Rund zwei Wochen vor einem geplanten Treffen mit dem chinesischen Staatschef Xi Jinping in Washington überrascht US-Präsident Donald Trump in einem Interview mit dem Nachrichtensender Fox News. Er könnte sich mit dem Gedanken anfreunden, dass chinesische Hersteller ihre Fahrzeuge in den USA mit US-amerikanischen Mitarbeitenden produzieren, so Trump in der Fox-News-Sendung „The Ingraham Angle“. Importierte chinesische Fahrzeuge sollen dabei aber weiterhin außen vor bleiben, selbst wenn diese im Nachbarland Mexiko produziert werden, so der US-Präsident weiter.
„Wäre damit einverstanden“: Trump überrascht mit Aussagen über chinesische Werke in den USA
„Wenn China herkommen und ein Werk eröffnen wollte, um seine Autos hier zu bauen, wäre ich damit einverstanden“, erklärte Trump in der Sendung. Trump knüpfte das Angebot allerdings an eine Bedingung: In den Fabriken sollten US-amerikanische Arbeitskräfte arbeiten. Auch japanische Autobauer hätten schon vor Jahrzehnten US-Werke errichtet und „stellen unsere Leute ein“, so Trump. „Das Wichtigste ist, dass Amerikaner Arbeit bekommen“ – unabhängig davon, welches Emblem auf der Motorhaube prangt, zitiert Motor1 aus dem Interview.
Laut einem Reuters-Bericht erklärte Trump außerdem, dass er nicht wolle, dass chinesische Hersteller Fahrzeuge in Mexiko produzieren und von dort in die USA schicken. „Ich mache chinesische Autos nicht schlecht“, so Trump weiter. Ohne eine Importbarriere für chinesische Fahrzeuge aus China oder Drittländern werde der Markt jedoch „überrannt“, warnte der US-Präsident. Die USA hätten den Import chinesischer Fahrzeuge „nie erlaubt“ und hätten auch nicht vor, damit anzufangen.
Tatsächlich verbietet eine Anfang 2025 noch unter dem ehemaligen US-Präsidenten Joe Biden erlassene Regulierung chinesischen Herstellern de facto den Verkauf und Bau von Pkw in den USA. Washington erhebt außerdem Zölle in Höhe von über 100 Prozent auf importierte chinesische Elektroautos. Einige chinesische Automobilkonzerne, darunter etwa Geely, versuchen deshalb, über Partnerschaften und Lizenzvereinbarungen Zutritt zum US-Markt zu erhalten.
Bei US-Herstellern und im Kongress regt sich bereits Widerstand
Mit der überraschenden Offenheit für eine US-basierte Produktion chinesischer Fahrzeuge sorgt Trump allerdings für Unmut bei in den USA etablierten Herstellern. Mehrere Autobauer forderten den Präsidenten auf, chinesischen Herstellern keinen Zugang zum US-amerikanischen Markt zu gewähren. Die Alliance for Automotive Innovation, der neben US-Herstellern wie Ford, General Motors und Stellantis auch Volkswagen, Toyota, Honda und Hyundai angehören, pochte noch in der vergangenen Woche darauf, dass der US-Kongress bis Ende Dezember ein Gesetz verabschiedet, das chinesische Fahrzeuge dauerhaft vom US-Markt ausschließen würde.
Verbandchef John Bozzella warf chinesischen Herstellern in einem Brief an die Kongressmitglieder vor, die globalen Automärkte mit „subventionierten Fahrzeugen mit vernetzter Software und Hardware“ zu fluten. Auch im Kongress regt sich indes Widerstand: Elissa Slotkin, eine demokratische Senatorin aus dem Bundesstaat Michigan, hatte zuvor von Gerüchten gesprochen, laut denen Trump im Rahmen eines größeren Deals den Verkauf chinesischer Fahrzeuge in den USA erlauben wolle. Das wäre „ein strategischer Fehler“, so Slotkin. Trump wies die Aussagen als „völlig falsches Gerücht“ zurück und betonte, dass er chinesische Fahrzeuge vom US-Markt ferngehalten habe.
Ford steht wegen Kooperationen mit chinesischen Unternehmen in der Kritik
Trumps Äußerungen fallen in eine Phase, in der die US-Regierung den Druck auf Fords Produktionspartnerschaften in China erhöht. Nachdem das Weiße Haus die Vereinbarungen des US-Autobauers mit chinesischen Unternehmen als Sicherheitsrisiko bezeichnet hat, hatte Ford die Vereinbarungen verteidigt. In einem Schreiben an Ford-CEO Jim Farley hatte Verkehrsminister Sean Duffy Fords Verbindungen zu chinesischen Unternehmen als Anlass zu „tiefgreifender Besorgnis“ bezeichnet.
Duffy nannte mehrere konkrete Beispiele in seinem Schreiben genannt: Fords nutze lizenzierte Batterietechnologie von CATL in seinem Werk in Marshall, Michigan, unterhalte ein Joint Venture mit Geely in Spanien, führe angebliche Gespräche mit BYD über Hybridkomponenten sowie die Fortsetzung der Produktion des Lincoln Nautilus in China bis 2030. Ford hatte erklärt, dass es sich bei dem CATL-Deal um eine Lizenzvereinbarung und nicht um eine ausländische Beteiligung handle, die Kritik riss allerdings nicht ab.
Unklar bleibt, ob chinesische Hersteller mit einer Fahrzeugproduktion in den USA die gleichen Kostenvorteile realisieren könnten wie mit einer Produktion in China. In jedem Fall würden neue chinesische Marken aber auch neue Konkurrenz für Hersteller wie Ford, GM und Stellantis bedeuten.
Quellen: Reuters – Trump says he would be OK with China building cars in US / Motor1 – Trump Opens Door To Chinese Car Plants In The US Before Xi Visit








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