China zu behaupten. Die Verkaufszahlen japanischer Autohersteller brechen weltweit aufgrund des Aufstiegs chinesischer Hersteller ein: Sie haben in mehreren Schlüsselregionen stetig Marktanteile japanischer Marken erobert.

Dazu gehört auch Europa, wo sich chinesische Marken im Mai zum ersten Mal besser als japanische Autohersteller verkauften. Die Gesamtverkäufe der Geely Group, zu der Marken wie Geely, Volvo oder Zeekr gehören, sowie von SAIC Motor, BYD, Chery und Leapmotor erreichten in diesem Monat in Europa über 138.000 Einheiten. Toyota, Suzuki, Honda, Nissan, Mazda und Mitsubishi kamen zusammen auf lediglich gut 130.000 Fahrzeuge. Auch in Südostasien und Australien übernehmen erschwingliche chinesische Elektroautos Marktanteile von etablierten Herstellern.

Auf dem chinesischen Markt zahlen japanische Autohersteller zudem den Preis für den langsamen Umstieg auf Elektromobilität. Toyota hat beispielsweise vor allem Hybridmodelle im Portfolio, während Elektroautos verhältnismäßig kurz kommen. Toyotas Absatz sank in China im ersten Halbjahr dieses Jahres um 17 Prozent, während Honda sogar einen noch stärkeren Rückgang von 35 Prozent verzeichnete. Viele chinesische Start-ups, die von der Dynamik des Marktes profitiert haben, konnten hohe Verkaufszahlen verzeichnen. Softwaregesteuerte Fahrzeuge, ultraschnelle Lademöglichkeiten und moderne Batterietechnologie gehören zur Automobilindustrie Chinas längst dazu.

Der japanische Standard

Satos Vorschlag eines japanischen Standards sieht vor, dass Komponenten wie Stahl, Kabelbäume und Kunststoffe bei allen großen japanischen Marken vereinheitlicht werden. Zulieferer weltweit sollen nach diesem Standard produzieren können.

Es handelt sich um Komponenten, die Kund:innen ohnehin nie zu Gesicht bekommen. Stattdessen können sich Hersteller auf wichtigere Themen konzentrieren, wie Software-Funktionen, Fahrerassistenzsysteme, Antriebsstränge und Batterieentwicklung. Es gebe beispielsweise derzeit, so Sato, 70.000 verschiedene Varianten von Kabelbäumen. Die Vereinheitlichung würde auch die Herstellungskosten reduzieren.

Zugleich ist die Idee des japanischen Standards und die Vereinheitlichung über Marken, Modelle und Varianten hinweg ein komplexes Unterfangen. Die Notwendigkeit und der Druck in der Branche könnte jedoch die nötige Umsetzungsenergie liefern: „Wir haben ein starkes Gefühl der Krise, dass sich die japanische Automobilindustrie in einer Phase massiver Umbrüche befindet“, so Sato. „Jetzt ist genau der richtige Zeitpunkt, um uns weiterzuentwickeln und uns den Herausforderungen und Reforminitiativen zu stellen, denen sich die Automobilindustrie als Ganzes stellen muss.“

Quelle: Inside EVs – ‚We Will Not Survive‘: Toyota Boss Wants Japanese Automakers To Team Up To Beat Chinese EVs

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Maria Glaser

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Aus dem geisteswissenschaftlichen Bereich kommend, verbindet Maria Glaser bei Elektroauto-News.net seit 2023 ihre Liebe zum Text mit fachlichen Inhalten. Seit ihrem Studium in Berlin und Wien arbeitet sie im Bereich Lektorat, Korrektorat und Content Writing, vor allem zu Mobilität.

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