Nachhaltiger Verkehr als Schlüssel für Afrikas Wohlstand

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Michael Neißendorfer
Michael Neißendorfer
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Die Entwicklung nachhaltiger Verkehrssysteme in Afrika sichert nicht nur die Mobilität der Zukunft, sondern ebnet auch den Weg für Wachstum, soziale Gerechtigkeit und Klimaschutz auf dem Kontinent. Das betonen in einem Strategiepapier Expertinnen und Experten von 50 afrikanischen Organisationen – unter anderem der Afrikanischen Union, nationaler Ministerien, Stadtregierungen, der Wissenschaft, Wirtschaft und Zivilgesellschaft sowie des Umweltprogramms der Vereinten Nationen (UNEP) und der Afrikanischen Entwicklungsbank (AfDB). Das Strategiepapier, dessen Erarbeitung die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH und die Denkfabrik Agora Verkehrswende im Rahmen des Projekts „Rethinking Transport“ koordiniert haben, umfasst zwölf zentrale politische Richtungsentscheidungen für ein zukunftsfähiges Verkehrssystem.

Der Kreis der Beteiligten empfiehlt den afrikanischen Regierungen, den nachhaltigen Verkehr als ressortübergreifende Aufgabe zu priorisieren und Finanzmittel für diesen langfristig mit zweckgebundenen Haushalten zu sichern. Zudem seien Aktionspläne für den in Afrika meist privat organisierten öffentlichen Verkehr notwendig. Zu den empfohlenen Maßnahmen und Initiativen gehören der Aufbau von Sonderwirtschaftszonen und Investitions- und Innovationszentren, die regionale Bündelung von Finanzmitteln für eine nachhaltige Verkehrsinfrastruktur sowie Korridore für einen klimaneutralen Güterverkehr auf Basis von erneuerbarem Strom. Die inländische Finanzierung für Elektromobilität könnten die Regierungen über gesonderte Kreditsysteme ausweiten.

Lerato Dorothy Mataboge, Kommissarin für Infrastruktur und Energie der Afrikanischen Union, hebt in ihrem Vorwort für die Publikation den Mehrwert der Handlungsempfehlungen für die wirtschaftliche Entwicklung Afrikas hervor: „Die vorgeschlagenen Maßnahmen haben das Potenzial, einen umfassenden Veränderungsprozess anzustoßen – für eine nachhaltige Zukunft mit vielfältigen Vorteilen für unseren Kontinent.“ Unter anderem sieht Kommissarin Mataboge die Möglichkeit, den regionalen Handel zu stärken, saubere Industrien aufzubauen und die Energieversorgung zu sichern. Für die Gesellschaft sei dies eine Chance für mehr Teilhabe, bessere Gesundheit und zukunftsfähige Arbeitsplätze.

Ausbau der Elektromobilität auf kontinentaler Ebene vorantreiben

Laut dem Strategiepapier könne ein hochrangiger Beirat den Markthochlauf der Elektromobilität durch gemeinsame Standards, Investitionen und den Aufbau regionaler Wertschöpfungsketten in der Automobilindustrie erleichtern und beschleunigen. Ein ebenfalls afrikaweiter Masterplan für erneuerbare Energien im Bereich der Elektromobilität habe das Potenzial, die Kosten der Energiewende zu senken: über die Sektorenkopplung, den Ausbau der Kapazitäten, der Stromnetze sowie einer intelligenten Ladeinfrastruktur. Mit dem Ende April von der Afrikanischen Union beschlossenen kontinentalen Rahmenwerk für Elektromobilität sei bereits ein zentraler Wendepunkt erreicht worden, um den Hochlauf elektrisch betriebener Fahrzeuge zu beschleunigen.

Aus Sicht von Christian Hochfeld, Direktor von Agora Verkehrswende, sollte Europa den Kurs auf nachhaltigen Verkehr in Afrika partnerschaftlich unterstützen: „Deutschland und die EU haben die Chance, Investitionspartnerschaften mit afrikanischen Ländern zu fördern und damit die nachhaltige Mobilität zum beiderseitigen Nutzen zu ermöglichen. Die Elektrifizierung des Straßenverkehrs und eine schnell wachsende Nachfrage nach Elektromobilität in Afrika wird neue Märkte schaffen, die auch der Industrie in Deutschland und Europa die notwendige Transformation erleichtern. Der kooperative Umstieg auf Elektromobilität ist ein Gewinn für Wirtschaft und Gesellschaft und für die natürlichen Lebensgrundlagen – in Afrika, Europa und weltweit. Die Zusammenarbeit beim Schutz globaler, öffentlicher Güter wie dem Klima trägt auch zur internationalen Sicherheit bei.“

„In Afrika gibt es einen starken Trend hin zu mehr Elektrobussen, elektrischen Motorrädern und E-Autos“, so Daniel Bongardt, Teamleiter Infrastruktur und Mobilität der GIZ. „Viele Länder haben bereits Maßnahmen für Elektromobilität beschlossen und auch die Afrikanische Union bekennt sich zu diesem Kurs. Dieses Momentum kann nun für weitere entscheidende Schritte genutzt werden. Es freut uns, dass die Zusammenarbeit für einen zukunftsfähigen Verkehr sowohl auf dem afrikanischen Kontinent als auch zwischen Afrika und Deutschland immer intensiver wird.“

Quelle: Agora Verkehrswende – Pressemitteilung vom 02.09.2026

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Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer ist E-Mobility-Journalist und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über Stromnetze, erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

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