Einzelhandel fordert, dass Förderung von Ladesäulen unbürokratischer werden soll

Einzelhandel fordert, dass Förderung von Ladesäulen unbürokratischer werden soll
Copyright:

shutterstock / Lizenzfreie Stockfotonummer: 428604085

Sebastian Henßler
Sebastian Henßler
  —  Lesedauer 2 min

ŠKODA, Lidl und auch Faurecia investieren in Ladesäulen. Teils für die eigenen Mitarbeiter, teils für die eigenen Kunden. Was großen Unternehmen gelingt, bremst derzeit den Einzelhandel aus. Denn dort klappt es nicht so recht mit der Installation von Ladesäulen. In diesem Zusammenhang haben deutsche Einzehändler eine wirksamere und weniger bürokratische Förderung von Ladesäulen für Elektrofahrzeuge gefordert.

Mehr als 1,9 Millionen potentielle Ladestandorte im Einzelhandel vorhanden

Hauptgeschäftsführer des Handelsverbands HDE, Stefan Genth gibt zu verstehen, dass „der Aufbau von Ladeinfrastruktur krankt aus Sicht unserer Branche insbesondere daran, dass es aktuell keinen wirtschaftlichen Anreiz dafür gibt“. Konkret fordert man, dass die Beantragung von Fördergeldern für Ladesäulen einfacher werden soll.

Hierzu zähle zu einem die Möglichkeit Sammelanträge für mehrere Filialstandorte zu stellen, anstatt jede Säule einzeln zu beantragen. Das Potential vorhanden ist, sollte klar werden, wenn man bedenkt, dass der Einzelhandel rund 38.000 Standorte in Deutschland mit rund 1,9 Millionen Stellplätze besitzt.

VW hatte kürzlich ein Strategiepapier vorgelegt, in dem die Wolfsburger kritisieren, die bisherigen Pläne zur Verkaufsförderung sowie zum Ausbau der Ladeinfrastruktur für E-Autos reichten nicht aus. Das war allerdings auf Kritik von Wettbewerbern gestoßen. Im Gespräch mit BMW und Mercedes-Benz sowie dem VDA hat sich herauskristallisiert, dass auch diese von der deutschen Ladeinfrastruktur nicht gänzlich überzeugt sind.

Ausbau der Ladeinfrastruktur  geht nur gemeinsam

Somit ist es vielleicht wirklich an der Zeit, dass unsere Politiker zum Umdenken. Denn einst steht fest: Deutschland braucht mehr Ladestationen für Elektroautos. Die Impulse scheinen vorhanden. Auch vonseiten der Politik. So fordern beispielsweise die Grünen eine Quote für Elektroauto-LadestationenUnd auch die SPD-Chefin will die Zukunft der Automobilindustrie in der Bundesregierung zur Chefsache machen. Es gehe „um das Rückgrat der deutschen Wirtschaft“.

Selbst riesige Unternehmen aus Verbrenner nahen Branchen wie Shell scheinen die Zeichen der Zeit erkannt zu haben und stellen sich entsprechend auf. In diesem Fall durch die Übernahme von NewMotion und dem Beitritt ins IONITY-Ladenetz.

Man kann festhalten, der Ausbau der notwendigen Ladeinfrastruktur kann nur gelingen, wenn alle an einem Strang ziehen. So „…könnte die Regierung viele gesetzliche Hürden zum Bau der Ladesäulen endlich wegräumen“, um hier voranzukommen. Auch im Einzelhandel.

Quelle: Automobilwoche – Ladesäulen für Elektroautos: Einzelhändler monieren: Förderung ist zu bürokratisch

Worthy not set for this post
Sebastian Henßler

Sebastian Henßler

Sebastian Henßler hat Elektroauto-News.net im Juni 2016 übernommen und veröffentlicht seitdem interessante Nachrichten und Hintergrundberichte rund um die Elektromobilität. Vor allem stehen hierbei batterieelektrische PKW im Fokus, aber auch andere alternative Antriebe werden betrachtet.

Artikel teilen:

Wird geladen...

Weiteres in Automobilindustrie

Milliardenverlust: Ford kämpft mit Trumps Zöllen und schleppenden E-Auto-Verkäufen

Milliardenverlust: Ford kämpft mit Trumps Zöllen und schleppenden E-Auto-Verkäufen

Tobias Stahl  —  

US-Autobauer Ford hat im vierten Quartal 2025 tiefrote Zahlen geschrieben. Ford-CEO Jim Farley erwartet für das laufende Jahr dennoch eine starke Performance.

VDA warnt vor „massiver Standortkrise“ in Deutschland und Europa

VDA warnt vor „massiver Standortkrise“ in Deutschland und Europa

Michael Neißendorfer  —  

Eine VDA-Umfrage zeigt: Nach Investitionen wandern nun Arbeitsplätze ins Ausland ab. Die Folgen könnten für die deutsche Autoindustrie schmerzhaft sein.

BYD: „Wir wollen an die Spitze der globalen Automobilindustrie“

BYD: „Wir wollen an die Spitze der globalen Automobilindustrie“

Joaquim Oliveira  —  

„Nur“ die weltweit führende Marke für Elektroautos zu sein, reicht BYD noch lange nicht. Der Konzern hat noch großes vor, so Vizepräsidentin Stella Li.

Salz statt Lithium: Eine neue Option für Batterien?

Salz statt Lithium: Eine neue Option für Batterien?

Sebastian Henßler  —  

Natrium-Ionen-Batterien gelten als mögliche Alternative zu Lithium. Warum Salzbatterien strategisch wichtig werden und was das für Europa bedeutet.

Stellantis streicht Dividende nach Elektro-Kurskorrektur

Stellantis streicht Dividende nach Elektro-Kurskorrektur

Tobias Stahl  —  

Die Opel-Mutter Stellantis muss infolge der Elektro-Kurskorrektur immense Verluste hinnehmen und wird in diesem Jahr keine Dividenden auszahlen.

EU muss ohne Verbrenner-Verbot mit deutlich mehr Emissionen rechnen

EU muss ohne Verbrenner-Verbot mit deutlich mehr Emissionen rechnen

Tobias Stahl  —  

Bei der geplanten Abschwächung des Verbrenner-Verbots muss die EU sich auf ein deutliches Plus an CO2-Emissionen einstellen, warnt Transport & Environment.

ReFuels erreichen erstmals den regulären Kraftstoffvertrieb

ReFuels erreichen erstmals den regulären Kraftstoffvertrieb

Sebastian Henßler  —  

In Mannheim startet eine Pilotanlage, die fossile, biogene und strombasierte Kraftstoffe direkt mischt und deren Klimawirkung für jede Lieferung erfasst.