Porsche investiert bis 2035 kumuliert 2,1 Milliarden Euro in die Standorte Zuffenhausen und Weissach. Auf diese Summe haben sich Vorstand und Gesamtbetriebsrat des Sportwagenherstellers im sogenannten Zukunftspaket verständigt, verhandelt unter Mitwirkung der IG Metall und des Arbeitgeberverbands Südwestmetall. Das Paket soll die Grundlage für die Strategie 2035 legen, deren Details im Oktober auf einem Capital Markets Day vorgestellt werden. Es entsteht in einer Phase, in der Porsche schwächelt: Im ersten Halbjahr 2026 lieferte der Hersteller um die 122.000 Autos aus, 16 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. In China brach der Absatz um 32 Prozent ein.
Auffällig ist die Entwicklung beim Elektro-Anteil. Lag dieser im ersten Quartal 2025 noch bei 25,9 Prozent, fiel er im ersten Quartal 2026 auf 19,8 Prozent. Parallel dazu erteilte Porsche-Chef Dr. Michael Leiters einem vollelektrischen 911 eine klare Absage und setzt bei der Ikone weiterhin auf Verbrenner und Performance-Hybrid. Das Zukunftspaket verknüpft die milliardenschwere Standortinvestition also mit einer strategischen Kurskorrektur, die von der ursprünglich für Zuffenhausen ausgerufenen Elektrifizierung abrückt.
Sinkende Löhne sichern die Investitionen
Um die 2,1 Milliarden Euro aufzubringen, greift Porsche tief in die Vergütungsstruktur ein. Bei Beschäftigten im Porsche-spezifischen Entgeltrahmen sowie im Management werden aktuelle und künftige Tariferhöhungen bis 2035 um insgesamt 3,5 Prozent gekürzt. Oberes und Top-Management verzichten 2027 und 2028 zusätzlich auf einen wertgleichen Beitrag bei der Grundvergütung. Auch das Weihnachtsgeld schrumpft: Der freiwillige betriebliche Anteil sinkt bis 2035 von 45 auf 5 Prozent, wodurch sich die Zahlung von bis zu 100 auf 60 Prozent eines Monatsentgelts verringert. Mobiles Arbeiten ist künftig nur noch an acht statt zwölf Tagen im Monat möglich.
Im Gegenzug schließt Porsche betriebsbedingte Kündigungen bis Ende 2035 aus und verlängert die bisherige Standortsicherung um fünf Jahre. Gleichzeitig sieht das Paket den sozialverträglichen Abbau von weiteren 5000 Stellen vor, überwiegend über natürliche Fluktuation, demografische Effekte, ein erweitertes Sonderprogramm zur Altersteilzeit und freiwillige Aufhebungsverträge. Als Ausgleich zahlt Porsche seinen Tarifmitarbeiter:innen im August 2026 eine Transformationsprämie von 1500 Euro, IG Metall-Mitglieder erhalten zusätzlich 411 Euro sowie einen neuen Mitgliederbonus mit einem freien Tag und einem Wertgutschein über 200 Euro.
Ein Muster, das sich im VW Konzern wiederholt
Der Sparkurs bei Porsche steht nicht isoliert. Auch der Mutterkonzern Volkswagen hat seinen Zukunftsplan verschärft und die Modellpalette gestrafft, während die schwache Nachfrage nach teuren Elektroautos den gesamten Premiumbereich der Marke belastet. Der Elektro-Anteil bei Porsche fällt damit in eine Phase, in der die Konzernmutter selbst ihre Investitionen und Stellenpläne neu ordnet. Für Zuffenhausen und Weissach bedeutet das Zukunftspaket eine Standortgarantie, erkauft mit spürbaren finanziellen Einschnitten bei der Belegschaft.
Dr. Michael Leiters bezeichnete das Paket als Fundament der Strategie „Sportwagenschmiede 35“ und verwies darauf, dass wirtschaftlicher Erfolg Voraussetzung für langfristige Sicherheit der Mitarbeiter:innen sei. Gesamtbetriebsratsvorsitzender Ibrahim Aslan sprach von einem hart erkämpften Ergebnis mit Signalwirkung, angesichts des aktuellen Umfelds. Tamara Hübner von der IG Metall Stuttgart betonte, die Beschäftigten leisteten mit den Zugeständnissen ihren Beitrag, nun stehe das Unternehmen in der Verantwortung, die zugesagten Investitionen tatsächlich umzusetzen und Porsche wieder auf einen erfolgreichen Kurs zu führen.
Quelle: Porsche – Pressemitteilung









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