Warum hat Toyota eigentlich kaum Elektroautos im Angebot? Zwar wurde das elektrische Portfolio in den letzten Jahren ausgebaut und umfasst inzwischen Modelle wie den Urban Cruiser oder den Toyota bZ4X sowie dessen Touring-Version – die Abkürzung bZ bei Toyota steht als Elektro-Label für „Beyond Zero“ –, aber wirklich bekannt dafür ist der japanische Hersteller nicht gerade. Stattdessen steht die Marke vor allem für zuverlässige, oft geländegängige Autos und Verbrenner- oder Hybridantrieb. Die Toyota-Tochtermarke Lexus hat zwar ebenfalls ein paar vollelektrische Modelle im Angebot, gab aber kürzlich bekannt, dass es sein Elektro-Limousinenmodell LF-ZC einstellt.
Einen Grund dafür, dass Toyota über lange Zeit am Verbrennungsmotor festgehalten hat und als elektro-skeptisch gilt, findet man in der Führungsetage. Der Chef von Toyota, Akio Toyoda, gab der Plattform Carwow kürzlich ein Interview, in dem deutlich wird, was Toyoda von der Elektrifizierung hält.
Das Auto ist mein Spielzeug
Zwar werden die Abgasvorschriften immer strenger, doch Toyota bleibt beim Verbrenner. „Alle steigen auf Elektroautos um, das ist meine größte Befürchtung“, sagt Toyoda. „Vor drei oder vier Jahren war ich der Einzige, der gegenüber den Medien sagte, dass ich den Geruch liebe, den Klang liebe und Motoren liebe, und dass ich die Arbeitsplätze der Motorenlieferanten erhalten möchte.“
Diese Aussage wirkt fast ein bisschen wie aus der Zeit gefallen, in der die Elektromobilität zu einem zunehmenden Interesse der Politik geworden ist. Mit Förderungen, wie der neuen Elektroauto-Förderung in Deutschland mit bis zu 6000 Euro, soll Privatkundschaft zunehmend zum Kauf von Elektroautos bewegt werden, während zugleich scheinbar futuristische Projekte wie das bidirektionale Schnellladen von Elektro-Lkw in greifbare Nähe rücken. Toyoda ist sich bewusst, dass er damit gegen den Mainstream der Automobilindustrie geht: „Es scheint mir, als wäre ich der Einzige. Ich fühle mich sehr allein.“
Toyoda sei, wie Carwow berichtet, durch und durch ein Autonarr, vor allem im Rennsport. Er selbst teste die Modelle der Motorsportabteilung Gazoo Racing (GR) von Toyota, um so die Perfektion im Fahrgefühl zu erreichen. Obwohl Elektroautos im Motorsport oft überragende Geschwindigkeiten und Beschleunigungswerte erzielen, ist Toyoda von Elektroautos nicht sonderlich begeistert. Zwar sei es notwendig, CO₂-neutrale Autos zu bauen, ebenso wie Autos, die Gewinn abwerfen, aber das scheint für ihn nicht alles zu sein: „Das Auto ist mein Spielzeug. Ich möchte das Auto bauen, das ich in meiner Garage stehen haben möchte. Wenn ich nur CO₂-neutrale Autos bauen muss, ist das nicht spannend“, so Toyoda. Für Liebhaber:innen von Verbrennungsmotoren seien der Klang und das Fahrgefühl unersetzlich.
Vor allem bei Toyota-GR ist daher der Verbrenner im Zentrum: Das GR GT-Konzept mit V8-Motor soll als Sportwagen ab 2027 auf den Markt. Zugleich arbeitet Toyota auch an einem Wasserstoff-Verbrennungsmotor, womit zumindest ein CO₂-neutraler Kraftstoff mit Schaltgetriebe zum Einsatz käme.
Quelle: Carwow – I asked the boss of Toyota his biggest fear about the future of cars, and the answer was EVs








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