Strom vom Discounter – WeShare von VW geht künftig Nachts bei Lidl & Kaufland laden

Strom vom Discounter – WeShare von VW geht künftig Nachts bei Lidl & Kaufland laden
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Volkswagen AG

Sebastian Henßler
Sebastian Henßler
  —  Lesedauer 4 min

„We Share“ auf diesen Namen hört die Sub-Marke von Volkswagen, unter der der Wolfsburger Konzern ein umfassendes, rein elektrisches Carsharing-Angebot in ausgewählten Metropolen an den Start bringt. Geladen werden die Fahrzeuge unter anderem Nachts bei Lidl und Kaufland.

VW: „Supermärkte sind die Tankstellen der Zukunft“

Starten wird der Service in unserer Hauptstadt Berlin. Ab dem zweiten Quartal 2019 wird die „We Share“-Flotte zunächst mit 1.500 e-Golf, später folgen zusätzlich 500 e-up!, unterwegs sein. Noch kurz vor dem Marktstart wurde bekannt gegeben, dass man mit den Handelsketten Lidl und Kaufland, Teil der Unternehmensgruppe Schwarz, eine strategische Partnerschaft abgeschlossen hat.

Beide Lebensmitteleinzelhändler werden an 60 Lidl- und 10 Kaufland-Filialen in der deutschen Hauptstadt insgesamt 140 öffentliche Ladepunkte für E-Fahrzeuge ihrer Kunden errichten. VW erhält hierbei für seine neue WeShare-Flotte das exklusive Recht, die neue Infrastruktur der Einzelhändler für das Laden außerhalb der Öffnungszeiten über Nacht zu nutzen. Hierdurch wird eine effiziente Auslastung der Säulen gewährleistet und die öffentliche Ladeinfrastruktur in Berlin wird künftig um fast 20 Prozent wachsen.

Ein Blick auf Aldi offenbarte, erst kürzlich, dass 2017 insgesamt 55.000 Ladevorgänge an 53 Ladestationen durchgeführt wurden. Lidl gab bereits im März 2019 zu verstehen, dass man nachziehen wolle und sprach von einer „Investition in die Mobilität von morgen“.  Innerhalb eines Jahres sollen rund 400 Lidl-Filialen mit Ladesäulen für Elektrofahrzeuge ausgestattet werden, an denen die Kunden Strom aus erneuerbaren Energien tanken können. 60 davon nun wohl in Berlin.

„Supermärkte sind die Tankstellen der Zukunft. Die Möglichkeit, während des Einkaufs zu laden, ist eine ideale Lösung. Dafür genügen beim e-Golf durchschnittlich gerade einmal 45 Minuten an der Schnellladesäule. Wir verbessern zusammen mit Lidl und Kaufland die Lademöglichkeiten für Kunden und speziell für unsere WeShare-Flotte.“ – Christian Senger, Vorstand der Marke Volkswagen Pkw für das Ressort Digital Car and Services

Stand heute stehen Lidl-Kunden und -Mitarbeiter in Lidl-Logistikzentren rund 30 Ladesäulen für Elektrofahrzeuge zur Verfügung, etwa 20 weitere Säulen werden aktuell an Filialen in ganz Deutschland installiert.

Wolf Tiedemann, Geschäftsleiter Zentrale Dienste Lidl Deutschland, gab in diesem Zusammenhang zu verstehen, dass man die urbane Mobilität gestalten wolle. Man können mit zahlreichen Standorten an relevanten Knotenpunkten in Berlin ein flächendeckendes Netz an Ladesäulen aufbauen. „Unsere Kunden profitieren tagsüber durch die steigende Anzahl von Ladesäulen und wir leisten einen sinnvollen Beitrag zur Mobilitätswende in Deutschland“, so Tiedemann weiter.

„Carsharing mit E-Fahrzeugen muss unbedingt gefördert werden. Deshalb stellen wir der WeShare Flotte außerhalb der Öffnungszeiten sehr gerne unsere bestehenden Ladesäulen zur Verfügung. So können mehr Menschen die umweltschonende Technik nutzen. Dies ist ganz klar im Sinne unserer E-Mobilitätsstrategie.“ – Jörg Dahlke, Leiter Bau International bei Kaufland

Kaufland unterstützt mit dem Aufbau der Schnellladestationen die E-Mobilität als zukunftsweisende Entwicklung und treibt diese auch zukünftig voran. Bis Ende 2020 sind bundesweit weitere 100 Schnellladestationen geplant.

WeShare geht künftig zwischen 23:00 und 6:30 Uhr Strom shoppen

Die 140 Ladepunkte stehen tagsüber während der Öffnungszeiten der Lidl- und Kaufland-Filialen den Supermarktkunden zur Verfügung. Zwischen 23:00 und 6:30 Uhr hat die WeShare-Fahrzeugflotte exklusives Nutzungsrecht.

VW-Betriebsratchef Osterloh gab bereits im März zu verstehen: „Der Kunde wäre bereit für das Elektroauto, wenn die Infrastruktur zum Laden vorhanden wäre“. Auch der Verband der Automobilindustrie (VDA) hat der Politik „Empfehlungen für einen erfolgreichen Hochlauf der Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge bis 2030“ vorgelegt. Für einen erfolgreichen Markthochlauf der E-Mobilität sei der schnelle und nachhaltige Ausbau der Ladeinfrastruktur die wichtigste Voraussetzung. Mit der strategischen Partnerschaft mit Lidl und Kaufland geht VW konsequent den nächsten Schritt.

Neben der Zusammenarbeit mit den  Lebensmitteleinzelhändler baut VW europaweit bis 2025 insgesamt 36.000 Ladepunkte auf, davon 11.000 durch die Marke Volkswagen. Installiert werden die Ladesäulen an VW Standorten sowie bei den rund 3.000 Volkswagen Händlern in allen größeren Städten.

IONITY Ladenetz von großer Bedeutung für lange Strecken

Bis 2020 will IONITY, das von BMW, Daimler, Ford und dem Volkswagen-Konzern gegründete Konsortium, rund 400 Schnellladestationen entlang der wichtigsten Hauptverkehrsadern Europas betreiben. Damit wäre das Schnellladenetz so groß wie das europäische Supercharger-Netzwerk des Elektroauto-Pioniers Tesla. Wie IONITY-Chef Michael Hajesch zu verstehen gab, werde man bis nächstes Jahr auch fertig mit dem eigenen Schnellladenetz.

„We Charge“: Eigene Ladekarte von Volkswagen ab Ende 2019

In ganz Europa soll das Angebot der Elli Group zur Verfügung stehen. Im Rahmen der Vorstellung von „We Share“, einem rein elektrischen Carsharing-Angebot in ausgewählten Metropolen, hatte VW sein Angebot „We Charge“ im Nebensatz bereits erwähnt. Nun erfahren wir worum es dabei geht. Bei diesem handelt es sich um eine eigene Ladekarte, welche ab dem vierten Quartal 2019 angeboten werden soll. Später wird aus der Ladekarte ein „Zertifikat“ womit Plug&Charge unterstützt wird. Tarifmodelle und Preise sollen bereits in Kürze folgen.

Quelle: Volkswagen AG – Pressemitteilung vom 19. Juni 2019

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Sebastian Henßler hat Elektroauto-News.net im Juni 2016 übernommen und veröffentlicht seitdem interessante Nachrichten und Hintergrundberichte rund um die Elektromobilität. Vor allem stehen hierbei batterieelektrische PKW im Fokus, aber auch andere alternative Antriebe werden betrachtet.

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