Škoda als Erfolgsmarke im VW-Konzern: Was für ein Jahr

Škoda als Erfolgsmarke im VW-Konzern: Was für ein Jahr
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Škoda

Stefan Grundhoff
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Es war ein schwieriges Jahr für die europäische Autobranche. Große Probleme in China, neue Wettbewerber, internationale Zollstreitigkeiten und dann das Gerangel über Elektroautos. Zumindest eine Marke scheint das kaum anzugreifen, denn Škoda steht besser da denn je – nicht allein in Deutschland.

Škoda ist für viele längst zur wahren Volkswagen-Marke geworden. Aus dem einstigen Billighersteller aus Tschechien wurde in den vergangenen zwei Jahrzehnten die Smart-Buy-Company mit Simply-Clever-Lösungen. Keine große Überraschung, dass sich Škoda in Deutschland trotz deutlich angezogener Preise mittlerweile einen Marktanteil von 8,0 Prozent erkämpft hat – fast 210.000 Zulassungen in den ersten elf Monaten des Jahres bedeuten einen Zuwachs von neun Prozent im Vergleich zu 2024 und Platz vier in der Zulassungsstatistik auf dem wichtigsten europäischen Automarkt. Der Abstand zu den Plätzen zwei und drei – Mercedes und BMW mit jeweils rund neun Prozent – ist überschaubar geworden.

Bereits zum 17. Mal in Folge ist der Ableger aus dem Volkswagen-Konzern die erfolgreichste Importmarke, die von vielen Kunden längst als deutscher Hersteller wahrgenommen wird. In den ersten neun Monaten des Jahres wurden weltweit 765.700 Einheiten ausgeliefert. Mit dem Anstieg von 14 Prozent ist Škoda erneut die drittstärkste Automarke in Europa.
Auch wenn die Elektromodelle im Portfolio zunehmend wichtiger werden, bedeutet Škoda für viele auch Octavia. Die XL-Version des VW Golf mit Familienanschluss verkaufte sich zwischen Januar und November 2025 mehr als 41.000 Mal. Firmenintern auf Platz zwei und drei die Crossover Kodiaq und Karoq mit 27.000 sowie 26.000 Zulassungen.

Anzunehmen ist, dass im kommenden Jahr erstmals mindestens ein Elektromodell in das Führungstrio einziehen wird und beste Chancen hat, zumindest Platz zwei zu holen. Der erst seit dem späten Frühjahr verkaufte Elektro-SUV Škoda Elroq holte sich nicht nur den renommierten Titel des German Car of the Year 2026, sondern legte mit über 22.000 Verkäufen einen Vollgasstart hin. In seinem Segment reichte das zu Platz zwei der Zulassungsstatistik, und bei den Elektrozulassungen kämpfen die Tschechen gemeinsam mit BMW ebenfalls um Platz zwei im Jahresabschluss 2025.

So ähnlich sich die beiden Elektro-Crossover Škoda Enyaq und dessen kleiner Bruder Elroq sind, so unterschiedlich sind etwas überraschend deren Käufer. Während der Enyaq 78 Prozent Flottenkunden und gerade einmal einen Privatkundenanteil von 14 Prozent auf sich vereinen kann, sieht das beim Elroq ganz anders aus. Jeder zweite Kunde ist ein Privatkunde, und seine Eroberungsrate liegt bei 75 Prozent. Das sieht man in Wolfsburg nur eingeschränkt gern, denn der Elroq gewinnt nicht nur externe Kunden, sondern räubert gerade auch bei Muttermarke Volkswagen.

Hier beschweren sich einige VW-Markenverantwortliche immer lauter über den Erfolg von Škoda-Modellen wie Superb, Enyaq oder Octavia, die insbesondere Passat, Tiguan und Golf ertragreiche Kunden wegnehmen. Jetzt befürchten viele, dass das beim kleinen Elektro-SUV namens Škoda Epiq noch schmerzhafter werden könnte.
Preislich soll es für den Einstiegs-Crossover bei 25.000 Euro losgehen – insofern wird der Tscheche für solche Familien interessant sein, denen ein Škoda Enyaq oder ein anderes Modell aus dem Konzernportfolio mit Stecker zu teuer war.

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„Der künftige Škoda Epiq bietet jede Menge Auto zu einem attraktiven Preis und einen großen Innenraum bei kompakten Abmessungen. Unsere Kunden wollen die Wahl haben, daher erweitern wir unser wachsendes Elektromobilitätsportfolio um dieses beliebte Segment“, sagt Škoda-CES Klaus Zellmer. Auf 4,10 Metern gibt es für den E-SUV aus dem Konzernwerk in Pamplona Platz für zwei Erwachsene, zwei Kinder auf fünf Sitzplätzen sowie einen variablen Laderaum von 490 Litern.

Der nächste Elektro-Kracher steht schon in den Startlöchern

Doch im kommenden Jahr folgt nicht allein der kleine Epiq, sondern auch ein knapp fünf Meter langer Crossover, der neben dem Superb zum neuen Topmodell werden soll. Die Serienversion des Vision 7S ist ebenfalls auf dem modularen Elektrobaukasten des Volkswagen-Konzerns unterwegs und hat einen im Vergleich zu bekannten Modellen um rund 25 Zentimeter verlängerten Radstand. Das Akkupaket im Unterboden mit einer Kapazität von 89 kWh soll Reichweiten von bis zu 600 Kilometern ermöglichen. Nachgefasst wird an der Schnellladesäule mit bis zu 200 Kilowatt.

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Offizielle Zahlen werden noch nicht bekannt gegeben, aber man kann mit einer Leistung von 150 kW / 204 PS in der Einstiegsversion mit Hinterradantrieb und 265 kW / 360 PS in der Topversion der Allradversion rechnen.
Škoda reüssiert insbesondere in Europa erfolgreich; bemüht sich jedoch nach schweren Jahren auf dem Massenmarkt in China zunehmend auch um neue Spielplätze. Indien ist dabei seit einigen Jahren einer der Fokusmärkte, wo in den ersten neuen Monaten 2025 rund 50.000 Fahrzeuge – insbesondere lokal gefertigt – aufgeliefert wurden.

Zudem stieg der tschechische Hersteller über Samaco Motors, seit mehr als 15 Jahren Importeur anderer VW-Konzernmarken in Saudi-Arabien, jüngst in den wachsenden saudi-arabischen Markt ein. Erste Modelle sind die Octavia Limousine sowie die SUVs Kushaq, Karoq und Kodiaq. Das alles macht sich in einer hohen Rentabilität bemerkbar und beruhigt die Analysten. Mit einer Umsatzrendite von 8 Prozent ist Škoda aktuell einer der profitabelsten europäischen Volumenmarken. Die Kernmarke Volkswagen liegt aktuell bei kaum mehr als zwei Prozent.

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Stefan Grundhoff

Stefan Grundhoff

Stefan Grundhoff ist seit frühester Kindheit ausgemachter Autofan. Die Begeisterung für den Journalismus kam etwas später, ist mittlerweile aber genau so tief verwurzelt. Nach Jahren des freien Journalismus gründete der Jurist 1994 das Pressebüro press-inform und 1998 die Beratungsfirma press-inform consult.

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