Woven City: Die ersten Bewohner ziehen in Toyotas Modellstadt

Woven City: Die ersten Bewohner ziehen in Toyotas Modellstadt
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Toyota

Michael Neißendorfer
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  —  Lesedauer 4 min

In diesem Reallabor will Toyota die Zukunft der Mobilität erforschen und formen: In Woven City ist die erste Projektphase erfolgreich angelaufen, wie der Hersteller mitteilt. In der Modellstadt, die eigens für diese Zwecke konzipiert wurde, identifiziert, entwickelt und testet Toyota neue Mobilitätskonzepte in einer praxisnahen Umgebung.

In Woven City leben die „Weavers“ genannten Bewohner Seite an Seite mit den „Inventors“. Unter diesem Begriff sind Teams und Einzelpersonen vereint, die Anwendungen entwickeln und verfeinern, die mithilfe künstlicher Intelligenz und fortschrittlicher Technologien Mobilität sicherer, einfacher und für alle zugänglich machen sollen.

Bisheriger Fortschritt von Woven City

Die Woven City bezeichnet der Hersteller als Bindeglied zwischen zukunftsweisender Forschung und praktischen Anwendungen. Geleitet wird das Projekt von Woven by Toyota (WbyT), einem Tochterunternehmen des Toyota Konzerns. Das Projekt entstand aus der Erklärung von Toyota aus dem Jahr 2018, sich von einem Automobilhersteller zu einem Mobilitätsunternehmen weiterzuentwickeln. Das Konzept von Woven City stellte Toyota auf der CES 2020 in Las Vegas erstmals vor.

Die Modellstadt Woven City entsteht auf dem Gelände des ehemaligen Higashi-Fuji-Werks von Toyota Motor East Japan (TMEJ) in Susono City in der japanischen Präfektur Shizuoka – damit führt das Projekt die mehr als 50-jährige Geschichte handwerklicher Tradition an diesem Standort weiter. Gleichzeitig unterstreicht das Vorhaben das Engagement von Toyota für eine Region, die im Jahr 2011 schwer vom Erdbeben im Osten Japans getroffen wurde.

Woven City ist ein Ort, an dem Menschen leben, arbeiten und ihre Freizeit verbringen. Dabei testen sie neue Produkte und Dienstleistungen, bevor sie in Serienproduktion gehen. Dank des unmittelbaren Feedbacks aus erster Hand lassen sich Entwicklungen präzise optimieren und beschleunigen. Auf diese Weise wird die Stadt zu einem sich ständig weiterentwickelnden, lebendigen Labor.

Erste Projektphase

Die Umsetzung der ersten Projektphase lief im September 2025 offiziell an. Seit April bewohnen 100 Personen in 50 Haushalten die Modellstadt; im Laufe der Zeit soll die Einwohnerzahl voraussichtlich auf rund 300 Personen ansteigen. Bis heute haben sich mehr als 20 „Inventors“ dem Projekt angeschlossen, davon zwölf aus Tochterunternehmen des Toyota Konzerns und zwölf weitere von externen Partnern. Sie sind in den unterschiedlichsten Branchen aktiv, teilen jedoch die gemeinsame Philosophie, „für andere“ innovativ zu sein.

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Der Schwerpunkt liegt auf Kooperationsprojekten für menschenzentrierte Mobilität und Systeme. Dazu gehören auch Projekte, die die Verkehrssicherheit verbessern und zu einer Welt ohne Verkehrsunfälle beitragen sollen, etwa Plattformen für autonomes Fahren, robotergestützte Logistik, Kommunikationssysteme der nächsten Generation sowie tragbare Wasserstoff-Energiesysteme.

Innovationen in den Bereichen Verkehrssicherheit, Information und KI

Eines der zentralen Projekte in der Anfangsphase von Woven City ist das integrierte System Anzen. Bei dieser neuen Technologie können Menschen, Mobilitätstechnologien und Infrastruktur gemeinsam die jeweilige Situation erfassen, Entscheidungen treffen und koordiniert handeln.

Kakezan – ein japanisches Wort für „Multiplikation“ – beschreibt, wie Woven City die Bündelung vielfältiger Stärken ermöglicht und das Fachwissen von Unternehmen, Teams und Einzelpersonen aus verschiedenen Branchen zusammenführt. Dadurch sollen Vorteile entstehen, die eine größere Wirkung für die Gesellschaft entfalten können.

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Ähnlich wie Kaizen, dem Prinzip der kontinuierlichen Verbesserung, ist Kakezan eine langfristige Philosophie zur Wertschöpfung durch Zusammenarbeit. Als einer der Grundwerte von WbyT vereint es unterschiedliche Stärken, Perspektiven und Fachkenntnisse, um Möglichkeiten zu erschließen, die eine einzelne Person oder ein einzelnes Unternehmen allein nicht erreichen könnte – im Sinne des Toyota Mottos: „No one can do this alone.”

Toyota und WbyT treiben Kakezan mithilfe von menschenzentrierten KI-Technologien voran. Toyota sieht KI als wesentlich für jede Innovation an, ist gleichzeitig aber davon überzeugt, dass sie dazu dienen sollte, die menschliche Intuition zu erweitern, anstatt sie zu ersetzen.

Woven City und die Ursprünge von Toyota in der Textilindustrie

Sowohl im Namen als auch in ihren Ambitionen ist Woven City eng mit dem industriellen Erbe und der Innovationsgeschichte von Toyota verbunden. Sakichi Toyoda, der Erfinder der weltweit ersten automatischen Webmaschine, gründete 1918 die Toyoda Spinning and Weaving Company.

Der Erfolg dieser Firma ermöglichte es seinem Sohn Kiichiro, in die Entwicklung der Automobiltechnologie zu investieren – mit Mitteln, die er 1929 durch den Verkauf von Patenten für Webmaschinen an das britische Webereiunternehmen Platt Brothers aus Oldham erwirtschaftet hatte. Das erste Fahrzeug von Toyota wurde 1935 fertiggestellt, zwei Jahre später wurde die Toyota Motor Company gegründet.

Im Laufe der gesamten Unternehmensgeschichte von Toyota haben sich die Geschäftsbereiche des Unternehmens dafür eingesetzt, das Wohlergehen anderer zu fördern – eine menschenzentrierte Philosophie, die künftig auch in Woven City fortgeführt werden soll.

Quelle: Toyota – Pressemitteilung vom 29.06.2026

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Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer ist E-Mobility-Journalist und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über Stromnetze, erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

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